Wenn man den Einfluss der Trainer auf die Teams sich anschaut ist bei beiden Finalisten diese Symbiose zwischen Team und Coach zu sehen auch mit unterschiedlichem Ergebnis in der Spielweise.
So sind beide schon mit den U-Teams betraut gewesen, de la Fuente schon seit 2013. D.h. er kennt sie alle von klein auf und hat sie auf sein Spielsystem geprägt. Zu Gute kommt ihm natürlich die hervorragende Ausbildung in den Clubs und Ausbildungszentren, dass er aus dem Vollen schöpfen kann (frei übersetzt heißt de la Fuente ja eh 'aus der Quelle'

). Als Vaterfigur wird er aber auch akzeptiert. In der Summe steht dann eine Einheit auf dem Platz die jedes andere Spielsystem ersticken kann mit ihrer Ballsicherheit und ihrem Positionsspiel. Die kannst mit verbunden Augen spielen lassen und die meisten Pässe kämen vermutlich immer noch beim richtigen Kollegen an.
Er hat natürlich auch einen Rodri, der aus der Einheit immer noch heraus ragt. Für die allermeisten Trainer ist ein solcher Spieler unantastbar, aber De la Fuente nimmt in ihn der alles entscheidenden Phase raus und ersetzt ihn durch einen Spieler auf der gleichen Position der bis dahin keine Minute gespielt hat.
Ein Bruch? Keine Sekunde! Alle wissen was zu tun ist und kurz darauf fällt der entscheidende Treffer.
De la Fuente hat alles richtig gemacht, wie fast immer in den wichtigen Spielen.
Scaloni kennt seine Pappenheimer genauso gut. Der Erfolg hat sie zusammen geschweißt als die beste Zerstörertruppe ever. Allerdings mit einem unantastbaren Frontmann. Im Finale war der aber nur Statist. Vielleicht hätte Scaloni da genau so viel Mut gebraucht wie De la Fuente. Aber das ist natürlich reine Spekulation.
Die Startrainer Tuchel und Nagelsmann und letztlich auch Deschamps haben es mit entscheidend verkackt. Die fast reinen Verbandscoaches haben es vorgemacht.
Daraus irgendwelche Schlüsse auf die neue Personalie als Bundestrainer abzuleiten ist natürlich nur sehr bedingt zulässig. Aber alleine Menschenflüsterer reicht da nicht. Ob Spanien jemals wieder so dominant auftritt weiß man nicht, denn auch diese Generation wird abgelöst, aber über Nachwuchs braucht man sich ja wenig Gedanken machen auch wenn da ein neuer Coach übernimmt.
Bei uns fehlt diese Basis zwar nicht komplett, es liegt aber viel im Argen. Der Bundestrainer ist nur der letzte in der Nahrungskette und muss mit dem auskommen was er bekommt. Und kennen tut er die Spieler erst mal auch nicht. Wie weit er den Nachwuchs fördern kann, so er das überhaupt tun will, hängt wiederum stark von seiner Zeit als Bundestrainer ab. Aber perspektivisch die fast wichtigere Person ist für mich der Verantwortliche für den Nachwuchs. Mit Mertesacker wäre man wohl nicht schlecht aufgestellt. Hannes Wolf wurde genannt.
Wenn einer der beiden mal den Jogi Job übernimmt hätte man viel richtig gemacht wenn man dann nicht auf Tuchel schielen muss. Wobei ich gegen Hoeneß auch nichts einzuwenden hätte.
Die Italiener scheinen aktuell den gleichen Weg gehen zu wollen und lieber einen Startrainer nehmen. Bei denen ist der Leidensdruck aber vermutlich noch größer als bei uns.
Man bemüht sich um Pep!
Künftig heißt es dann vielleicht wieder Pep : Klopp, and the winner is....de la Fuente!
