36/42 Intel Core i5-750, Core i7-860 und Core i7-870 im Test : Lynnfield schlägt zu

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„Undervolting“

Beim „Undervolten“ (UV) der Prozessoren gehen wir den gleichen Weg wie beim Übertakten eines modernen Prozessors. Neu ist bei den aktuellen Mainboards jedoch der Punkt für die Änderung der Spannung. Diese kann man auf einen fixen Wert setzen – also manuell direkt eingeben – oder halbautomatisch mit einer Tendenz in eine Richtung versehen. Bei Asus heißt dieser Punkt „Offset Voltage“, bei dem man im folgenden Unterpunkt bestimmt, ob man die Spannung um einen frei wählbaren Zahlenwert erhöht oder eben absenkt. Diese Funktion hat den Vorteil, dass der Prozessor unter Windows genau so agiert wie in der Default-Einstellung, sprich er senkt und hebt die Spannung wie er sie braucht, unter anderem für das Idlen oder die verschiedenen Schritte des Turbo-Modus'. Wählt man nämlich einen festen Zahlenwert, senkt der Prozessor im Idle die Spannung nicht mehr herab sondern belässt sie eben auf dem fest eingestellten wert.

Diese Funktion hat es dann aber in sich. Ganz vorsichtig sollte man sich herantasten, da die Lynnfield-Prozessoren bekanntlich die Spannung im Idle schon auf 0,85 bis gerade 0,90 Volt absenken. Der offizielle Arbeitsbereich der Prozessoren ist ab 0,8 Volt vorgesehen, mit einer Spannung darunter kommt es im Idle deshalb in unseren Versuchen auch ganz fix mal zum Bluescreen. Bei einem Offset-Wert von -0,05 Volt musste wir deshalb schon Schluss machen. Deshalb haben wir uns auch für den parallelen Test mit einem festen Spannungswert entschieden, um näher aufzeigen zu können, ob die eine oder andere Lösung die vermeintlich bessere ist.

Undervolting – Leistungsaufnahme und Temperatur
  • Temperatur:
    • Core i5-750, 2,66 GHz, Turbo an, 1,1 Volt fixed
      47
    • Core i5-750, 2,66 GHz, Turbo an (default)
      50
    • Core i7-870, 2,93 GHz, Turbo & SMT an, 1,1 Volt fixed
      55
    • Core i7-870, 2,93 GHz, Turbo & SMT an (default)
      59
    • Core i7-870, 2,93 GHz, Turbo & SMT an, Offset -0,05 Volt
      60
    Angaben in °C
  • Leistungsaufnahme (Idle):
    • Core i5-750, 2,66 GHz, Turbo an (default)
      90
    • Core i7-870, 2,93 GHz, Turbo & SMT an (default)
      90
    • Core i7-870, 2,93 GHz, Turbo & SMT an, Offset -0,05 Volt
      90
    • Core i5-750, 2,66 GHz, Turbo an, 1,1 Volt fixed
      92
    • Core i7-870, 2,93 GHz, Turbo & SMT an, 1,1 Volt fixed
      92
    Angaben in Watt (W)
  • Leistungsaufnahme (max):
    • Core i5-750, 2,66 GHz, Turbo an, 1,1 Volt fixed
      164
    • Core i5-750, 2,66 GHz, Turbo an (default)
      179
    • Core i7-870, 2,93 GHz, Turbo & SMT an, 1,1 Volt fixed
      196
    • Core i7-870, 2,93 GHz, Turbo & SMT an (default)
      211
    • Core i7-870, 2,93 GHz, Turbo & SMT an, Offset -0,05 Volt
      216
    Angaben in Watt (W)

Die Idee mit dem „Offset“ und der weiterhin vom Prozessor gehandhabten variablen Spannungssteuerung ist sicher nett gemeint, aber beim Undervolting nur bedingt zu gebrauchen. Der Lynnfield-Prozessor ist im Idle einfach schon so tief mit der Spannung an der Untergrenze, dass kaum mehr Luft besteht. Setzt man hingegen die Spannung traditionell auf einen festen Wert, hat man am Ende im Idle kaum Nachteile, da sich die Kerne des Lynnfield bei Nichtbelastung abschalten. Auch wenn auf dem Papier 1,1 Volt (fest) gegenüber 0,82 Volt (Offset) stehen, im Idle ändert sich die Leistungsaufnahme unseres kompletten Systems um gerade einmal zwei Watt. Unter Volllast allerdings sind es 20 Watt zugunsten unseres festen Spannungswerts, das sich der Prozessor im automatischen Modus wieder über 1,2 Volt zuschustert.

Anmerkung: Die von uns ermittelten Werte können in der Praxis nicht unerheblich abweichen, da diese teilweise mit speziellen Samples durchgeführt wurden, die uns von den Herstellern zur Verfügung gestellt wurden. Es besteht daher keine Garantie, dass alle hier im Test dargelegten Ergebnisse mit einem ähnlich konfigurierten System daheim erreicht werden können.

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