14/14 Anisotrope Filterung im Test : AMD und Nvidia opfern Qualität für Leistung

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Beurteilung

Beinahe von Generation zu Generation ändert sich der anisotrope Filter. Wer weiß, eventuell steht mit dem RV870 sowie dem GT300 eine erneute Änderung an. Aus diesem Grund noch einmal der Hinweis: Sämtliche Ergebnisse und Schlussfolgerungen dieses Tests beziehen sich nur auf die aktuelle Generation sowie deren „nahe Verwandte“ (ab G80 sowie R600).

Doch wer hat nun den besseren anisotropen Filter? ATi oder Nvidia? Kommen wir an dieser Stelle erst einmal zum Performanceverlust zwischen den einzelnen „AF-Optimierungen“. Auf diesem Schlachtfeld kann Nvidia stark von den vielen Textureinheiten profitieren, da die Geschwindigkeit im Durchschnitt nur um zwei Prozent abnimmt, wenn anstatt dem Treiber-Default die höchstmögliche Stufe (High Quality) ausgewählt ist. Der Härtefall in unserem Testparcours ist Call of Duty 5, bei dem die Differenz bei acht Prozent liegt. Aufgrund der geringeren Anzahl an Textureinheiten sind die Unterschiede bei ATi etwas größer, halten sich aber noch in Grenzen, da die Kanadier schärfere „Optimierungen“ fahren. Die Differenz zwischen A.I. Standard und A.I. Off liegt bei zwölf Prozent, wobei ein Teil des Verlustes aus anderen abgeschaltete Spiele-Optimierungen kommt. Mit A.I. Advanced gibt es keine weiteren Vorteile. Der „Worst Case“ ist auch hier Call of Duty 5, wo der Treiberstandard 37 Prozent schneller als A.I. Off arbeitet. Doch solch’ ein Unterschied tritt nur selten auf.

Anisotroper Filter
Anisotroper Filter

Kommen wir zum wichtigeren Thema, der Bildqualität. Die Nase absolut vorn hat ohne irgendwelche Zweifel auch hier Nvidia in der High-Quality-Einstellung. Unter dieser Einstellung wirkt das Bild sehr ruhig und ein störendes Flimmern fällt so gut wie nicht auf. Über sämtliche Winkel wird gut gefiltert und zudem gibt es aufgrund der trilinearen Filterung keine Bugwelle. High Quality kann durchaus als „gut“ bezeichnet werden, obwohl die Implementierung noch nicht optimal ist.

Auch der Preis für die zweitbeste Darstellung geht an Nvidia. Denn der anisotrope Filter wirkt unter Quality immer noch ordentlich, wenn die trilineare Optimierung abgeschaltet ist. Das Ergebnis sieht beinahe identisch aus zu High Quality, nur die Texturen flimmern etwas mehr – man muss aber schon genau hinsehen, um den Unterschied erkennen zu können. ATi schafft es mit Catalyst A.I. Off dagegen nur auf den dritten Platz, was aber weniger an der Filterung liegt (sie ist zwar nicht durchgängig auf dem Niveau von Quality ohne AF-Optimierungen, liegt je nach Anwendung aber auf ein und demselben Level). Das größere Problem ist allerdings, dass durch die Einstellung auch applikationsspezifische Optimierungen abgeschaltet werden, wodurch entweder die Performance fallen oder die Bildqualität leiden kann. Darüber hinaus funktioniert CrossFire mit abgeschaltetem Catalyst A.I. nicht mehr.

Den vierten Platz erreichen die beiden Standardeinstellungen von ATi und Nvidia, die unserer Meinung nach als gleichwertig bezeichnet werden können. Dabei haben beide Implementierungen Vor- und Nachteile. Bei Catalyst A.I. Standard fällt auf, dass die Texturen in Spielen je nach Content schnell zum Flimmern neigen, was störend auffallen kann. Bei Quality mit aktivierter trilinearer Optimierung ist die Flimmerneigung geringer, dafür schiebt man öfters eine Bugwelle vor sich her, die durch den brilinearen Filter hervorgerufen wird (die ATi-Implementierung ist diesbezüglich besser). Dies stört genauso wie das Flimmern bei ATi. Den letzte Platz unserer Testreihe belegt A.I. Advanced, das zu noch stärkerem Flimmern als A.I. Standard neigt. Im Ergebnis nach Punkten geht damit Nvidia vom Platz.

Fazit

Nach unseren vielfältigen Analysen bleiben wir bei unser in der Vergangenheit vertretenen Meinung, dass die Standardeinstellungen von ATi und Nvidia in etwa vergleichbar sind. Je nach Spiel kann mal die eine und mal die andere Einstellung besser aussehen, einen eindeutigen Gewinner gibt es nicht. Auch in noch einem Aspekt gibt es keinen Unterschied: Beide Ergebnisse sind weit weg vom Optimum.

Eine eindeutige Entscheidung gibt es hingegen bei der maximal möglichen Qualität. In dem Fall heißt der Gewinner Nvidia mitsamt dem High-Quality-Modus, der ein gutes Ergebnis erzeugt. Die Texturen flimmern nur gering und der Spieler sieht keine Bugwellen – nicht optimal, aber gut. ATi muss in diesem Punkt Federn lassen und erst A.I. Off kann mit Quality ohne Optimierungen mithalten. Ein Pendant zu High Quality existiert bei den Kanadiern nicht.

Allerdings ist A.I. Off oft nicht praktisch nutzbar, da Spiel-spezifische Optimierungen abgeschaltet werden, was Performance oder Bildqualität kosten kann. Zudem funktioniert CrossFire in dieser Einstellung nicht mehr. Grund genug für uns, ATi an dieser Stelle erneut aufzufordern, die AF-Optimierungen sowie die applikationsspezifischen Optimierungen in Zukunft im Treiber voneinander zu trennen! Es kann nicht sein, dass die bestmögliche Bildqualität einer ATi-Karte nicht durchgängig genutzt werden kann, da A.I. Off zum Beispiel CrossFire abschaltet. Auch wenn ATi an dieser Stelle oft mit dem Argument einer einfacheren Bedienung (die von den Kunden gefordert wird) argumentiert, sollte es den Chipspezialisten nicht davon abhalten, eine getrennte Einstellmöglichkeit in einem „Profi-Modus“ zu ermöglichen. Ein weniger versierter Nutzer muss von dieser Option ja nie etwas mitbekommen.

Quality ohne Optimierungen – 1xAF
Quality ohne Optimierungen – 1xAF

Da die Texturleistung moderner GPUs immer weiter steigt, würden wir darüber hinaus gerne sehen, wenn mit der „Next Gen“ der Grafikkarten der Standardmodus sowie die generelle AF-Qualität weiter verbessert werden. Dies würde Spielern eine bessere Bildqualität ermöglichen, ohne allzu viel Performance opfern zu müssen. Aber vielleicht erleben wir bei RV870 und GT300 diesbezüglich ja in der Tat eine Überraschung?

Schlussendlich raten wir bei einer modernen Nvidia-Grafikkarte dazu, generell den High-Quality-Modus anzuschalten. Der Geschwindigkeitsverlust ist nur minimal, der Vorteil in der Bildqualität aber durchaus sichtbar. Bei ATi fällt es dagegen schwer, etwas anderes als A.I. Standard zu empfehlen, da A.I. Off nur für den erfahrenen Benutzer geeignet ist. Dennoch ist A.I. Off eine Überlegung wert, um die Optik zu verbessern. Von A.I. Advanced bei ATi sowie den Stufen unter der Standardeinstellung bei Nvidia sollte man die Finger lassen.

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