Synology DS220+ im Test: Dual-LAN, neues SoC und nur 1,8 Watt Minimalverbrauch

Frank Hüber 93 Kommentare
Synology DS220+ im Test: Dual-LAN, neues SoC und nur 1,8 Watt Minimalverbrauch

tl;dr: Die Synology DS220+ nutzt Intels Celeron J4025 und bietet im Gegensatz zur DS218+ eine zweite Netzwerkschnittstelle. Die Leistungsaufnahme von nur 1,8 Watt im Ruhezustand der Festplatten setzt neue Bestmarken. Die Kombination aus Hard- und Software macht sie für ambitionierte Privatanwender zu einer sehr guten Wahl.

Die Synology DS220+ ist nach DS720+ (Test), DS420+ (Test) und DS920+ (Test) schon das vierte neue NAS-System der Plus-Serie des Herstellers innerhalb weniger Wochen. Somit erhält auch die DS218+ als kleinstes NAS der Plus-Serie einen Nachfolger. Anders als die drei neuen NAS der Plus-Serie verzichtet die DS220+ als einziges Modell auf M.2-Steckplätze für einen NVMe-SSD-Cache. Im Vergleich zur DS218+ (Test) haben sich die Anschlüsse und der Prozessor verändert.

Die unverbindliche Preisempfehlung der DS220+ liegt bei 330 Euro, die besser ausgestattete DS720+ kostet zum Vergleich derzeit rund 425 Euro. Die DS218+ ist noch für rund 315 Euro verfügbar. Auch im Handel ist die DS220+ bereits gelistet.

Technische Details der Synology D220+

Neuer Celeron J4025 mit zwei Kernen

Auch die DS220+ setzt auf einen Intel Celeron J4025, der schon in der neuen DS420+ zum Einsatz kommt und der Gemini-Lake-Refresh-Serie entspringt. In der DS218+ verrichtet noch der 2016 erschienene Intel Celeron J3355 aus der Apollo-Lake-Generation seinen Dienst. Er bietet zwei Kerne und zwei Threads bei einem Basistakt von 2,0 GHz und einem Turbo bis zu 2,5 GHz. Bei 2 MB Cache weist er eine TDP von 10 Watt auf. Der Intel Celeron J4025 setzt ebenfalls auf zwei Kerne, zwei Threads und 2,0 GHz Basistakt, kann im Turbo aber mit bis zu 2,9 GHz takten und bietet 4 MB Cache. Die TDP ist mit 10 Watt identisch. Gleiches gilt für die Fertigungsstruktur, die immer noch bei 14 nm verweilt.

2 GB RAM, Upgrade über die Vorderseite

Unverändert übernommen hat Synology die 2 GB Arbeitsspeicher der DS218+, wobei nun DDR4-SODIMM zum Einsatz kommt. Die DS220+ verfügt über einen zusätzlichen, für den Käufer über die Vorderseite zugänglichen SODIMM-Steckplatz, so dass die integrierten 2 GB RAM mit einem weiteren 4-GB-Modul auf insgesamt 6 GB aufgestockt werden können. Die ab Werk verbauten 2 GB RAM sind verlötet und können somit nicht ausgetauscht werden.

Synology DS220+
Synology DS220+
Synology DS220+
Synology DS220+

Zwei Mal 1-Gigabit-LAN und USB 3.0

Die Anschlüsse der DS220+ unterscheiden sich von denen der DS218+. Bietet die DS218+ einen LAN-Anschluss, drei USB-3.0-Ports und einen eSATA-Anschluss, setzt die DS220+ nun wie die anderen neuen NAS-Modelle auf zwei Gigabit-LAN-Ports mit Link Aggregation und zwei USB-3.0-Schnittstellen. Auf den eSATA-Anschluss wird verzichtet. Die Anschlüsse gleichen somit denen der DS420+, die der DS220+ ohnehin sehr ähnlich ist, jedoch vier statt zwei Festplatteneinschübe bietet.

Allerdings bietet die DS220+ wieder die Kopiertaste für den USB-Port an der Vorderseite, über die per Knopfdruck ein eingestellter Kopiervorgang mit dem externen Medium gestartet werden kann. Der andere USB-Anschluss befindet sich an der Rückseite des NAS.

Synology DS220+
Synology DS220+
Synology DS220+
Synology DS220+

Auch die DS220+ verweilt somit aber bei 1-Gigabit-LAN-Schnittstellen und verzichtet auf 2,5, 5 oder gar 10 Gigabit. Dass dies im Zusammenspiel mit einem schnellen Prozessor wie dem Celeron J4025 durchaus positive Auswirkungen haben kann, hat zuletzt die QNAP TS-253D (Test) gezeigt.

Synology DS220+ Synology DS218+ Synology DS720+ Synology DS420+ Synology DS920+
SoC: Intel Celeron J4025
x86
2,00 GHz, 2 Kern(e), 2 Thread(s)
Intel Celeron J3355
x86
2,00 GHz, 2 Kern(e), 2 Thread(s)
Intel Celeron J4125
x86
2,00 GHz, 4 Kern(e), 4 Thread(s)
Intel Celeron J4025
x86
2,00 GHz, 2 Kern(e), 2 Thread(s)
Intel Celeron J4125
x86
2,00 GHz, 4 Kern(e), 4 Thread(s)
RAM: 2.048 MB 4.096 MB
Festplatteneinschübe: 2 4
S-ATA-Standard: I/II/III
HDD-Format: 2,5" & 3,5"
RAID-Level: Einzellaufwerk, JBOD, RAID 0, RAID 1 Einzellaufwerk, JBOD, RAID 0, RAID 1
RAID 5, RAID 5 + Hot Spare, RAID 6, RAID 10
M.2-Ports für SSD-Cache: 2
I/O-Ports: 2 × LAN
2 × USB 3.0
1 × LAN
3 × USB 3.0, 1 × eSATA
2 × LAN
2 × USB 3.0, 1 × eSATA
2 × LAN
2 × USB 3.0
2 × LAN
2 × USB 3.0, 1 × eSATA
Wake on LAN: Ja
Verschlüsselung: AES-256 (ordner- und laufwerksbasiert)
Lüfter: 1 × 92 × 92 × 25 mm 1 × 92 × 92 × 25 mm
(nicht entkoppelt)
2 × 92 × 92 × 25 mm
Netzteil: 60 Watt (extern) 65 Watt (extern) 90 Watt (extern) 100 Watt (extern)
Maße (H×B×T): 165,0 × 108,0 × 232,2 mm 166,0 × 106,0 × 223,0 mm 166,0 × 199,0 × 223,0 mm
Leergewicht: 1,30 kg 1,51 kg 2,18 kg 2,24 kg
Preis: ab 325 € ab 299 € 458,20 € 517,70 € ab 539 €

Das Gehäuse der DS220+ stammt von der DS218+

Abseits einer veränderten Rückseite aufgrund der veränderten Anschlüsse und einer zusätzlichen Status-LED für den zweiten LAN-Anschluss hat die DS220+ das Gehäuse der DS218+ übernommen. Die beiden Festplatteneinbaurahmen sind hinter einer mit Gummipuffern aufgesetzten Abdeckung verborgen, die die Festplattengeräusche stärker unterdrückt als etwa bei der DS720+. Die Festplattenrahmen erlauben auch bei der DS220+ ein schrauben- und werkzeugloses Einsetzen der 3,5-Zoll-Festplatten. 2,5-Zoll-Laufwerke müssen hingegen mit Schrauben auf den Rahmen befestigt werden.

Für die Kühlung des gesamten Systems inklusive Prozessor und Laufwerken ist ein rückseitig montierter 92-mm-Lüfter verantwortlich. Der Intel Celeron J4025 wird intern nur mit einem passiven Kühlkörper gekühlt.

Neben der Kopiertaste, dem Ein-/Ausschalter und einem USB-Anschluss befinden sich an der Vorderseite die Status-LEDs des Systems, die für das System, die LAN-Anschlüsse und beide Festplatten einzeln ausgelegt sind.

ext4 und btrfs als Dateisysteme

Auch die DS220+ unterstützt das btrfs-Dateisystem zusätzlich zum ext4-Dateisystem. Der Nutzer hat bei der Einrichtung des Systems erneut die Wahl, welches Dateisystem er für die internen Festplatten einsetzen möchte. btrfs ist ein Copy-On-Write-Dateisystem mit implementierter Integritätsprüfung, die die Datensicherheit erhöht und Datenkorruption verhindert. Zudem können versehentlich gelöschte Dateien über Snapshots wiederhergestellt werden, wenn dies aktiviert ist. Die internen Festplatten können, sofern zwei eingesetzt werden, als RAID 0, RAID 1 oder JBOD konfiguriert werden.

Das Betriebssystem: Synology DiskStation Manager 6

Auf der DS220+ kommt der DiskStation Manager 6 zum Einsatz, der eine einfache Inbetriebnahme ermöglicht und zahlreiche, gut strukturierte Einstellungsmöglichkeiten bietet. Aufgrund des enormen Funktionsumfangs sind einige Funktionen inzwischen in separate Apps ausgelagert und können und müssen deshalb nur bei Bedarf vom Nutzer installiert werden. Bei den zur Verfügung stehenden und unterstützten Apps ist der Anwender mit DS220+ und x86-Architektur auf der sicheren Seite und kann alle Anwendungen installieren. Im Test sorgte DSM 6 für einen gewohnt stabilen Betrieb des NAS ohne Probleme.

Die DS220+ ist innerhalb weniger Minuten einsatzbereit. Sowohl das Einsetzen der Festplatten als auch die komplette Erstkonfiguration des NAS inklusive des Anlegens eines Speicherpools, Volumes und erster Freigabeordner ist für geübte Nutzer in rund zehn Minuten abgeschlossen. Wer zum ersten Mal mit einem Synology-NAS in Berührung kommt, dem steht ein Einrichtungsassistent zur Seite, der Hinweise gibt und durch die ersten Schritte führt.

Der bereits angekündigte DiskStation Manager 7 hat sich verschoben. Wann er für die DS220+ zur Verfügung stehen wird, ist noch nicht bekannt. Sicher ist jedoch, dass die DS220+ bei Verfügbarkeit problemlos auf die neue Betriebssystemversion aktualisiert werden kann.

2 GB RAM sorgen für eingeschränkte Virtualisierung

Zu beachten ist bei der DS220+ wie auch schon bei der DS420+, dass die ab Werk installierten 2 GB RAM dafür sorgen, dass die Virtualisierungsfunktionen im Virtual Machine Manager des DSM nicht genutzt werden können , da hierfür mindestens 4 GB RAM notwendig sind. Um das NAS auch für die Virtualisierung anderer Betriebssysteme einzusetzen, muss deshalb zunächst ein RAM-Upgrade vorgenommen werden.

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