Synology DS420j im Test: Für Neukunden ein fehler­freies NAS-Einstiegsmodell

Frank Hüber 137 Kommentare
Synology DS420j im Test: Für Neukunden ein fehler­freies NAS-Einstiegsmodell

tl;dr: Mit der Synology DS420j wird das 4-Bay-Einstiegsmodell aufgefrischt. Ein neues SoC beschleunigt die Dateiübertragung. Fehlerfrei, wenn auch zu laut fürs Wohnzimmer, liefert das DS420j für Neukunden ab. Stammkunden müssen sich jedoch keine Gedanken über einen Umstieg machen. Dafür fehlt es erneut an Neuerungen.

Synologys Einstiegs-NAS mit vier Einschüben

Mit der DS420j bringt Synology heute den Nachfolger der DS418j aus dem Jahr 2017 auf den Markt. Die Neuheit setzt auf vier 3,5-Zoll-Festplatteneinschübe und soll Privatkunden ansprechen, die mehr Flexibilität bei der Speicherverwaltung benötigen als bei einem 2-Bay-NAS. Neben JBOD, RAID 1 und RAID 0 unterstützt die DS420j auch RAID 5, RAID 6 und RAID 10.

Im Vergleich zur DS418j verspricht Synology eine verbesserte Schreibleistung. Denn die Datenübertragung soll nun bis zu 112 MB/s beim Lesen und Schreiben betragen – und das verschlüsselt –, während die DS418j diese 112 MB/s nur beim Lesen erreicht, beim Schreiben jedoch nur auf bis zu 87 MB/s kommt.

Die unverbindliche Preisempfehlung der DS420j liegt bei rund 310 Euro.

Technische Details

Neues, altes ARM-SoC

Beim SoC setzt Synology auf den Realtek RTD1296, der kein Neuling ist, aber mit ARM v8 auf eine neuere Architektur setzt als der Realtek RTD1293 mit ARM v7 aus der DS418j. Dieses SoC setzt Synology selbst beispielsweise in der DS418, der DS218 (Test) und der DS218play (Test) ein, der Konkurrent QNAP zum Beispiel in der TS-328 (Test).

Der RTD1296 verfügt zudem über vier anstelle von zwei Kernen, die der RTD1293 bietet. Die Taktfrequenz ist mit 1,4 GHz identisch. Die Rohleistung des SoC hat sich im Vergleich zur DS418j somit erhöht, auch wenn der Chip selbst bereits über zwei Jahre auf dem Markt ist.

Weitere Änderungen im Vergleich zur DS418j bietet die DS420j nicht. Das Gehäuse und alle Anschlüsse sind unverändert von dem Vorgänger aus dem Jahr 2017 übernommen worden. Somit verbleibt auch der Arbeitsspeicher bei 1.024 Megabyte, wobei nun DDR4 zum Einsatz kommt.

Im Vergleich zur DS418 bietet die DS420j auf technischer Seite somit einen halbierten Arbeitsspeicher und nur einen LAN-Anschluss, denn die DS418 hat ebenso wie beispielsweise QNAPs TS-328 bereits zwei. Auch der Lüfter der DS418 fällt in ihrem Gehäuse größer aus, er misst 92 × 92 statt 80 × 80 mm.

Synology DS420j
Synology DS418j
Synology DS418
QNAP TS-328 (2 GB)
SoC: Realtek RTD1296
ARMv8
1,40 GHz, 4 Kern(e), 4 Thread(s)
Realtek RTD1293
ARMv7
1,40 GHz, 2 Kern(e), 2 Thread(s)
Realtek RTD1296
ARMv7
1,40 GHz, 4 Kern(e), 4 Thread(s)
Realtek RTD1296
ARMv8
1,40 GHz, 4 Kern(e), 4 Thread(s)
RAM: 1.024 MB 2.048 MB
Festplatteneinschübe: 4 3
S-ATA-Standard: I/II/III
HDD-Format: 2,5" & 3,5"
RAID-Level: Einzellaufwerk, JBOD, RAID 0, RAID 1
RAID 5, RAID 5 + Hot Spare, RAID 6, RAID 10
Einzellaufwerk, JBOD, RAID 0, RAID 1
RAID 5
I/O-Ports: 1 × LAN
2 × USB 3.0
2 × LAN
2 × USB 3.0
2 × LAN
1 × USB 2.0, 2 × USB 3.0
Audio-Ausgang
Wake on LAN: Ja
Verschlüsselung: AES-256 (ordner- und laufwerksbasiert)
Lüfter: 2 × 80 × 80 × 25 mm
(nicht entkoppelt)
2 × 92 × 92 × 25 mm 1 × 92 × 92 × 25 mm
(nicht entkoppelt)
Netzteil: 90 Watt (extern) 60 Watt (extern)
Maße (H×B×T): 184,0 × 168,0 × 230,0 mm 166,0 × 199,0 × 223,0 mm 142,0 × 150,0 × 260,1 mm
Leergewicht: 2,21 kg 2,28 kg 1,64 kg
Preis: 310 € ab 289 € ab 394 € ab 225 €

Intern nur mit ext4, kein btrfs

Synology unterstützt bei der DS420j als internes Dateisystem lediglich ext4. btrfs wird somit nicht geboten, das Synology inzwischen bei vielen NAS-Systemen einsetzt, um eine zusätzliche Datenintegrität zu bieten. Durch btrfs kann die Datensicherheit erhöht werden, indem die gespeicherten Daten mittels Prüfsummen bei jedem Leseprozess auf ihre Integrität geprüft werden, wodurch Datenkorruption verhindert wird. Darüber hinaus ermöglicht btrfs die Erstellung von Snapshots, so dass versehentlich gelöschte Daten, sofern ein passender Snapshot gespeichert wurde, wiederhergestellt werden können.

Synology DS420j
Synology DS420j

Zwei LAN-Anschlüsse bei QNAP weit verbreitet

QNAP bietet anders als etwa Synology auch bei den Einstiegsgeräten inzwischen zwei Netzwerkanschlüsse, die „Link Aggregation“ unterstützen. Sowohl die TS-328 für bis zu drei Festplatten als auch die TS-431P2 für bis zu vier Festplatten verfügen über diese Funktion. Die TS-431P2 aus dem Jahr 2017 kostet derzeit rund 270 Euro und ist somit circa 40 Euro günstiger als das neue Modell von Synology.

Synology DS420j

Bei der DS420j setzt Synology wie schon erwähnt auf das Gehäuse der DS418j. Die Vorderseite ist somit geschlossen und bietet keinen direkten Zugriff auf die Festplatteneinschübe, wie es etwa bei der DS418 der Fall ist. Neben dem Power-Knopf in der Mitte ist je eine LED für jede Festplatte, eine LED für das LAN und eine für das System verbaut, die Auskunft über etwaige Probleme geben sollen.

Das Einbauen der Festplatten erfordert somit das Öffnen des Gehäuses und das Entfernen der Metallabdeckung – die anderen Außenteile sind aus Kunststoff. Die Abdeckung wird von vier Schrauben an der Rückseite gehalten. Ist sie abgehoben, lassen sich die Laufwerkseinschübe entnehmen und die Festplatten auf diesen verschrauben, wahlweise mit 2,5 oder 3,5 Zoll. Ein kleiner Kunststoff-Pin hilft beim Halt, eine schrauben- oder werkzeuglose Montage ist aber nicht vorgesehen. Der Einbau der Festplatten ist trotz des notwendigen Öffnens des Gehäuses schnell erledigt und stellt keine große Hürde dar. Dies gilt auch für die anschließende Inbetriebnahme der DS420j, auf deren Web-Oberfläche nun für den Start des Einrichtungsassistenten über find.synology.com zugegriffen werden kann. Innerhalb weniger Minuten ist das System einsatzbereit und der DiskStation Manager (DSM) 6.2 kann zur Einrichtung der Laufwerke und weiterer Dienste genutzt werden. Im Test diente hierfür die DSM-Version 6.2.2-24922 Update 4. Die Bedienung des DSM geht wie gewohnt intuitiv von der Hand und ist auch für Neulinge leicht verständlich. Im Laufe des Jahres wird DSM 6 (Bericht) allerdings von DSM 7 abgelöst, das einige Änderungen bringt.

An der Rückseite befinden sich auch die Anschlüsse des NAS. Neben dem Stromstecker für das externe 90-Watt-Netzteil sind dies zwei USB-3.0-Schnittstellen und der Gigabit-LAN-Anschluss. Über den beiden Auslässen für die 80-mm-Lüfter ist zudem ein Kensington-Lock verbaut. Weitere Schnittstellen bietet die DS420j nicht.

Synology DS420j
Synology DS420j
Synology DS420j
Synology DS420j

Die Lüfter der DS420j können problemlos selbst ausgewechselt werden. Durch das Öffnen der Klappe an der Rückseite werden sowohl die Lüfter als auch ihre 3-Pin-Steckverbindungen zugänglich.

Kein RAM-Upgrade möglich

Wie schon in der Vergangenheit kann die DS420j zwar vollständig auseinandergenommen werden, wofür eine Vielzahl an Schrauben gelöst werden muss, einen Nutzen hat man davon aber nicht. Der Arbeitsspeicher ist fest auf der Platine verlötet, ein Upgrade somit ausgeschlossen.

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