Ataribox: Wiedereinstieg von Atari ins Konsolen-Geschäft bestätigt

Frank Meyer 91 Kommentare
Ataribox: Wiedereinstieg von Atari ins Konsolen-Geschäft bestätigt
Bild: Atari

Mit einer neuen Spielkonsole will Atari die Rückkehr als Hardware-Entwickler wagen. Zur E3 2017 bestätigte Atari-CEO Fred Chesnais die in den vorangegangenen Wochen aufgeflammten Gerüchte. Die bereits in der Entwicklung steckende Konsole soll auf klassischen PC-Komponenten basieren und läuft unter dem Codenamen Ataribox.

Ataribox als Retro-Konsole bereits in der Entwicklung

Wie Chesnais in einem Interview mit VentureBeat durchblicken ließ, plane die in den 80er- und 90er-Jahren mit Nintendo und Sega im Konsolenmarkt konkurrierende Firma Atari ein Revival. Zu tief in die Karten zum Projekt Ataribox wollte sich der CEO im Zuge der Electronic Entertainment Expo (E3) dann aber doch nicht schauen lassen. So ließ er lediglich durchblicken, dass die Ataribox bereits in der Entwicklung stecke und auf klassischer PC-Hardware basiere. Konkreter dazu werden will Atari erst zu einem späteren Zeitpunkt. Als möglicher Gegenspieler zu den aktuellen Konsolen von Microsoft und Sony, der Xbox One und der PlayStation 4 wird die Ataribox aktuell nicht gehandelt.

In einem Anfang Juni von Atari veröffentlichten Teaser-Video, dessen Echtheit von Kennern der Branche anfangs angezweifelt worden war, sind erste Details des Designs der Ataribox erkennbar. Die Echtheit des Videos hat Chesnais während des Interviews mittlerweile bestätigt.

“We’re back in the hardware business”

Atari CEO Fred Chesnais auf der E3 2017

Atari nutzt Nintendo als Zugpferd

Chesnais macht im Gespräch auch keinen Hehl daraus, den von Nintendo angefachten Retro-Hype für die eigenen Pläne mit Atari nutzen zu wollen. Ausschlaggebend für den Schritt, noch während der Entwicklungsphase an die Öffentlichkeit zu gehen, dürfte der jüngste Erfolg von Nintendo mit der Retro-Konsole Nintendo Classic Mini (Test) sein. Denn der überraschende Erfolg des geschrumpften Klassikers bescherte Nintendo hohe Umsätze und Gewinne, bei vergleichsweise geringem Entwicklungsaufwand und dementsprechend niedrigen Kosten. Und trotz der anhaltend hohen Nachfrage nach der technisch einfach konzipierten Konsole, hat Nintendo kein halbes Jahr nach dessen Marktstart die Produktion wieder eingestellt. Als Grund nennt Nintendo die Entwicklung des Nachfolgers, das als Super Nintendo Entertainment Systems (SNES) zukünftig zahlreiche Spieleklassiker auf den heimischen Bildschirm zaubern soll.