Zum Thema Klopp bleibt ja zunächst mal festzuhalten, dass er seine Karriere ausschliesslich 2 Umständen zusammen zu verdanken hat. Er hat in Frankfurt studiert und war bei der Eintracht. Bessere Voraussetzungen gibts eh kaum. Und ohne die Nähe zu Frankfurt wäre er wohl in diesem Mainz gelandet.
Im Ernst Leute, die Qualitäten und Verdienste von Klopp habe ich nie in Frage gestellt, auch wenn ich nicht für einen geeigneten Bundestrainer halte, aber das ist ein anderes Thema.
Magellan schrieb:
Höchst spekulativ ist hier vor allem deine These dass Hütter oder Streich in entsprechender Situation das selbe geleistet hätten wie Pep oder Klopp.
Ja sicher ist es das, was denn sonst! Das ist eben ein Beispiel wie vorsichtig man mit Superlativen umgehen sollte. Und das betrifft die Heroen genau so wie die, die es vielleicht werden können oder auch nicht.
Ausgangspunkt war für mich nur die Feststellung des Kollegen:
Tuchel, Klopp und Guardiola sind für mich die einzigen Trainer, die nun konstant über Jahre zumindest beweisen, dass sie ihre Teams besser machen und auch eine gewisse Konstanz an Leistung mit ihren Teams abrufen können.
Und hier habe ich nur anhand von Hütter und Streich belegt, dass das auch auf andere Kandidaten zutrifft. Denn dazu muss man nicht bei einem CL-Club sein. Was aus denen noch wird, stand nicht zur Debatte. Das Pendel kann in beide Richtungen ausschlagen.
Um einen Punkt, der mir wichtig ist, habt ihr aber einen großen Bogen gemacht, nämlich die Fähigkeiten eines Klopp oder Pep aktuell wieder einen höchst mittelmäßigen Club zu trainieren, von einem aktuellen Schalke ganz abgesehen. Alles auch spekulativ, völlig klar.
Wenn du in dem Job dauerhaft im Olymp angekommen bist, machst eh keinen Abstieg mehr, nur hat das mit dem Fussball, den wir spieltäglich erleben dürfen, auch nicht so arg viel zu tun. Selbst beim FCB nicht ständig, und das ist auch gut so. Dass auch Klopp seine Grenzen hat, wenn ihm wichtige Bausteine wegbrechen, durfte man ja gerade erleben. Wie anpassungsfähig er da jetzt war, mag ich nicht beurteilen, da ich das nur am Rande verfolgt habe.
Ein Bosz dagegen ist aber sowohl in Dortmund als auch Leverkusen letztlich daran gescheitert, dass er unfähig war sein System zu ändern, als sein bevorzugtes nicht mehr funktionierte. Offensivspiel holländischer Prägung, viel Pressing, nach vorne und durch. Toll anzusehen, wenn es funktionert. Wenn nicht, hat er keine Antwort und das wars dann. Bester Mann weg, Torwart verletzt und dessen Ersatz grottenschlecht gehört halt zum Geschäft.
Parallele zu Klopp aktuell. Sicher nicht, aber ein Klopp steht dann eben nicht zur Debatte. No'n never!
Hütter ist hier auch eher statisch, aber wenn, dann lässt er auch ein System spielen, das er eigentlich nicht ausstehen kann.
Seine Übernahme in Frankfurt war sicher keiner á la Trümmerhaufen, das ist richtig. Der geerbte Pokalsieg mit EL-Teilnahme war sicher eine sehr glückliche Fügung. Nach einer Saison ist der Wert des Teams aber explodiert, auch durch Spieler, die bei Kovac noch auf der Ersatzbank ihren Stammplatz hatten oder geniale Neuverpflichtungen etc. Das hat den Club auf ein Niveau gehoben, das bis dahin für nicht möglich gehalten wurde. Es ist sicher nicht alleine sein Verdienst, vor allem Freddi ist hier der Mastermind gewesen, aber es ist eine Entwicklung, die ich schon auf eine Stufe stelle, mit dem was Klopp in Mainz und z.T. auch in Dortmund geleistet hat. Inwiefern eine nächste Stufe realisiert werden kann, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
Jedenfalls wünsche ich Klopp und Hütter alles erdenklich Gute, nur kein "
ich bin der Herr dein Klopp/Pep, du sollst keine anderen Götter haben neben mir". Denn das hat auch in der Kirche noch nie so richtig funktioniert.