Razer Viper 8KHz im Test: Fazit

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Fabian Vecellio del Monego
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Lange Zeit waren 1.000 Hz bei Gaming-Mäusen Standard, nun prescht Razer als erster großer Hersteller mit einer USB-Abfragerate von 8.000 Hz voran. Und das mit spürbarem Erfolg, wie die Viper 8KHz zu beweisen vermag: Eine abermals geringere Klicklatenz ist im Rahmen menschlicher Wahrnehmung zwar nicht greifbar, wohl aber eine in Relation zu gängigen Gaming-Mäusen geschmeidigere, direktere und flüssiger wirkende Sensorik – sofern die Rahmenbedingungen durch High-End-Rechner und Gaming-Monitor optimal sind. Die Zielgruppe des einzigartigen Features der neuen Shooter-Maus mit Fingertip-Grip-Passform beschränkt sich also in der Theorie auf ambitionierte E-Sportler, die durch Hardware gegebene Einschränkungen so minimal wie nur möglich halten wollen.

Die unerreicht niedrige Latenz ist aber nicht das einzige Verkaufsargument der Viper 8KHz, sondern im Gegenteil für den absoluten Großteil der Spieler lediglich eine Dreingabe: Gerade Nutzer, die bereits über eine Viper (Test), Viper Ultimate (Test) oder vergleichbare Flaggschiff-Maus wie beispielsweise Logitechs G Pro X Superlight (Test) verfügen, brauchen nicht darüber nachzudenken, nun auf ein neues Eingabegerät umsteigen zu müssen. Zwar macht das Spielen mit geschmeidigeren Fadenkreuz­bewegungen im direkten Vergleich mitunter mehr Spaß, 8.000 Hz sind aber bei weitem keine Pflicht, wenn es nicht gerade um kompetitives Gaming auf Profi-Niveau geht – dann wird früher oder später kein Weg mehr an höheren Polling-Rates vorbeiführen, weil jeder noch so kleine potentielle Wettbewerbsvorteil den Unterschied machen kann.

Dass die 8.000 Hz im Fall von Razers erster HyperPolling-Maus noch mit fragwürdigen Messauffälligkeiten und einigen Kinderkrankheiten einhergehen, spielt derweil für die Wertung kaum eine Rolle: Die Viper 8KHz wäre auch dann empfehlenswert, wenn sie lediglich eine Viper 1KHz wäre. So scheiterte eine Empfehlung der vor rund eineinhalb Jahren erschienenen Viper noch am unzureichenden, nur die Sensorikparameter sichernden internen Speicher, doch Razer hat nicht nur in dieser Hinsicht nachgebessert: Zur gleichen unverbindlichen Preisempfehlung von 90 Euro erhält die neue Viper überdies ein Upgrade auf weiße PTFE-Gleitfüße und den PMW-3399 und wird damit so perfekt, wie eine kabelgebundenen Shooter-Maus für Fingertip-Grip-Spieler gemessen am Maßstab des bisher Dagewesenen nur sein kann.

Die optomechanischen Primärtaster in zweiter Generation, die zwei Paar symmetrisch angeordneten Zusatztasten und die potente Software mit Möglichkeit zur vollständigen Sekundärbelegung bieten derweil einen klaren Mehrwert über Glorious' Model O (Test) oder Endgame Gears XM1 RGB (Test), die zu unverbindlichen Preisempfehlungen von 55 respektive 70 Euro gängige Empfehlungen darstellen. Für ebenfalls 90 Euro gibt es inzwischen zwar auch die Model O Wireless (Test), doch diese ist Razers neuer Maus nur vorzuziehen, wenn kabellose Konnektivität wirklich unabdingbar ist – störend ist das Kabel der Viper 8KHz nämlich nicht.

Razer Viper 8KHz
Produktgruppe Mäuse, 04.02.2021
  • Sensorik
    ++
  • Primärtasten & Mausrad
    ++
  • Oberfläche & Verarbeitung
    ++
  • Gleiteigenschaften
    ++
  • Software
    +
  • Herausragend niedrige Latenz
  • Hervorragender Sensor
  • Optomechanische Primärtasten
  • Symmetrische Tastenanordnung
  • Sekundärbelegung aller Tasten möglich
  • Niedriges Gewicht
  • Flexibles Kabel und PTFE-Gleitfüße
  • Funktionalität ohne Software geringfügig eingeschränkt
ComputerBase-Empfehlung für Razer Viper 8KHz

Abseits konkreter Kaufberatung ist die neue Viper auch als Ausblick in die Zukunft interessant: Andere Hersteller werden nun mittelfristig nicht mehr darum herumkommen, Shooter-Mäuse mit höherer nativer Polling-Rate anzubieten. Die Tests der Klicklatenz zeigen ohnehin schon teils deutliche Unterschiede zwischen einerseits Razer und Logitech sowie andererseits den meisten anderen Herstellern in diesem Segment. Eine erneute Senkung der Verzögerung ist angesichts der Marke von 0,2 Millisekunden zwar nicht denkbar, doch zumindest aufschließen müssen die Wettbewerber, falls sie im E-Sport nicht langfristig an Relevanz verlieren wollen.

ComputerBase wurde die Viper 8KHz leihweise von Razer unter NDA zum Testen zur Verfügung gestellt. Die einzige Vorgabe war das frühestmögliche Veröffentlichungs­datum, das die Redaktion jedoch zwecks eines ausführlichen Tests verstreichen ließ. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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