Razer Viper 8KHz im Test: 8.000 Hz sind die neue Shooter-Referenz

Fabian Vecellio del Monego
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Razer Viper 8KHz im Test: 8.000 Hz sind die neue Shooter-Referenz

Erstmals bietet eine Gaming-Maus eine native Polling-Rate von 8.000 Hz und damit einhergehend tatsächlich spürbare Vorteile bei der Sensorik, sofern ein High-End-Setup zur Verfügung steht. Eine Empfehlung verdient die Viper 8KHz jedoch nicht deswegen, sondern weil sie auch mit 1.000 Hz eine erstklassige Shooter-Maus ist.

Nahezu sämtliche Gaming-Mäuse der letzten Jahre haben eine Gemeinsamkeit: Rund 1.000 Mal pro Sekunde werden Daten vom Eingabegerät zum Rechner gesendet, folglich beträgt die USB-Abfragerate 1.000 Hz. Und während sich die verschiedenen Hersteller ein kontinuierliches Wettrennen um die höchste Sensorempfindlichkeit leisteten – derzeit liegt das Limit bei nativen 25.400 cpi –, hat sich bei der Polling-Rate wenig getan. Vereinzelt warben Anbieter zwar mit 2.000 oder 3.000 Hz, doch im Endeffekt handelte es sich nur um mehrere zusammengeflickte 1.000-Hz-Verbindungen, was diverse Probleme implizierte.

Nun prescht Razer jedoch mit einer ersten Maus voran, die USB-Abfrageraten von 8.000 Hz unterstützt – und zwar nativ. Die grundsätzliche Konzeption der Viper 8KHz ist dabei schon seit langem bekannt: Im Sommer 2019 veröffentliche der Hersteller die kabelgebundene Viper (Test), bevor im Herbst die kabellose Version Viper Ultimate (Test) folgte. Beiden Mäusen ist gemein, dass Razer über die Monate hinweg Verbesserungen an den Schaltern umgesetzt hat, sodass die Eingabegeräte auch 2021 im Rennen um die beste Shooter-Maus vorne mit dabei sind. Da es sich bei der Viper 8KHz nun um eine Art von verbessertem Hybriden beider genannten Vipern handelt, wird sich dieser Test in erster Linie mit dem einzigen neuen Feature beschäftigen: der Technik, der Anwendung und dem Sinn einer USB-Abfragerate von 8.000 Hz.

Razer Viper Mini
Razer Viper
Razer Viper 8KHz
Razer Viper Ultimate
Ergonomie: Symmetrisch (Rechtshändig) Symmetrisch (Beidhändig)
Sensor: PixArt PMW-3359
Optisch
PixArt PMW-3389
Optisch
PixArt PMW-3399
Optisch
Lift-Off-Distance: 1,0 – 3,0 mm
Auflösung: 100 – 8.500 cpi
5 Stufen
100 – 16.000 cpi
5 Stufen
100 – 20.000 cpi
5 Stufen
Geschwindigkeit: 7,6 m/s 11,4 m/s 16,5 m/s
Beschleunigung: 343 m/s² 490 m/s²
USB-Abfragerate: 1.000 Hz 8.000 Hz 1.000 Hz
Primärtaster: Razer Optical, 50 mio. Klicks Razer Optical, 70 mio. Klicks
Anzahl Tasten: 6
Oberseite: 4
Linksseitig: 2
8
Oberseite: 3 Unterseite: 1
Linksseitig: 2 Rechtsseitig: 2
Sondertasten: Mausrad
cpi-Umschalter
Software: 5 Profile
vollständig programmierbar, Sekundärbelegung
Makroaufnahme
Interner Speicher: 1 Profil
5 Profile
vollständig programmierbar, Sekundärbelegung
Makroaufnahme
Interner Speicher: 5 Profile
Beleuchtung: Farbe: RGB, 2 adressierbare Zonen
Modi: Atmend, Wellen, Farbschleife
Reaktiv, Spiele-Integration
Farbe: RGB, 1 adressierbare Zone
Modi: Atmend, Wellen, Farbschleife
Reaktiv, Spiele-Integration
cpi-Indikator
Farbe: RGB, 1 adressierbare Zone
Modi: Atmend, Wellen, Farbschleife
Reaktiv, Spiele-Integration
Profil-Indikator
Gehäuse: 118 × 54 × 38 mm
Hartplastik, Beschichtung
Glanzelemente
127 × 67 × 38 mm
Hartplastik, Beschichtung
Glanzelemente, Gummielemente
Gewicht: 61 Gramm (o. Kabel) 69 Gramm (o. Kabel) 71 Gramm (o. Kabel)
74 Gramm (o. Kabel)
Variante
76 Gramm (o. Kabel)
Anschluss: USB-A-Kabel, 2,10 m, umwickelt USB-A-Kabel, 1,80 m, umwickelt USB-A auf Micro-USB-Kabel, 1,80 m, umwickelt
Funk: 2,4 GHz
proprietärer Akku, 70 Stdn. Laufzeit
Laden: Kabel, Ladestation
Preis: ab 46 € ab 60 € ab 90 € ab 125 € / 180 €

Preislich liegt die Viper 8KHz derweil ebenso zwischen klassischer kabelgebundener Viper und Viper Ultimate – aber nur, weil beide bereits deutlich unterhalb ihrer unverbindlichen Preisempfehlung zu erstehen sind. Denn theoretisch verlangt Razer für die neue Viper genauso viel wie für die alte: 90 Euro. Es ist folglich davon auszugehen, dass die Viper 8KHz über kurz oder lang den Platz der klassischen Viper einnehmen und diese vollends vom Markt verdrängen wird – bis dahin hat Razer aber gleich vier technisch unterschiedliche Varianten der Shooter-Maus im Angebot.

8.000 Hz: Was soll das?

Zunächst stellt sich jedoch einleitend die Frage, welchen Sinn 8.000 Hz überhaupt ergeben können. Ist das spürbar? Hat das einen Nutzen? Kurzum: Ja, unter den richtigen Umständen durchaus. Grundlegend ist bei der Beantwortung all dessen aber zunächst einmal die Frage, welche Mauslatenz denn in der Theorie optimal wäre. Und hier fällt eine Antwort recht einfach: Selbstredend wäre gar keine Verzögerung wünschenswert. Das ist aber ebenso selbstredend nicht möglich. Es gilt folglich, dass die minimal mögliche Latenz optimal ist. Und eben jene lag bezogen auf die USB-Abfragerate über lange Zeit bei einer Millisekunde – offensichtlich, denn bei 1.000 Abtastungen pro Sekunde dauert es im Schnitt rund eine Millisekunde, bis der Rechner nach Erhalt eines Datenpakets wieder frische Informationen erhält.

Daraus abzuleiten, dass Gaming-Mäuse mit 1.000 Hz pauschal eine Verzögerung von einer Millisekunde bieten, ist aber leider unzutreffend: Zu der rein mathematisch bedingten Latenz der Frequenz addiert sich noch die Zeit, die für die interne Datenerhebung und -verarbeitung in der Maus beansprucht wird. Sowohl Schalter als auch Sensor besitzen eine eigene Latenz, zu der dann die für die Datenverarbeitung und das Schnüren einzelner Datenpakete beanspruchte Zeit hinzugerechnet werden muss. Doch der Reihe nach – und zunächst zurück zur Theorie.

Der Sinn der Latenzreduktion

Wieso ist eine geringe Verzögerung denn nun überhaupt wichtig? Aus zwei Gründen: Einerseits, weil eine geringere Eingabelatenz schnellere Reaktionen auf Gesehenes zulässt und Spieler somit tatsächlich einen Wettbewerbsvorteil haben können. Andererseits, weil sich eine direktere visuelle Umsetzung der eigenen Aktionen auf dem Bildschirm natürlicher und besser anfühlt. Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass es gar nicht notwendig ist, eine Verbesserung der eigenen Leistung in Spielen messen zu müssen, um von einer geringeren Latenz profitieren zu können: Wenn sich das Spielen schlichtweg besser anfühlt, ist das bereits Rechtfertigung genug.

Und eben letztgenannter Grund wird in den allermeisten Fällen greifbarer sein als ein tatsächlicher Wettbewerbsvorteil. Es bietet sich die Analogie zu Bildschirmen mit hoher Bildwiederholrate an: Die meisten Besitzer eines 144-Hz-Monitors werden diesen in erster Linie nicht verwenden, weil sie davon überzeugt sind, dass sie aufgrund der flüssigeren Darstellung in Shootern besser zielen können – was im Übrigen durchaus sein kann –, sondern, weil das Spielen mit flüssigerer Darstellung schlicht und ergreifend mehr Spaß macht.

Höhere Frequenzen als logische Evolution

Und nachdem zu besagten 144-Hz-Displays in den letzten Jahren 240- oder gar 360-Hz-Bildschirme hinzugekommen sind, dürfte es eigentlich nicht überraschen, dass nach den Ausgabegeräten nun auch Verbesserungen bei den Eingabegeräten angestrebt werden – zumal in eben diesem Bereich seit Jahren Stillstand herschte, seit die Maus-Abfrageraten von 125 über 250 und 500 auf 1.000 Hz angehoben wurden. Eben jene Reduktion um den Faktor 8 bieten 8.000 Hz nun erneut, womit die theoretische Latenz auf gerade einmal 0,125 Millisekunden – also 125 Mikrosekunden – fällt.

Dass einzelne, isolierte Messpunkte mit Unterschieden unterhalb einer Millisekunde im Rahmen menschlicher Wahrnehmung keine Rolle mehr spielen, wenn allein die Reaktionszeit eines jungen Spielers bereits in den dreistelligen Millisekundenbereich reichen kann, ist dabei gleichsam selbstverständlich wie auch unerheblich: Bei einer Mauszeigerbewegung liegen niemals einzelne Messpunkte vor, sondern stets eine ganze Reihe zusammenhängender Eingaben und entsprechender Ausgaben auf dem Bildschirm. Und so, wie es technikaffine Leser nicht wundern sollte, dass beispielsweise bei den Frametimes eines Videospiels bereits Differenzen im untersten Millisekundenbereich einen spürbaren Unterschied machen können – obgleich sie prozentual deutlich geringer ins Gewicht fallen –, sollte es auch nicht verwundern, dass eine um wenigste Millisekunden direktere Mauszeigerbewegung durchaus spürbar sein kann.

Systemanforderungen für eine Maus

Und apropos Frametimes: Je höher die erreichten FPS eine Spiels und je höher die gebotene Bildwiederholrate des Bildschirms, desto spürbarer werden Unterschiede bei der Eingabeverzögerung. Razer selbst empfiehlt Testern der Viper 8KHz damit einhergehend, mindestens über ein 144-Hz-Display und eine AMD Radeon RX 5700 respektive eine Nvidia GeForce GTX 1080 als Grafikkarte zu verfügen. Bereits an dieser Stelle lässt sich ableiten, dass der Sprung von 1.000 auf 8.000 Hz keinen greifbaren Mehrwert hat, wenn auf einem 60-Hz-Display und mit vertikaler Synchronisation gespielt wird. Zu hoch ist in diesem Fall die Ausgabelatenz.

Im Idealfall sind die FPS und die Bildwiederholrate des Bildschirms so hoch, dass durchweg Frametimes im unteren einstelligen Millisekundenbereich anliegen und unsynchronisiert – sprich ohne Wartezeit – an den Monitor weitergegeben werden können, also beispielsweise 200 FPS an ein 240-Hz-Display. Dass solch hohe Bildwiederholraten zwangsläufig einen starken Prozessor bedingen, kommt dabei gelegen: Die Verarbeitung von 8.000 statt 1.000 Mauszeigerbewegungen pro Sekunde verlangt der CPU einiges an Rechenleistung ab. Razer empfiehlt mindestens einen AMD Ryzen R5 3600 respektive einen Intel Core i5-8600K. Auf ersterem beansprucht die Viper 8KHz allein bereits bis zu 40 Prozent eines Threads, sofern sie durchgängig schnell bewegt wird.

Die Viper 8KHz im kurzen Überblick

Nun aber zur Praxis, die derzeit lediglich anhand Razers Viper 8KHz erprobt werden kann – bislang ist das Eingabegerät die einzige im freien Handel verfügbare Gaming-Maus, die nativ höhere USB-Abfrageraten als 1.000 Hz bietet. Möglich wird das durch den Wechsel von USB 1.0 im Full-Speed-Betrieb zu USB 2.0 im Hi-Speed-Betrieb. Somit steigt in erster Linie die maximale Datenrate von 1 auf 40 Megabyte pro Sekunde. Aber wichtiger ist in diesem Kontext die Erhöhung des Abfrageintervalls von 1.000 auf 8.000 Hz. Und eben diese maximal möglichen 8.000 Hz liefern auch die Basis für die neue Viper.

Gespeist wird die hohe Frequenz durch einen im Vergleich zu herkömmlichen Gaming-Mäusen deutlich leistungsfähigeren Microcontroller im Inneren des Eingabegerätes. Der nach wie vor exklusiv von Razer genutzte und von PixArt produzierte PMW-3399 sowie die optomechanischen Primärtaster leisten einer minimalen Latenz weiter Vorschub. Im Fall des Sensors geschieht das durch eine sehr hohe Framerate, die 8.000 Abfragen pro Sekunde erst wirklich sinnvoll werden lässt, sowie eine Synchronisierung eben dieser Framerate mit der internen Datenverarbeitung und der USB-Abfragerate – alle Vorgänge sind zur Reduktion der Latenz aufeinander abgestimmt, sodass möglichst nirgends Leerlauf entsteht. Und bei den optomechanischen Tastern liegt die Zeitersparnis auf der Hand: Eine Lichtschranke kann schneller ein eindeutiges Signal geben als ein potentiell federnder Metallkontakt. Die potentiell höhere Haltbarkeit der Optical Switches gibt es als Dreingabe.

Im Inneren der Viper 8KHz findet sich also im Grunde genommen die Technik einer Viper Ultimate mitsamt ihrem potenten internen Speicher für fünf Profile inklusive Makro-Sekundärbelegung. Äußerlich gleicht die Maus jedoch eher der klassischen kabelgebundenen Viper, was funktional aber keinen Unterschied macht. Das Gehäuse bietet in unveränderter beidhändig symmetrischer Form sowohl links- als auch rechtsseitig zwei Zusatztasten und gummierte Flanken, während das eigentliche Chassis über eine recht raue, matte Hartplastik-Oberfläche verfügt. Auf der Unterseite finden sich die von aktuellen Razer-Mäusen bekannten weißen PTFE-Gleitfüße, während auch das Kabel abermals flexibel ausfällt, wenngleich es aufgrund einer besseren Abschirmung ein wenig dicker und dementsprechend starrer wurde.

Die Gleiteigenschaften mindert das im Vergleich zu anderen Razer-Mäusen geringfügig mehr. Die PTFE-Gleitfüße machen den Unterschied aber wett, sodass die Viper 8KHz trotz kräftigeren Kabels geschmeidiger gleitet als die alte kabelgebundene Version. Die um 2 g gestiegene Masse fällt nicht ins Gewicht. Kurzum: Razers Viper bietet die ideale Basis für Experimente mit höherer USB-Abfragerate, weil bei der bestehenden Hardware nach rund eineinhalb Jahren der Optimierung nahezu keine Wünsche mehr offenbleiben. Einer kabellosen 8.000-Hz-Maus erteilt Razer derweil eine Absage: Gegenüber ComputerBase gab der Hersteller zu verstehen, dass ein entsprechend geschwinder Datentransfer auch per 2,4-GHz-Funk nicht umsetzbar sei. Das dickere Kabel ist also (derzeit) unumgänglich.

Schalterlatenz unterhalb einer Milllisekunde

Doch genug von der Theorie. Wie schlägt sich die Viper 8KHz letztlich in konkreten Latenztests? Die knappe Antwort: Unerreichbar gut, keine andere derzeit verfügbare Maus bietet eine vergleichbar niedrige Verzögerung. Den nachfolgenden Messungen muss zuvor jedoch angemerkt werden, dass sie lediglich relativ und reduziert auf die Maus bezogen sind. Das heißt, es wurde in keinem Fall die tatsächliche Latenz von Mausklick zu Bildschirmausgabe gemessen – aus dem einfachen Grund, dass diese Zeit je nach Prozessor, Grafikkarte und Display variiert. Die Verzögerung, die das Rendern und der Input-Lag des Bildschirms bedingen, muss also auf die nachfolgenden Werte addiert werden, wenn die Gesamtlatenz gefragt ist.

Klick-Latenz der Primärtaster
Einheit: Millisekunden
    • Razer Viper 8KHz
      0,2
    • Razer Viper Ultimate
      1,3
    • Logitech G Pro X Superlight
      1,7
    • Razer Viper Ultimate
      2,1
      kabellos
    • Logitech G Pro X Superlight
      2,6
      kabellos
    • Endgame Gear XM1
      5,1
    • SteelSeries Sensei Ten
      5,7
    • Cooler Master MM720
      6,7
    • Corsair M65 Elite
      7,6
    • Glorious Model O-
      8,1
    • Zowie EC1
      8,2
    • Glorious Model O Wireless
      9,5
      kabellos
    • Bluetooth-Office-Maus
      26,8
      kabellos

Ausgangspunkt waren dabei mit Nvidia Reflex ermittelte Werte, wobei die Latenz anderer Mäuse im direkten Vergleich ermittelt wurde, indem bei zwei Mäusen gleichzeitg ein Klick bei linker respektive rechter Maustaste ausgelöst und die Differenz gemessen wurde. Die finalen Ergebnisse sind die auf eine Nachkommastelle gerundeten arithmetischen Mittel aller Werte der mittleren beiden Quartile der Rohdaten, sodass Ausreißer gefiltert werden.

Die Viper 8KHz setzt sich dabei wenig verwunderlich an die Spitze, belegte diesen Platz doch zuvor die Viper Ultimate im Betrieb mit Kabel. Dicht darauf folgt Logitechs derzeitiges Shooter-Flaggschiff, die G Pro X Superlight. Beeindruckend ist dabei, das die besagten beiden Nager sogar im kabellosen Betrieb eine geringere Klicklatenz bieten als sieben stellvertretend herangezogene Modelle anderer Hersteller – doch das nur am Rande. Die Latenz einer gängigen Office-Maus mit Bluetooth-Verbindung befindet sich derweil weit abgeschlagen hinter dem gesamten restlichen Testfeld.

Kein Klickvorteil durch 8.000 Hz

Die zeitliche Differenz von lediglich rund einer Millisekunde zwischen Viper 8KHz und kabelgebundener Viper ist aber zu gering, als dass im Rahmen menschlicher Wahrnehmung ein Unterschied feststellbar wäre. Auch in Relation zum kabellosen Betrieb eben jener Viper oder Logitechs G Pro X Superlight lässt sich selbst im direkten Vergleich kein Vorteil spüren. Es mag zwar sein, dass bei einem Duell im Multiplayer-Shooter der Bruchteil einer Sekunde ausschlaggebend sein kann, ein konstanter Wettbewerbsvorteil lässt sich aber schwerlich ableiten. Allein schon aus dem Grund, dass im Alltag niemals direkt auf die Schalter, sondern stets auf die Maustasten-Abdeckungen gedrückt wird – und die durch diese Mechanik induzierte Verzögerung fällt ungleich größer aus als die Differenz der Klicklatenz zwischen Viper 8KHz und G Pro X Superlight im kabellosen Betrieb.

Anders verhält es sich beim Vergleich der Viper 8KHz mit den Gaming-Mäusen vieler anderer Hersteller. Die Glorious Model O Wireless (Test) beispielsweise weist bereits eine Klicklatenz von rund 9,5 Millisekunden auf. Die Differenz zu Razers Speerspitze beträgt folglich über 9 Millisekunden – das ist in manchen Fällen gar eine größere Zeitspanne, als eine Ping-Anfrage an die Spieleserver benötigt, und kann folglich durchaus einen Wettbewerbsvorteil bieten, wenn entsprechend leistungsfähige Hardware verwendet und auf sehr hohem Niveau gespielt wird. Auch bei Betrachtung der Reaktionszeit eines Menschen wird das deutlich: Trainierte Spieler reagieren oftmals in weniger als einer Zehntelsekunde auf Bildschirmausgaben, sodass besagte 9 Millisekunden durchaus eine Verzögerung im zweistelligen Prozentbereich darstellen können – unter optimalen Rahmenbedingungen wohlgemerkt.

An bisherigen Erkenntnissen ändert sich nichts

Gleiches gilt aber in kaum abgeschwächter Form auch für den Vergleich zwischen Model O Wireless und Viper Ultimate im kabelgebundenen Betrieb – Razers bisher schnellste Maus ist bereits so viel schneller, dass eine Millisekunde kaum ins Gewicht fällt. Und besagter Glorious-Nager ist weit davon entfernt, ungeeignet für Shooter zu sein. Im Gegenteil: Im Test gab er ein überzeugendes Bild ab und bietet dem absoluten Großteil aller Spieler eine ebenbürtige Alternative. Lediglich für kompetitives Spielen auf höchstem Niveau und im E-Sport empfiehlt sich die Wahl einer Maus mit geringerer Latenz, also beispielsweise der Viper 8KHz, aber auch der Viper Ultimate oder der G Pro X Superlight. Die 8.000 Hz bieten also bezüglich der Taster keinen greifbaren Mehrwert. Doch wie sieht es bei der Sensorik aus?

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