11/11 Epox M762A und Gigabyte A-7DPXDW im Test : Dual-AMD Mainboards im Vergleich

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Kosten

Kommen wir nun zu den Kosten für ein Dual-Prozessor Mainboard. Wie auch beim letzten Dual-AMD Mainboard Vergleichstest gilt hier das gleiche: Als erstes fallen natürlich die Kosten für einen zweiten Prozessor an. Da dieser auch gekühlt werden will selbstverständlich auch die für einen zweiten CPU-Kühler. Nicht zu vergessen das Mainboard. Wer von einem bestehenden System umrüstet, kann grundsätzlich weiterhin alle seine Komponenten benutzen. Zu Beachten ist dabei jedoch, dass die beiden Mainboards aus diesem Test nur mit verhältnismäßig teuren 'Registered'-RAM zusammenarbeiten! Weiterhin sollte man eine Auge darauf werfen, dass für ausreichend Lüftung im Gehäuse gesorgt ist, denn zwei Athlons produzieren eine nicht unerhebliche Menge an Abwärme. Ein Midi-Tower mit mindestens zwei Gehäuselüftern muss es schon sein, wodurch noch einmal geringe Kosten entstehen würden.

Da die für den Multiprozessor-Betrieb vorgesehenen MP-Prozessoren noch immer etwas teuerer sind als die normalen XP-Prozessoren, bietet es sich an, die XPs anstatt der MPs zu benutzen. Ein kurzer Test mit den normalen XP-Prozessoren verlief problemlos. Alle beiden Mainboards funktionierten in unserem Vergleichstest mit Athlon XP1800+ Prozessoren. Jedoch läuft weder das Epox noch das Gigabyte mit zwei verschiedenen Prozessoren. Allerdings wird es jetzt schwierig werden, noch XP-Prozessoren zu bekommen, die im Dual-Betrieb ihren Dienst verrichten, da AMD dieses Feature aus den XPs seit 1.2.2002 entfernt hat, wodurch die jetzigen XPs für einen Dual-Betrieb untauglich sind. Allerdings kann es sein, dass der eine oder andere Händler ein paar ältere XPs auf Lager hat. Dabei sollte man unbedingt darauf achten, dass die XPs ein braunes Gehäuse haben und der Wert in der zweiten Zeile für die Produktionswoche und das Jahr "0208" (für die achte Produktionswoche im Jahr 2002) nicht überschreiten. Dabei steht das erste Zahlenpaar für das Jahr, das zweite für die Woche. Denn nur diese Prozessoren sind noch aus der alten Produktion und somit Dual-Betrieb tauglich.

Eindrücke & Fazit

Alle getesteten Mainboards hinterließen während des Test einen guten Eindruck. Die Boards sind gut verarbeitet, gut ausgestattet und problemlos bei der Inbetriebnahme. Lediglich durch die zwei 64bit PCI-Slots, die nicht den Betrieb von älteren PCI-Karten zulassen, da sie keine Kerbe haben, ist man etwas eingeschränkt.

EPoX M762A
  • LAN on Board
  • USB on Board
  • FSB in Einer-Schritten einstellbar
  • Anschraubbohrungen für Kühler
  • NUR Registered ECC Speicher
  • Wenige Lüfteranschlüsse
  • Keine Blende für externe Anschlüsse
  • Kein On-Board Sound

Das Epox machte bei uns eine gute Figur. Mal abgesehen von dem herum baumelnden Northbridge-Kühler, den wir jedoch leicht selbst montieren konnten. Die Anordnung der CPU-Sockel, die entgegen den anderen im 90 Grad Winkel zueinander stehen, hatte keinen Einfluß auf den Einbau von Kühlern. Schade, dass man auf dem M762A nur den etwas teureren Registered ECC Speicher installieren kann. Mit normalen, unbuffered Ram (etwa von Infineon oder Nanya) konnte das Epox nicht überredet werden zu starten. Gut gefallen hat uns auch, dass man den FSB schön in Einer-Schritten eingeben konnte. Allerdings fehlt in diesem Zusammenhang die Möglichkeit der Manipulation der VCore.

Gigabyte GA-7DPXDW
  • LAN on Board
  • USB on Board
  • Promise Raid on Board
  • Anschraubbohrungen für Kühler
  • NUR Registered ECC Speicher
  • Wenige Lüfteranschlüsse
  • FSB nicht frei wählbar

Das Gigabyte hat uns besonders gefallen, da es als einziges mit einem Raid-Kontroller, dem Fasttrak 100 von Promise, ausgestattet ist. So spart man sich einen der ohnehin knappen PCI-Slots, wenn man einen solchen Controller benötigt. Leider hat sich auch Gigabyte entschieden, obwohl als Low-Cost Workstation/Server Mainboard konzipiert, nur Registered ECC DDR-Ram zuzulassen. Schade, denn wie man bei den Boards aus dem vorangegangenen Test sehen kann, geht es auch ohne den teueren Registered Speicher.


Wie man schön sehen konnte, sind Dual-Prozessor Mainboards da, wo sie mit entsprechender Software eingesetzt werden, nahezu doppelt so schnell wie ein Mainboard mit nur einem Prozessor. Teilweise sogar schneller, wenn man das Ergebnis von einem Test mit zwei Prozessoren auf einen herunterrechnet. Das liegt daran, das der Speichercontroller bei nur einem Prozessor schneller auf den Speicher zugreifen kann, als wenn er sich um zwei Prozessoren gleichzeitig kümmern muss, die auch noch auf den gleichen Speicher zugreifen.

Probleme mit Software, weder mit etwas älterer oder auch neuerer Software, durch die beiden Prozessoren traten nicht auf. In einem Belastungstest, in dem auf beiden Prozessoren SETI@home lief, gleichzeitig eine CD On-The-Fly gebrannt, Musik nebenher gehört wurde sowie ein Download einer 80 MB Datei im Hintergrund lief und noch dabei im Internet gesurft wurde, bereitete keinem der Testkandidaten die geringsten Probleme. Im Gegenteil, man kann genauso weiter arbeiten, als wenn man nur die momentan aktive Anwendung offen hätte. Insgesamt gesehen kann man sagen, dass ein Dual-Prozessor Mainboard auf jeden Fall sein Geld wert ist, wenn man viel mit seinem PC arbeitet. Für die Spiele-Freaks ist ein Dual-Prozessor Mainboard aus Sicht der höheren Performance bei Spielen kein Kaufgrund. Denn nur sehr wenige Spiele unterstützen zwei Prozessoren (Quake 3 Arena).

Wir haben die Dual-Prozessor Mainboards aus der Sicht von Normal-Anwendern verglichen. Dabei kam es uns insbesondere auf den Einsatz als Desktop-PC, sowie auf die Stabilität und die Möglichkeiten des Übertaktens der Boards an. Für den Einsatz als Server-Boards, wie Mehr-Prozessor Mainboards üblicherweise gesehen werden, sind die hier gestesten Mainboards sicherlich auch Bestens geeignet, jedoch haben wir hier in diesem Vergleichstest diesen Aspekt nicht näher untersucht.

In einem nicht repräsentativen Vergleich mit etwas älteren Dual-Intel Mainboards, mit Intel Pentium III 1000 MHz Prozessoren, zeigten die Dual-AMD Mainboards, dass sie mit Dual-Mainboards der Konkurrenz jederzeit mithalten können und eine echte Alternative darstellen. Lediglich die enorme Wärme, welche die AMD-Prozessoren entwickeln, fällt hier etwas negativ ins Gewicht.

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