Intel Coffee Lake im Test: Core i7-8700K, i5-8400, i3-8350K und -8100 vs. Ryzen 4/9

Volker Rißka et al. 2.191 Kommentare

Intel Coffee Lake im Benchmark

ComputerBase hat die neuen Intel-Prozessoren mit dem Codenamen Coffee Lake in zahlreichen aktuellen Anwendungen und Spielen getestet. Die Analyse erfolgt separat. Wie ComputerBase Anwendungen testet, kann im Artikel „Prozessoren: Benchmarks & Methodik“ im Detail nachvollzogen werden. Informationen zu den Spieltests sind dem Abschnitt mit den Testergebnissen zu entnehmen.

Fünf CPUs im Test, eine davon simuliert

ComputerBase lagen für den Test der Core i7-8700K und der Core i5-8400 aus einer Teststellung von Intel sowie der Core i3-8350K und der Core i3-8100 als Leihstellung des Systemintegrators MIFcom vor. Core i5-8600K und Core i7-8700 wollte weder Intel stellen, noch scheint der Handel zum Start Ware am Lager zu haben. Die Testergebnisse des Core i5-8600K basieren deshalb auf einem Core i7-8700K, dessen Turbo-Taktraten einzeln angepasst und Hyper-Threading abgeschaltet wurden. Gekennzeichnet ist der simulierte Prozessor mit dem Zusatz „(sim.). Als Mainboard kam das Gigabyte Aorus Z370 Ultra Gaming zum Einsatz.

Leistung Anwendungen

In Anwendungen spielen je nach Einsatzgebiet mal ein hoher Takt und mal viele Threads eine Rolle. Das ist auch im Jahr 2017 noch der Fall. Beide Typen von Anwendungen sind im Parcours von ComputerBase enthalten, im Leistungsrating finden sich (fast) alle wieder. Wem das nicht zusagt, der kann es anpassen.

Die Diagramme zum Selberbauen

Die ComputerBase-Diagramme erlauben es, Tests auf Wunsch auszublenden. ComputerBase hat das in diesem Fall „default“ mit der alten Version von 3DPM getan, die Ryzen stark benachteiligt. Über den Bearbeiten-Schalter können aber auch weitere Benchmarks respektive Ausreißer von Ryzen, die sich gegenüber dem Test von Ryzen 7 nicht geändert haben, abgewählt werden.

Anwendungen (Windows)

Coffee Lake ist in Anwendungen schnell. Sehr schnell sogar. Der 380 Euro teure Intel Core i7-8700K mit sechs Kernen und zwölf Threads bei hohem Takt schlägt im Durchschnitt über alle Anwendungen selbst den schnellsten Ryzen 7 1800X mit acht Kernen und 16 Threads.

Werden nur die Titel in Betracht gezogen, die Ryzen sehr gut liegen (7-zip, Cinebench R15 Multi-Core, Handbrake, POV-ray, TrueCrypt und x265 HD Benchmark), bringen Ryzen 7 1700X und Ryzen 7 1800X zwar fünf respektive zehn Prozent Vorsprung ins Ziel. In anderen Anwendungen haben sie gegen den hohen Takt und die höhere IPC der Skylake-Architektur aber keine Chance.

Wer CPUs kauft, um anfallende Rechenarbeit in Anwendungen schneller zu erledigen, der muss also weiterhin im Detail darauf achten, welche Programme er nutzt und welche Architektur am besten damit zurecht kommt. Die anpassbaren ComputerBase-Diagramme helfen.

Core i3 und Core i5 rutschen eine Klasse höher

Die Platzierung der weiteren CPUs im Test ist einfach zusammengefasst: Die neuen Core i5 liegen nun da, wo mit Kaby Lake noch die Core i7 zuhause waren. Das steht insbesondere dem kleinste der Core i5: Der Core i5-8400 weiß für lediglich 180 Euro eine sehr hohe Leistung abzuliefern. Damit kommt er zwar nicht an dem Ryzen 5 1600X für 210 Euro vorbei, wohl aber am Ryzen 5 1600, der immer noch 200 Euro kostet. Ausnahme sind abermals die Anwendungen, in denen Ryzen oder in dem Fall Ryzen mit 12 Threads gegenüber Intel mit sechs Threads besser stehen.

Bei den neuen Core i3 setzt sich das Bild fort, sie liefern nun die Leistung, die zuvor ein Core i5 bot. Der alte Core i5-7600K ist nun der neue Core i3-8350K, während Core i5-7500 und 7400 im neuen Core i3-8100 aufgehen.

Coffee Lake macht Skylake-X Konkurrenz

Der Core i8-8700K setzt aber nicht nur die großen Ryzen 7 unter Druck, auch macht er den kleinsten Skylake-X-Prozessor Core i7-7800X (Test) nach nur vier Monaten in Bezug auf die Leistung quasi obsolet. Sein Quad-Channel-Speicherinterface bringt ihm keine Vorteile, die Plattformkosten sind höher. Und selbst wer das Mehr an PCIe-Lanes für wenig Geld benötigt, sollte auf X299 nicht nach dieser CPU Ausschau halten – sie ist beschnitten und bietet nur magere 12 Leitungen mehr.

Anwendungen (Linux)

Im Testparcours unter Linux steht Coffee Lake im Schnitt noch etwas besser da. Aber auch hier gilt es im Zweifel das Diagramm anzupassen oder in die Details zu sehen: In Blender beispielsweise bleibt Ryzen 7 Spitze: 1800X und 1700X schlagen den 8700K knapp, benötigen dafür aber auch mehr Energie, wie die nächste Seite zeigt.

Im Durchschnitt über alle Anwendung kann Intel Ryzen mit Coffee Lake durch 50 Prozent mehr Kerne als noch mit Kaby Lake und in der Spitze sogar höheren Takt also wieder schlagen. Im Detail teilweise sogar deutlich. In anderen Anwendungen behält Ryzen wiederum, teilweise auch mit dem Ryzen 7 1700X, die Oberhand.

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