5/20 Zehn ForceWare-Treiber im Vergleich : Welcher Treiber ist für Spieler der beste?

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ForceWare 71.24, 71.81 und 71.84

ForceWare 71.24
Der ForceWare 71.24 gehört zu den früheren Treibern der 7x.xx-Generation und weist dementsprechend mehrere Fehler auf. So konnten wir in Half-Life 2 eine Fehldarstellung des Wasser-Shaders verzeichnen: Die Farbe nimmt einen für Wasser ziemlich ungewöhnlichen Gelbton an und erinnert damit deutlich mehr an eine andere Flüssigkeit. Als Entschädigung erhält man allerdings eine deutlich höhere Performance in Half-Life 2 – der ForceWare 71.24 scheint der erste Treiber zu sein, der „echte“ Half-Life 2-Optimierungen enthält. Darüber hinaus läuft der Spross der 7x.xx-Generation allerdings fehlerfrei, weitere Probleme konnten wir nicht verzeichnen. Auch Unreal Tournament 2004, welches sehr empfindlich auf die Aktivierung des NX-Bit in Kombination mit etwas älteren ForceWare-Treiber reagiert, läuft fehlerfrei und lässt sich tadellos beenden. Bei früheren Versionen verabschiedete sich der PC mit einer Fehlermeldung und musste neu hochgefahren werden. Kommen wir nun zu dem theoretischen Teil: der ForceWare 71.24 hat die WHQL-Prüfung von Microsoft bestanden und kann somit ein entsprechendes Zertifikat vorweisen. Er datiert auf den 15.12.2004 und hält in der INF-Datei eine relativ große Überraschung bereit. Dort sind nur Einträge für NV40-, NV41, NV43- und NV44-Chips vorhanden, alle anderen bleiben außen vor. Der inoffizielle Betatreiber kann insgesamt einen relativ guten Eindruck hinterlassen und zeigt zum ersten Mal das echte Potenzial der 7x.xx-Treiber.

ForceWare 71.24 Menü
ForceWare 71.24 Menü
Half-Life 2 mit FW 71.24
Half-Life 2 mit FW 71.24

ForceWare 71.81
Der ForceWare mit der Versionsnummer 71.81 datiert auf den 28.1.2005 und besitzt ebenfalls ein Gütesiegel von Microsoft. Ein Blick in die Datei nv4_disp.inf verrät, dass nun auch die anderen Chips wieder einen Weg in den Treiber gefunden haben. Ab der Ur-GeForce wird jede AGP-Grafikkarte von nVidia unterstützt, ebenso der ominöse NV48. nVidia hat sich bei dem Treiber das Problemkind Half-Life 2 angenommen: das Wasser hat nun wieder die ursprüngliche Farbe, die Performance hat darunter aber – glücklicherweise – nicht gelitten. Ein Bug weg, ein neuer hinzu: Während der Clamp-Schalter zum Verhindern eines negativen LOD unter Einsatz des Anisotropen Filters in vorherigen ForceWare-Treiber noch einwandfrei funktionierte, scheint die Funktion beim 71.81 außer Kraft zu sein. Trotz Aktivierung flimmerten einige Spiele deutlich sichtbar bei Benutzung des Anisotropen Filters. Weiterhin ist ab nun das treiberinterne Tool zum Einstellen der Bildwiederholrate des Monitors nicht mehr verfügbar. Diesen Zustand kann man nur durch Ausführen des Registry-Hacks CoolBits ändern, danach ist das Tool wie gewohnt vorhanden. Allerdings hat nVidia diese Funktion nicht ohne Sinn und Verstand entfernt. Bereits ab dem ForceWare 66.96 gibt es einen Bug, welcher sich von Treiberversion zu Treiberversion immer weiter mitgeschleppt hat. Solange man eine Frequenz eingestellt hat, kann es vorkommen, dass die Performance des Rechners in den Keller sinkt. Dramatisch kann dies beim Einsatz von 4fachem Anti-Aliasing sein; dort macht sich der Fehler bereits durch ein störendes Ruckeln im Spielmenü bemerkbar. Dieser Bug wurde, wie wir leider feststellen mussten, selbst bei den aktuellen Treibern noch nicht behoben. Hoffentlich holt nVidia dies in Kürze nach.

ForceWare 71.81 Menü
ForceWare 71.81 Menü

ForceWare 71.84
In der Version 71.84 der nVidia-Treiber sind alle Verbesserungen enthalten, welche mit der 7x.xx-Generation eingeführt worden sind. Etwas ungewöhnlich ist der Zustand, dass es den Treiber in zwei verschiedenen Versionen gibt, einmal als offiziellen Betatreiber und einmal als neuen offiziellen Referenztreiber. Die Betaversion des ForceWare 71.84 ist in der Betasektion namens nZone erhältlich; alternativ die Referenzversion auf der Internetseite von nVidia selber. Beide Versionen datieren auf den 24.2.2005, sind jedoch unterschiedlichen Datums erschienen (Betatreiber: 2.3.2005; Referenztreiber: 11.3.2005). Die Differenz ist dabei an der WHQL-Prüfungen seitens Microsoft zu erklären, welche einige Zeit beansprucht. Am meisten profitieren die Besitzer eines SLI-Systems vom ForceWare 71.84, welche durch die neuen Treiber einen deutlichen Schub in Sachen Performance und Kompatibilität erhalten. So sind nun die entsprechenden Profile für den Betrieb zweier Grafikkarten erweitert worden und unterstützen mehr als 70 Spiele. Aber damit noch nicht genug: so ist es bei der neuen Treibergeneration nun auch möglich, SLI-Profile manuell hinzuzufügen. Eine detaillierte Beschreibung für den Vorgang ist bei nVidia selber zu finden. Ebenfalls neu sind zwei neue Rendertypen für das Berechnen von Pixeln mit Hilfe zweier Grafikkarten. Neben den bekannten Modi „Split-Frame-Rendering“ und „Alternate-Frame-Rendering“ gibt es nun die Möglichkeit, den Treiber selber entscheiden zu lassen, welchen Modus er verwenden soll, zudem auch noch ein so genanntes „Alternate-Frame-Rendering 2“. Wo nun genau der Unterschied zwischen beiden AFR-Modi liegen soll, ist gänzlich unbekannt. Allerdings soll die neue Variante in einigen Applikationen die Geschwindigkeit verbessern können, wo die alte Version noch kläglich scheiterte.

ForceWare 71.84 Menü
ForceWare 71.84 Menü
71.84 SLI-Menü
71.84 SLI-Menü

Ansonsten wurden laut den Release Notes diverse Fehler beseitigt, auf welche wir hier aber aufgrund eines zu hohen Aufwands aber nicht eingehen wollen. Ein Blick in die INF-Datei verrät, dass es kaum Veränderungen gegenüber dem kurz vorher erschienenen inoffiziellen Treiber, dem ForceWare 75.90, gegeben hat. Der einzige Unterschied liegt im Verschwinden der ominösen „G70“-Einträge, welche mittlerweile aber gar nicht mehr so ominös sind. Nach neuesten Informationen handelt es sich beim G70 um den Refresh des NV4x-Chips. In Sachen Kompatibilität hinterließ der ForceWare 71.84 einen guten Eindruck. Es konnten weder Abstürze noch andere Probleme verzeichnet werden. Allerdings scheint dieser Treiber ein Problem bei den Temperaturwerten zu haben. So soll nach den Erfahrungen einiger Benutzer die Temperatur schlagartig um ungefähr 10 Grad in die Höhe geschossen sein, ohne dass irgendwelche Modifikationen an der Hardware vorgenommen worden sind. Dieser Fehler scheint aber nur bei Karten aufzutauchen, welche über einen Referenzkühler verfügen. Andere Kühlsysteme scheinen ausgeschlossen zu sein, so ebenfalls unser Testrechner.

Ein Blick in die öffentlichen Dokumente konnte dieses Problem auch bestätigen: dort spricht man von einer Temperaturerhöhung von bis zu 20 Prozent – eine Menge, wenn man bedenkt, dass nicht nur die Temperaturanzeige von dem Phänomen betroffen ist, sondern auch die gesamte Karte. Wo nun genau die Ursache zu finden ist, wollte uns nVidia bis zum Erscheinen dieses Artikels nicht mitteilen, allerdings soll das Problem in einer der nächsten Treiber behoben werden. Falls einem dieser Zustand nicht gefällt und man gewollt ist diesen durch ein wenig Aufwand zu beheben, scheint es aber eine provisorische Lösung zu geben. Wenn man den Chiptakt auf über 400 MHz erhöht und danach wieder auf den Ursprungstakt herunter senkt, wird die Grafikkarte wieder Kühler und bleibt auf dem normalen Niveau vorheriger Treiber. Allerdings ist diese Lösung relativ aufwändig, da man den Vorgang nach jedem Neustart wiederhohlen muss. Anmerken muss man hierbei noch, dass diese Temperaturänderung nur den 2D-Modus betrifft, in 3D-Anwendungen wird die Karte nicht wärmer. In unserem Testlabor hinterließ der Treiber ansonsten durchgehend eine gute Figur. Wir konnten in keiner Applikation einen Absturz oder anderweitige Fehler verzeichnen und somit ist der ForceWare 71.84 allemal einen Blick wert.

Unterstützte Grafikkarten vom ForceWare 71.84

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