Im Test vor 15 Jahren: Die GeForce 7800 GS hauchte AGP noch einmal Leben ein

Robert McHardy
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Im Test vor 15 Jahren: Die GeForce 7800 GS hauchte AGP noch einmal Leben ein

Im Februar 2006 gab es zwar reichlich Mainboards, die High-End-Prozessoren wie den Athlon FX-60 aufnehmen konnten, für ihren auslaufenden AGP-Steckplatz gab es aber quasi keine High-End-GPUs mehr. Mit der GeForce 7800 GS (Test) stellte Nvidia ein letztes Mal eine schnelle AGP-Grafikkarte vor.

Eine beschnittene G70-GPU für AGP

Die GeForce 7800 GS setzte auf Nvidias G70-GPU, im Vergleich zum Vollausbau war diese aber um acht Pixel-Pipelines beschnitten worden. Damit ordnete sich die GeForce 7800 GS unter der GeForce 7800 GT ein, die über vier zusätzliche Pixel-Pipelines verfügte. Außerdem hatte Nvidia die Anzahl der ROPs auf acht halbiert und den GPU-Takt im Vergleich von 400 auf 375 MHz reduziert.

Der Speicher wurde hingegen wie bei der teureren GeForce 7800 GTX (Im Test vor 15 Jahren) mit 600 MHz betrieben, weswegen ihre Speicherbandbreite 20 Prozent höher als die der GeForce 7800 GT war. Die Unterstützung für AGP selbst wurde über einen HSI-Brückenchip realisiert, die GPU selber verstand nur noch PCIe.

GeForce 6800 Ultra GeForce 7800 GS GeForce 7800 GT Radeon X850 XT PE
Chip NV45 NV40 G70 + HSI-Bridge G70 R480
Transistoren 222 Mio. 303 Mio. ca. 160 Mio.
Fertigung 13 nm 110 nm 130 nm
Chiptakt 400 MHz 375 MHz 400 MHz 540 MHz
Pixel-Pipelines 16 20 16
Shader-Einheiten
pro Pipeline (MADD)
1 2 1
ROPs 16 8 16
Pixelfüllrate 6..400 MPix/s 3.000 MPix/s 6.400 MPix/s 8.640 MPix/s
TMUs je Pixel-Pipeline 1
Texelfüllrate 6..400 MTex/s 6.000 MTex/s 8.000 MTex/s 8.640 MTex/s
Vertex-Shader 6 7 6
Dreiecksdurchsatz 600 MV/s 562,5 MV/s 700 MV/s 810 MV/s
Pixel-Shader PS 3.0 PS 2.b
Vertex-Shader VS 3.0 VS 2.0
Speichermenge 256/512 MByte GDDR3 256 MByte GDDR3
Speichertakt 550 MHz 600 MHz 500 MHz 590 MHz
Speicherinterface 256 Bit
Speicherbandbreite 35.200 MByte/s 38.400 MByte/s 32.000 MByte/s 37.760 MByte/s
Interface PCIe AGP PCIe
SLI/CF-Unterstützung Ja Nein Ja

Im Vergleich zu der GeForce 7800 GT hatte sich das Layout auf dem PCB deutlich verändert. So rückte die GPU ein Stück nach rechts, da der HSI-Brückenchip den Platz in der unmittelbaren Nähe des Steckplatzes belegte. Zudem verfügte die GS über einen vierpoligen Stromanschluss, da AGP keine Energiezufuhr über den Steckplatz ermöglichte.

Schneller als die GeForce 6800 Ultra

Die GeForce 7800 GS war mit ihrer beschnittenen GPU nicht als Konkurrenz zu den schnellen PCI-Express-Modellen geplant worden. Vielmehr war sie als Ablösung der GeForce 6800 (GT/Ultra) gedacht, die es auf Basis von NV40 noch für AGP gegeben hatte, bevor mit NV41, NV43 und NV45 der Umstieg auf PCIe in der Serie kam. Abhängig von den Einstellungen gelang ihr das mehr oder weniger gut. Ohne zugeschaltetes Anti-Aliasing konnte die GeForce 7800 GS etwa die gleiche Leistung erzielen. Mit aktivierter Kantenglättung und anisotroper Filterung lag der Leistungsgewinn im Mittel zwischen 16 und 17 Prozent. Für die GeForce 7800 GT fehlten weitere 16 Prozent, aber an die Radeon X850 XT PE kam die GeForce 7800 GS bis auf wenige Prozent heran.

In den B-Noten konnte die GeForce 7800 GS glänzen: niedrige Energieaufnahme, geringe Lautstärke, niedrige Temperaturen und ausgezeichnete Übertaktbarkeit standen ihr gut. Mit 36 Prozent höherem GPU- und 20 Prozent höherem Speichertakt konnte die GS ihre Leistung in Spielen um weitere 28 Prozent steigern. Das zeigte auch, dass der AGP-Steckplatz zumindest bei der GS nicht der limitierende Faktor war.

Wer im Februar 2006 eine schnelle AGP-Grafikkarte mit modernen Features suchte, konnte kein besseres Modell als die GeForce 7800 GS finden. Das einzige Manko war der relativ hohe Preis von etwa 300 bis 350 Euro. Für das gleiche Geld konnten Kunden bereits eine schnellere GeForce 7800 GT erhalten, dann aber eben nur für PCI Express.

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