Razer Blade Pro im Test: Luxuriöses Gaming-Notebook mit UHD & G‑Sync auf 17,3 Zoll 3/8

Robert Kern 77 Kommentare

Schönheit mit kleinen Makeln

Gern zieht Razer CEO Min-Liang Tan Vergleiche zwischen den Razer Blades und wahlweise Luxusautos oder Apple MacBooks. Betont werden die Materialwahl, die Verarbeitung und das durchdachte Design der beiden Beispiele. Da steckt mehr drin, als es auf den ersten Blick scheint. „Supercars“ bringen die Menschen auch von A nach B, im Preisgefüge verläuft die Kurve für das Feature-Set dann allerdings wie eingangs dargestellt exponentiell in Lamborghini oder Richtung Razer. Mit Apple verbindet die Blades ein Teil der Design-DNA, das 17,3-Zoll-Modell bringt allerdings viele Aspekte mit, die es zu einem entfernteren Verwandten machen.

Das Supercar unter den Notebooks
Das Supercar unter den Notebooks

Das Blade Pro ist wirklich unglaublich flach

Eine der Gemeinsamkeiten mit Apples MacBook-Pro-Serie ist die vergleichsweise geringe Bauhöhe, die nur durch Integration erreichbar ist. Das Layout des jeweiligen Mainboards wird auch bei anderen Herstellern mit Hinblick auf spätere Eigenschaften des Chassis und der Kühllösung entworfen, irgendwann müssen Ingenieure allerdings zugunsten noch geringerer Bauhöhe auf Optionen bei der Konfiguration verzichten. Sowohl Apple als auch Razer lassen für die elegant flachen Notebooks wenig Luft und Entscheidungsfreiheit.

Man wird zum Beispiel keine 2,5-Zoll-Festplatten und damit günstige Alternativen für Massenspeicher finden, im Gegensatz zum MacBook Pro mit Touchbar setzt Razer allerdings auf SSDs im M.2-Format (Samsung SM961), die vom Nutzer auch ausgetauscht werden können. Die 16 RAM-Chips sind aber auch hier aufgelötet, Intel Core i7 und GeForce GTX 1080 ebenso. Letztere gibt es bei diversen Herstellern auch mit MXM-Board, im Blade Pro wurde für die Platzeinsparung auf diese selten genutzte Austauschbarkeit verzichtet.

Seit Jahren weist Razer auf die eigenen Innovationen bei der Kühlung von Notebooks hin, sie hätten dünne Gaming-Notebooks erst ermöglicht. Im Blade Pro steckt laut Aussage des Herstellers jetzt die „dünnste Vapor Chamber der Welt“. Ob diese teure Lösung, wie von Min-Liang Tan behauptet, in Zukunft oft kopiert werden wird, muss sich allerdings noch zeigen. Auch diese Komponente trägt zur unglaublich geringen Bauhöhe von 22,5 Millimetern bei

Die Schöne als das Biest

Wie viel Gaming-Desktop im Blade Pro steckt, klären die folgenden Seiten, am Ende der aufgezählten Ingenieurs- und Entwicklungsarbeit steht äußerlich zumindest das eleganteste Gaming-Notebook. Über die Design-Elemente wie giftgrüne Farbakzente und ein Logo mit drei Schlangen kann gestritten werden. Über das schlichte, mattschwarze Aluminium-Gehäuse und den aufgeräumten Innenraum nicht. Im Vergleich zu Gaming-Notebooks anderer Hersteller hält sich das Blade Pro dezent zurück und spricht damit leistungshungrige Anwender über die Kreativagenturen und Medienprofis hinaus an.

Wie bei allen Blades sammelt die Beschichtung Fingerabdrücke. Die Unterseite der Basiseinheit steht, dort wo das Topcase aufliegt, haptisch und optisch leicht über. Diese Toleranz von Millimeter-Bruchteilen gibt es auch bei der 14-Zoll-Variante, nur hat das Topcase dort „Überbiss“, wodurch die Ungenauigkeit nicht so auffällt. Von diesen beiden Makeln abgesehen zeigt das Blade Pro eine tadellose Verarbeitung.

Sowohl Displaydeckel als auch Basiseinheit sind überaus verwindungssteif. Der Touchscreen zeigt kaum Nachwippen, das Scharnier könnte aber trotzdem einen Tick fester angezogen sein. Bei einem Standortwechsel, der bei dem gemessenen Gewicht von 3.524 Gramm durchaus vorkommt, tendiert das schwere Display dazu, in den maximalen Öffnungswinkel zu klappen. Der fällt mit etwa 140° auch sehr großzügig aus.

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