Razer Blade Pro im Test: Luxuriöses Gaming-Notebook mit UHD & G‑Sync auf 17,3 Zoll 6/8

Robert Kern 77 Kommentare

Taktraten unter Last

Hochgradig integriert zugunsten geringer Bauhöhe
Hochgradig integriert zugunsten geringer Bauhöhe

Im Razer Blade Pro teilen sich Intel Core i7-6700HQ und Nvidia GeForce GTX 1080 eine gemeinsame Kühllösung. Bei Presse-Events (Ubergizmo, Techradar, Pcmag) in den USA wurde die Kühlung im Detail gezeigt, soweit durfte ComputerBase das Testmuster nicht zerlegen.

Die etwas mehr als 160 Watt Verlustleistung der GTX 1080 werden von der Vapor Chamber an zwei kurze Heatpipes zum linken Lüfter und an zwei lange Heatpipes zum rechten Lüfter abgeführt. Eine der vier breiten Heatpipes (linke Seite) führt über die CPU zum rechten Lüfter und sorgt somit für eine thermische Verbindung. Der rechte Lüfter bekommt von der 45-Watt-CPU noch eine weitere dünnere Heatpipe zugeführt.

Unter diesen Voraussetzungen der thermischen Kopplung und innerhalb des Anforderungsprofils aktueller Triple-A-Titel wie Watch Dogs 2 würde ein höher oder gar übertakteter

Vierkernprozessor wie der Core i7-6820HK, der für wenige hundert MHz mehr bis zu 10 Watt mehr des Kühl-Budgets an sich reißt, eher abträglich für die Frameraten in Spielen. Ein Core i7-6820HK rechnet mit 4 Ghz (vs. 3,1 GHz alle Kerne 6700HQ) zwar auch 23 Prozent flotter, verlässt aber den energieeffizienten Korridor und genehmigt sich dafür 171 Prozent Leistungsaufnahme (53,6W, Cinebench R15 Multi). Die Messwerte können bei den Kollegen von Notebookcheck nachvollzogen werden. Im Extremszenario eines Small-FFT-RUNs in Prime95 mit AVX2-Instruktionen kommt auch der Core i7-6700HQ auf 54 Watt Verlustleistung.

Maximaler Takt bei bis zu 99 Grad Celsius

Trotz schlankerer Silhouette erreicht der Prozessor im Razer Blade Pro die vom Acer Predator 15 bekannten Taktraten. In Prime95 unter Nutzung von AVX2 steigt die Temperatur der CPU in der Spitze allerdings auf bis zu 99 °C an – dauerhaft sind es knapp 95 °C. Hier zeigt sich, dass Razer die hohe Leistung im kleinen Gehäuse in diesem äußersten Extremszenario nur über ein Eingeständnis an die Betriebstemperatur erreichen kann.

Tatsächlicher CPU-Takt unter Last mit 1 und x Threads
Modell CPU Turbotakt (max.) 1 Thread x Threads
Prime95, Takt nach 15 Minuten
Razer Blade Pro (2016) Core i7-6700HQ 3,5 GHz 2,9 GHz
Acer Predator 15 (2016) Core i7-6700HQ 3,5 GHz 2,9 GHz
Schenker XMG U507 Ultimate Core i7-6700 4,0 GHz 3,0 – 3,1 GHz
Cinebench R15, Takt nach drei sequenziellen Durchläufen
Razer Blade Pro (2016) Core i7-6700HQ 3,5 GHz 3,1 – 3,2 GHz 3,1 GHz
Acer Predator 15 (2016) Core i7-6700HQ 3,5 GHz 3,1 – 3,2 GHz 3,1 GHz
Schenker XMG U507 Ultimate Core i7-6700 4,0 GHz 3,7 – 3,9 GHz 3,5 – 3,7 GHz

Auch die in Spielen nach 30 Minuten Aufwärmphase erzielten Taktraten der GeForce GTX 1080 liegen in dem von Nvidia gesteckten Korridor: Damit die mobile Version wie das Modell für Desktop-PCs genannt werden kann, darf die Leistung nicht mehr als zehn Prozent niedriger ausfallen. Mit Taktraten von 1.600 MHz in Rise of the Tomb Raider und 1.500 MHz in Anno 2205 ist das im Vergleich zur Founders Edition der Fall.

Taktraten nach 30 Minuten
Spiel Razer Blade Pro GeForce GTX 1080 FE
Anno 2205 ~ 1.500 MHz ~ 1.600 MHz
Rise of the Tomb Raider ~ 1.600 MHz ~ 1.610 MHz

Leistung in Spielen und Anwendungen

Die Leistung des Razer Blade Pro zeigt sich in Spielen und Anwendungen damit unbeeindruckt vom relativ kompakten Formfaktor. In Anwendungen liegt es auf dem Niveau anderer Notebooks mit Core i7-6700HQ, ohne an Desktop-Replacements mit Desktop-CPU heran zu reichen.

Beim Betrachten der nachfolgenden Spielebenchmarks gilt es zu bedenken, dass sowohl die getesteten Spiele als auch der Treiber nicht identisch sind. Was in der kurzen Testzeit festgestellt werden kann: Weil die GeForce GTX 1080 im von Nvidia vorgegebenen Korridor bleibt, liegt die Leistung in Spielen annähernd auf dem Niveau der GeForce GTX 1080 Founders Edition. Worauf die zumeist positiven Abweichungen in den Benchmarks konkret zurück zu führen waren, ließ sich in der Kürze der noch zum Testen zur Verfügung stehenden Zeit nicht klären.

Ohne Netzstrom sinkt die Rechenleistung dann aber auch beim Razer Blade Pro augenblicklich stark ab. Die CPU taktet nur noch mit maximal 1,6 GHz und zusammen mit einem auf 1.200 MHz reduzierten Takt der GTX 1080 fiel die Bildrate in Anno 2205 beispielsweise von 87 auf 30 Bilder pro Sekunde. Das Verhalten kennen alle Gaming-Notebooks mit hohem Spitzenverbrauch, denn Akkus können die vom System ohne Drosselung benötigte Leistung ohne Überhitzen nicht liefern.

Ein Fragezeichen hinter dem Raid0 aus SSDs

Das Blade Pro setzt auf einen Raid-0-Verbund aus zwei schnellen PCI-Express-SSDs vom Typ Samsung PM961. Das Testmodell ist mit zwei Mal 512 GB ausgestattet, Razer bietet aber auch Konfigurationen mit zwei Mal 256 und zwei Mal 1.024 GB an.

Samsung PM961 SSD
Samsung PM961 SSD

In CrystalDiskMark erreicht der Verbund sowohl beim sequentiellen Lesen als auch beim Schreiben rund 2,8 GB/s. Das ist kein guter Wert, die Leistung beim Lesen wird schon von einer einzelnen Samsung SSD 960 Pro übertroffen. Beim Schreiben bleibt das Raid0-System hingegen 800 MB/s in Führung.

Warum die Werte eines SSD-RAIDs in diesen Regionen nicht mit den Erwartungen übereinstimmen, konnte bis zum Redaktionsschluss nicht geklärt werden, das Muster ist bereits in England. Im begrenzten Raum eines Notebooks sind SSDs und Controller stark abhängig von der Temperatur und Betriebshistorie. Es kann aber auch im Chipsatz begründet sein, mitunter sind beide SSDs nur mit PCIe x2 (theoretisch 985 MB/s/PCIe-Lane) angebunden. Die Redaktion steht mit Razer in Kontakt.

Der Raid0-Verbund aus zwei PM961 liest und schreibt gleich schnell
Der Raid0-Verbund aus zwei PM961 liest und schreibt gleich schnell

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