OCZ Vector 180 SSD im Test : Angriff auf die Samsung 850 Pro in der SATA-Oberklasse

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OCZ Vector 180 SSD im Test: Angriff auf die Samsung 850 Pro in der SATA-Oberklasse

Deutlich später als erwartet entließ OCZ die erstmals auf der Computex 2014 angekündigte SSD-Serie Vector 180 im Frühjahr in den hart umkämpften Markt der Consumer-SSDs. Bei der Vorstellung Ende März hatte der Hersteller selbst Produkte wie Samsungs 850 Pro und SanDisks Extreme Pro als Konkurrenten im Bereich der Oberklasse der klassischen SATA-SSDs auserkoren. Vor allem Enthusiasten mit hohem Leistungsbedarf bei Dauerlast sollen mit der Vector 180 angesprochen werden. Im Test zeigt sich, ob der Angriff in der Oberklasse gelingt.

Technische Übersicht

Seit der Übernahme von Indilinx führt das inzwischen zu Toshiba gehörende OCZ die Familie der Barefoot-Controller fort. Wie beim Vorgänger Vector 150 kommt auch bei der Vector 180 der Barefoot-3-Controller mit acht Speicherkanälen in der Variante M00 zum Einsatz. Der MLC-Speicher stammt erneut von Toshiba, gehört aber der neueren Generation A19nm an.

Während die Vector 150 mit maximal 480 GByte verfügbar ist, bringt der Nachfolger nun bis zu 960 GByte auf die Waage. Als Puffer dienen beim getesteten 480-GB-Modell zwei DDR3L-DRAM-Chips von Micron mit je 512 MByte Kapazität, die Schnittstelle der 2,5-Zoll-Laufwerke lautet erneut SATA 6 Gb/s.

OCZ Vector 180 480 GB
Controller Indilinx Barefoot 3 M00 (IDX500M00-BC)
8 Kanäle
Cache 2 × 512 MB (DDR3L-1600 Micron)
Speicherchips 16 × TH58TEG8DDKBA8C
NAND-Dies/Chip 2 × 128 Gbit (Toshiba MLC A19nm)
Schnittstelle SATA 3 (6 Gb/s)

Um sich trotz sehr ähnlicher Technik von der Vertex 150 und anderen SSDs abzusetzen, setzt OCZ auf zusätzliche Technik zum Schutz der Datenintegrität bei Stromausfall. Wie bei der für Unternehmen bestimmten OCZ Saber 1000 kommt das sogenannte Power Failure Management Plus (PFM+) zum Einsatz. Eine vollwertige Power-Loss Protection wie bei hochpreisigen Enterprise-SSDs oder Intel SSD 750 ist dies nicht, denn es werden nur Daten, die bereits auf dem Flash-Speicher abgelegt sind, geschützt. Daten, die sich noch im Cache befinden, gehen hingegen bei plötzlichem Stromverlust weiterhin verloren.

Power Failure Management (PFM+)
Power Failure Management (PFM+) (Bild: OCZ)

Dennoch bietet PFM+ mehr Sicherheit für die Daten. Regelmäßig werden Abzüge der Mapping-Tabelle erstellt und im reservierten NAND-Flash (Spare Area) der SSD abgelegt. Zudem überwachen Sensoren die Stromversorgung. Kommt es zu einem unerwarteten Stromausfall, greift PFM+ auf Stützkondensatoren zurück, die noch genügend Strom liefern, um einen neuen Abzug der Mapping-Tabelle zu erstellen und diese auf dem nicht-flüchtigen NAND-Flash zu sichern.

Eine ähnliche Form der eingeschränkten Power-Loss Protection nutzt auch Crucial bei den Serien M550, MX100 und MX200. Auf der Produktseite zur OCZ Saber 1000 wird die Funktionsweise von PFM+ näher beschrieben.

Im Bereich der optionalen Datenverschlüsselung bietet die Vector 180 Unterstützung für den Advanced Encryption Standard (AES) mit einer Schlüssellänge von 256 Bit. TCG Opal und Microsoft eDrive werden nicht unterstützt.

Ebenfalls keine Unterstützung erfahren die Stromsparmodi Link Power Management (LPM) und DeviceSleep (DevSleep). Dieser Umstand fiel schon bei der Radeon R7 SSD mit gleichem Controller negativ auf, auch wenn die Leistungsaufnahme in Systemen für Spieler und Enthusiasten eine untergeordnete Rolle spielt.

OCZ Vector 180 - HD Tach
OCZ Vector 180 - HD Tach

Einen Pseudo-SLC-Cache nutzt OCZ bei der Vector 180 nicht, wie der Full Bench mit HD Tach bestätigt. Würde ein Teil des MLC-Speichers im SLC-Modus beschrieben, würde sich ein treppenartiger Verlauf im Diagramm ergeben, wie es zum Beispiel bei der Toshiba HG6 der Fall ist. SSDs ohne SLC-Cache zeigen für gewöhnlich eine kontinuierliche Schreibrate ohne größere Ausreißer nach oben oder unten. Bei der Vector 180 zeigen sich jedoch kurzzeitige Schwinger nach unten. Auf Nachfrage bestätigte OCZ die Vermutung, dass sich hier die oben beschriebene Technik PFM+ bemerkbar macht. Das regelmäßige Sichern der Mapping-Tabelle führt zu kurzen Leistungseinbrüchen. Wie die nachfolgenden Tests bestätigen, hat dies aber keine spürbaren Beeinträchtigungen im Betrieb zur Folge.

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