AMD Radeon RX 560 im Test: Mit mehr Rohleistung gegen Nvidias GeForce GTX 1050

Wolfgang Andermahr et al. 83 Kommentare
AMD Radeon RX 560 im Test: Mit mehr Rohleistung gegen Nvidias GeForce GTX 1050

tl;dr: Mit der Radeon RX 560 und deren Polaris-21-GPU schickt AMD einen Konkurrenten mit mehr Shadern und höherem Takt in den Zweikampf mit der GeForce GTX 1050. Im Vergleich zum Vorgänger bleiben die wesentlichen Vor- und Nachteile im Test aber gleich: AMD hat mehr Speicher, Nvidia mehr GPU-Leistung.

Radeon RX 560 mit Polaris 21 und 4 GB im Test

AMDs neue RX-500-Serie besteht aus vier Modellen. Radeon RX 580 und RX 570 (Test) mit Polaris 20 entsprechen im Wesentlichen den jeweiligen Vorgängern mit höherem Takt und neuem Power State für den Speicher, die neue Radeon RX 550 (Test) mit Polaris 12 bringt die Architektur hingegen erstmals in den Preisbereich von unter 100 Euro. Dazwischen residiert die Radeon RX 560. Und die hat es auf dem Papier in sich.

Mit mehr Shadern und mehr Takt gegen die GeForce GTX 1050

Denn mit ihrer GPU vom Typ Polaris 21 liefert AMD den voll aktivierten Polaris 11 erstmals auch an Spieler aus – ein Schritt, der schon bei der Radeon RX 460 im Test als überfällig galt, um gegen die Nvidia GeForce GTX 1050 (Test) auch bei der Rohleistung zu bestehen. Denn mit Varianten mit 4 GB hatte die Radeon RX 460 eigentlich ein schlagendes Kaufargument auf ihrer Seite. Auf den ersten Blick verwundert da, dass AMD die Karte im Marketing eher stiefmütterlich behandelt.

Sapphire Radeon RX 560 Pulse im Test
Sapphire Radeon RX 560 Pulse im Test

Doch der Test auf Basis der von Caseking.de bereitgestellten Sapphire Radeon RX 560 zeigt, dass es die Radeon RX 560 trotz ebenfalls angehobener Taktraten nicht schafft, die klar bessere Alternative zu sein. Sie bietet weiterhin mehr Speicher, zieht bei der GPU-Leistung aber nicht vorbei.

Polaris 21: Technische Eckdaten

Die Radeon RX 560 setzt auf die Polaris-21-GPU. Dabei handelt es sich um einen voll aktivierten Polaris 11, der mit einem optimierten 14-nm-FinFET-Prozess bei Globalfoundries hergestellt wird. Anders als die Radeon Radeon RX 460 nutzt die Radeon RX 560 aber den Vollausbau der GPU. Damit sind zehn Compute Units mit 1.024 Shader- sowie 64 Textureinheiten aktiv. Auch der Takt ist gegenüber dem Vorgänger etwas höher, AMD gibt 1.275 MHz vor. Damit steigt die Rohleistung um rund 20 Prozent an.

Gleich geblieben ist die Anzahl der ROPs, die bei deren 16 liegt. Und auch beim Speicherinterface gibt es keinerlei Unterschiede. Dieses ist erneut 128 Bit breit. Und da der Speichertakt wieder 3.500 MHz beträgt, bleibt die Bandbreite unverändert. Der Speicherausbau beträgt je nach Modell entweder 2.048 MB oder 4.096 MB. Etwas höher fällt dagegen die TDP aus, die AMD mit 80 Watt anstatt mit 75 Watt angibt.

Ein dritter Power State für Multi-Monitor

Neu auf der Radeon RX 560 ist wie bei der Radeon RX 580 und der Radeon RX 570 ein dritter Power-State für den Speicher, durch dessen Nutzung der GDDR5 beim Betrieb mehrerer Monitore nicht mehr mit dem vollen Takt laufen muss. Dies funktioniert jedoch offenbar nicht mit allen Monitoren. Offenbar müssen immer noch einige Parameter (Auflösung, Bildwiederholfrequenz, Timings) identisch sein.

AMD Radeon RX 550 AMD Radeon RX 460 AMD Radeon RX 560 Nvidia GeForce GTX 1050
Chip: Polaris 12 Polaris 11 Polaris 21 GP107
Transistoren: ca. 2,2 Mrd. ca. 3,0 Mrd. ca. 3,3 Mrd.
Fertigung: Globalfoundries 14 nm Samsung 14 nm
Shader-Einheiten: 512 896 1.024 640
Basis-Chiptakt: 1.100 MHz 1.090 MHz 1.175 MHz 1.354 MHz
Maximaler Chiptakt: 1.183 MHz 1.200 MHz 1.275 MHz 1.760 MHz
SP-GFLOPs: 1.211 GFLOPs 2.150 GFLOPs 2.611 GFLOPs 2.253 GFLOPs
ROPs: 16 32
Pixelfüllrate: 18.928 MPix/s 19.200 MPix/s 20.400 MPix/s 56.320 MPix/s
TMUs: 32 56 64 40
Texelfüllrate: 37.856 MTex/s 67.200 MTex/s 81.664 MTex/s 70.400 MTex/s
DirectX (Feature-Level): 12_0 12_1
GPU ohne Monitor abschaltbar: ✓ (ZeroCore) Nein
Speichermenge: 4.096 MB GDDR5 2.048 MB GDDR5 4.096 MB GDDR5 2.048 MB GDDR5
Speichertakt: 3.500 MHz 3.504 MHz
Speicherinterface: 128 Bit
Speicherbandbreite: 112.000 MB/s 112.128 MB/s
Leistungsaufnahme Typisch/Maximal: 50 Watt/? 75 Watt/? 80 Watt/? ?/75 Watt

Die Sapphire Radeon RX 560 Pulse im Detail

Sapphire hat zwei verschiedene Versionen von AMDs neuer Grafikkarte im Portfolio. In beiden Fällen heißt das Produkt Radeon RX 560 Pulse und der Unterschied liegt in der Speicherausstattung: Entweder sind 2.048 MB oder 4.096 MB verbaut. Bei der getesteten Grafikkarte handelt es sich um die Radeon RX 560 Pulse mit 4.096 MB. Ab rund 115 Euro ist der 3D-Beschleuniger lieferbar. Die gleiche Version mit dem halben Speicher kostet um die 100 Euro.

Günstige Grafikkarte mit stillstehendem Lüfter

Der Sapphire Radeon RX 560 Pulse sieht man ihre Zugehörigkeit zur günstigsten Serie des Herstellers an. Die Abdeckung des Kühlers und der Lüfter aus Kunststoff machen wenig her, der Kühlkörper besteht einzig und allein als Aluminium. Immerhin: Der im Durchmesser 85 mm messende Lüfter schaltet sich bei geringer Last ab.

Sapphire hat die Grafikkarte leicht übertaktet. Anstatt mit 1.275 MHz arbeitet die Radeon RX 560 Pulse mit 1.300 MHz. Das Power Target ist so hoch gewählt, dass der Takt auch nach 30 Minuten in jedem getesteten Spiel gehalten werden kann. Der 4.096 MB große GDDR5-Speicher wird mit den gewöhnlichen 3.500 MHz angesteuert. Für die Stromversorgung ist ein Sechs-Pin-Stromstecker erforderlich.

Monitore können an einen Dual-Link-DVI-, einen HDMI-2.0b- oder einen DisplayPort-1.4-Ausgang angeschlossen werden.

Sapphire Radeon RX 560 Pulse
Merkmal Ausprägung
Karte PCB-Design Eigenentwicklung
Länge 21,0 cm
Stromversorgung 1 x 6 Pin
Kühler Design Eigener Kühler, 2 Slot
Kühlkörper Alu-Kern, Alu-Radiator
Lüfter 1 x 85 mm (axial)
Lüfter abgeschaltet (2D) Ja
Anlaufdrehzahl 1.020 Umdr.
Max. Drehzahl
nach Treiber (einstellbar)
2.900 Umdr.
Zieltemperatur
nach Treiber (einstellbar)
74 °C
Takt
(Stromsparmodus)
GPU-Basis 1.300 (214 MHz)
Speicher 3.500 MHz (300 MHz)
Speichergröße 4.096 MB GDDR5
Anschlüsse 1 x Dual-Link-DVI
1 x HDMI 2.0b
1 x DisplayPort 1.4

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