Logitech G502 Lightspeed im Test: Hervorragende Allround-Maus zum dekadenten Preis

Fabian Vecellio del Monego 128 Kommentare
Logitech G502 Lightspeed im Test: Hervorragende Allround-Maus zum dekadenten Preis

tl;dr: Logitechs G502 Lightspeed bietet zusammen mit dem separat erhältlichen PowerPlay-Mauspad eine nahezu perfekte Peripherie-Symbiose. Während die drahtlos aufladende Maus dem kabelgebundenden Pendant in allen Belangen überlegen ist, spiegelt sich der Luxus auch in einer dekadenten Preisgestaltung wider.

Erst Proteus Spectrum, dann Hero und nun Lightspeed

Auf die im Januar 2016 erschienene G502 Proteus Spectrum ließ Logitech im Herbst 2018 die G502 Hero (Test) folgen. Tatsächlich maßgebliche Neuerungen gingen damit aus der Perspektive des Nutzers nicht einher: Der nunmehr verwendete Hero-Sensor ist hinsichtlich der Präzision dem zuvor eingesetzten PixArt PMW-3366 ebenbürtig und anderweitig wurden lediglich die Lebenszeit der Primärtaster, einige Design-Akzente und das umwickelte USB-Kabel angepasst.

Auch die im Mai dieses Jahres angekündigte Lightspeed-Variante bringt weitere solcher Detailverbesserungen mit sich, beglückt Anhänger der Mausserie aber auch mit der lang gewünschten Funk-Unterstützung, die bisher noch keine G502 bot. Damit einher geht in diesem Fall auch die Kompatibilität zu Logitechs PowerPlay-Mauspad, mit dem sich ausgewählte Mäuse des Herstellers während des Betriebs induktiv aufladen lassen. Neben der G502 Lightspeed sind das die Mitte letzten Jahres vorgestellte G Pro Wireless (Test) sowie die kürzlich neu aufgelegten Serien G703 und G903.

Allen vier genannten Mäusen gemein ist dabei der dreistellige Preis: Gemäß der unverbindlichen Preisempfehlung kostet die G502 Lightspeed ebenso wie die G903 Lightspeed und die G Pro Wireless 150 Euro. Die G703 ordnet sich mit 100 Euro darunter ein. Gegenüber der kabelgebundenen G502 Hero beträgt der Aufpreis somit theoretisch 60 Euro, praktisch sind es derzeit gar 80 Euro. Das separat zu erstehende PowerPlay-Mauspad schlägt darüber hinaus momentan mit weiteren 92 Euro zu Buche.

Logitech G502 (Lightspeed)
Logitech G502 (Hero)
Ergonomie: Rechtshändig
Sensor: Logitech Hero
Optisch
Auflösung: 100 – 16.000 dpi
5 Stufen
Geschwindigkeit: 10,2 m/s
Beschleunigung: 392 m/s²
Abtastrate: 1.000 Hz
Primärtaster: Omron-Taster, 50 mio. Klicks
Anzahl Tasten: 11
Oberseite: 8
Linkseitig: 3
Sondertasten: dpi-Umschalter
4-Wege-Mausrad, Sniper-Taste
Software: 5 Profile
vollständig programmierbar, Sekundärbelegung
Makroaufnahme
Interner Speicher: 5 Profile
3 Profile
vollständig programmierbar, Sekundärbelegung
Makroaufnahme
Interner Speicher: 3 Profile
Beleuchtung: Farbe: RGB, 2 Zonen
Modi: Atmend, Farbschleife
dpi-Indikator
Farbe: RGB, 1 Zone
Modi: Atmend, Farbschleife
dpi-Indikator
Gehäuse: 132 × 75 × 40 mm
Hartplastik, Beschichtung
Glanzelemente
Gewicht: 114 Gramm (o. Kabel)
2 Gewichte á 4,0 Gramm
4 Gewichte á 2,0 Gramm
121 Gramm (o. Kabel)
5 Gewichte á 3,6 Gramm
Anschluss: USB-A auf Mikro-USB-Kabel, 2,10 m, umwickelt
Funk: 2,4 GHz
proprietärer Akku, 48 Stdn. Laufzeit
Laden: Kabel, Induktion (proprietär)
USB-A-Kabel, 2,10 m, umwickelt
Preis: ab 129 € ab 56 €

Gehäuse und Materialien

Ergonomisch richtet sich die G502 Lightspeed – wie bisher sämtliche Modelle der Serie – ausschließlich an Rechtshänder, die vorzugsweise über kleinere bis mittelgroße Gliedmaßen verfügen: Das schmale Gehäuse und die Platzierung der linksseitigen Zusatztasten können sich bei sehr großen Händen als unangenehm erweisen. Da das Chassis in Relation zur Breite recht lang ausfällt, ist eine Ablage des Handballens auf dem Mausrücken im Sinne des Palm-Grips gut möglich. Doch ob Nutzer Palm-, Claw- oder Fingertip-Grip verwenden können, hängt wiederum schlicht von der Größe ihrer Hände ab. Es sei im Zuge dessen obligatorisch angemerkt, dass das Empfinden der Haptik selbstredend subjektiver Natur ist.

Im direkten Vergleich zur G502 Hero ist die kabellose Adaption kaum zu unterscheiden – das fehlende Kabel außen vor gelassen. Des Weiteren kommen insgesamt sechs unterschiedliche Oberflächenmaterialien, die matte Texturen, Glanzelemente und beschichtete gummierte Flächen beinhalten, und ein Mausrad aus Metall zum Einsatz. Die unterschiedlichen Texturen sorgen für optische Variation und im Falle der strukturierten Gummibeschichtung an beiden Flanken des Eingabegeräts für einen sicheren Griff, machen die Maus aber auch anfälliger für Verunreinigungen und Kratzer. Neu hinzugekommen ist die Gummierung des Mausrads.

Für eine angenehme Haptik sorgen indes auch die konkave Mulde der linken Maustaste, die linksseitig mit erhöhten Zusatztasten abschließt, und die Daumenablage. Die rechte Seite des Eingabegeräts ist hingegen nahezu plan gestaltet. Auch die primäre Maustaste fällt konvex gerundet ab. In Kombination mit der geringen absoluten Breite bietet die G502 Hero somit wenig Platz für den Ring- und den kleinen Finger, die folglich – zumindest bei größeren Händen – über das Mauspad reiben, wenn die G502 Lightspeed bewegt wird.

Gewichte zur Verlagerung des Schwerpunkts

Logitech stockt mit der Lightspeed-Version einerseits die Anzahl verfügbarer Zusatzgewichte von fünf 3,6 Gramm schweren Metallbumerangs auf zwei 4,0 Gramm schwere und vier 2,0 Gramm schwere Gewichte auf, schränkt aber andererseits die Verstaumöglichkeiten ein. Die einzelnen Teile lassen sich weniger divers anordnen, da für jedes Gewicht nur ein Slot bereitsteht. Außerdem ist die Installation der leichten Gewichte nur um den Sensor herum möglich, während die beiden schwereren Stücke in der Funk-Dongle-Kammer im Heck der Maus untergebracht werden können. Letztgenannte Möglichkeit entfällt zudem komplett, sofern die serienmäßige runde Abdeckung durch das runde PowerPlay-Modul ersetzt wird.

Eine Veränderung des im vorderen Bereich liegenden Netto-Schwerpunktes der G502 Lightspeed ist somit nur bedingt möglich, während eine allgemeine Aufstockung des Gewichtes auf bis zu 130 Gramm ohne PowerPlay-Modul respektive auf bis zu 124 Gramm mit PowerPlay-Modul vollzogen werden kann. Das zu induktivem Laden notwendige Modul wiegt dabei selbst rund 5 Gramm, während die serienmäßige Abdeckung lediglich 3 Gramm auf die Waage bringt. Netto wiegt die G502 Lightspeed indes 114 Gramm – und ist damit gar 7 Gramm leichter als die kabelgebundene Variante.

Infolgedessen fallen die Gleiteigenschaften in allen Belangen besser aus, wenngleich die G502 Hero auf Grund des sehr elastischen Kabels bereits gut gleitet. Damit bietet die Maus zwar immer noch mehr Bewegungswiderstand als die mit 80 Gramm hervorragend leichte G Pro Wireless, lässt sich aber deutlich leichtgängiger bewegen als beispielsweise Corsairs Ironclaw RGB Wireless (Test).

RGB-Beleuchtung an Rücken und linker Flanke

Bezüglich der Beleuchtung der G502 Lightspeed, auf die im Software-Teil des Artikels näher eingegangen wird, lässt sich vorwegnehmen, dass neben dem in Relation zur Hero-Version leicht vergrößerten Logo auf dem Mausrücken auch drei Streifen am Übergang zur linken Flanke leuchten. Diese Leuchtdioden dienen der Visualisierung der aktuell gewählten Sensorauflösung, die durch Anzahl und Ausrichtung der leuchtenden Balken gezeigt wird.

Primär- und Zusatztasten

Insgesamt elf Tasten bietet die G502 Lightspeed. Acht davon sind auf der Oberseite und drei weitere linksseitig platziert. Bei den beiden Primärtastern greift Logitech erneut auf mit einer Lebenszeit von bis zu 50 Millionen Klicks spezifizierte Omron-Modelle zurück.

Traditionell ist das Mausrad einer G502 über die Scrolling-Funktion hinaus als Vier-Wege-Taste ausgelegt. Über einen mechanischen Schalter kann das Rad komplett freigestellt werden, sodass es nach dem Andrehen lange nachläuft. Vor allem bei langen Internetseiten oder Texten erweist sich das Konzept nach wie vor als überaus angenehm, wenngleich im direkten Vergleich zur G502 Hero eine verkürzte Rotationsdauer auffällt: Zugunsten des Gewichts wurde das zuvor solide metallene Mausrad mit Speichen versehen. Die folglich geringere Masse resultiert in einen geminderten Drehimpuls. Doch auch beim gerasterten Betrieb lassen sich Unterschiede feststellen: Sowohl der Widerstand als auch die Lautstärke des akustischen Klickens einer Drehbewegung sind geringfügig gestiegen.

Viele Zusatztasten bieten viele Möglichkeiten

Auf der Oberseite des Eingabegerätes finden sich überdies eine weitere mittig auf dem Mausrücken platzierte sowie zwei linksseitig der linken Maustaste angebrachte Tasten, die standardmäßig der temporären, über die Auflösungsindikatoren realisierten Anzeige der aktuellen Batterieladung und dem Auflösungswechsel dienen. Während die Finger zum Drücken ersterer stark gebeugt werden müssen, liegen letztere in unmittelbarer Reichweite des Zeigefingers, ohne dabei in rund eineinhalb Wochen Gebrauch jemals ungewollt betätigt worden zu sein.

Das gilt allerdings nicht für die drei Zusatztasten der linken Flanke, die ab Werk als Sniper-Taste zur kurzzeitigen Verminderung der Sensorauflösung sowie als Vor- und Zurück-Taste zur Navigation ausgelegt sind. Dabei erfreute sich vor allem die untere, die Daumenauflage nach vorne hin abschließende Taste in der Hektik eines Online-Spiels zahlreicher ungewollter Betätigungen, die dank der Standardbelegung ein präzises Zielen behinderten.

Doch auch hier gilt: Bei kleineren Händen, durch einen anderen Griff oder durch Änderung der Tastenzuweisung lässt sich dieses Verhalten vermeiden. Genügend Spielraum ist dank der vielen Knöpfe, mit deren Anzahl die G502 Lightspeed im oberen Mittelfeld liegt, vorhanden. Das Eingabegerät eignet sich somit auch für MMORPGs oder MOBAs, in denen Spieler durch zahlreiche Makrotasten profitieren können.

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