Core i7-8700 und i5-8600K im Test: Alle Coffee-Lake-CPUs, „Auto OC“ und DDR4-4000 analysiert 6/6

Volker Rißka 239 Kommentare

Fazit und Empfehlung

An den grundlegenden Aussagen aus dem Artikel „Intel Coffee Lake im Test: Core i7-8700K, i5-8400, i3-8350K und -8100 vs. Ryzen“ ändert der Nachtest mit den noch ausstehenden beiden CPUs Core i7-8700 und Core i5-8600K nichts. Mit deutlich mehr Leistung zum theoretisch gleichen Preis stehen die CPUs im Vergleich zur Konkurrenz in Anwendungen wieder sehr gut und in Spielen noch besser dar. Der Core i7-8700 entpuppt sich dabei als günstigere Alternative zum Core i7-8700K für alle, die nicht übertakten wollen, denn die maximal 100 MHz Unterschied im Takt sind für die Leistung nur in den Benchmarks mit ein Prozent Differenz von Relevanz. AMDs stärkstes Ass im Ärmel sind Ryzen 5 mit sechs Kernen und zwölf Threads für unter 200 Euro sowie die breite Verfügbarkeit aller CPUs.

Schlecht verfügbar, aber kein Paper Launch

Problematisch bleiben bei Coffee Lake nämlich die schlechte Verfügbarkeit, die insbesondere den Preis direkt ab Lager verfügbarer Ware treibt und damit das Preis-Leistungs-Verhältnis schwächt, und die Plattform. Denn dass der neue alte Chipsatz Z370 so lange gepflegt werden wird wie der für das Jahr 2018 erwartete wirklich neue Chipsatz Z390 für Coffee Lake, ist nicht gesetzt.

Wer Coffee Lake schon heute kaufen will, der sollte übrigens sein Glück bei namhaften Händlern mit niedrigeren Preisen aber nicht lieferbarer Ware versuchen – wie ein großer Händler gegenüber ComputerBase bekannt gegeben hat, ist die Ware in der Regel zeitnah verfügbar, nur an die große Glocke gehängt wird das nicht. Der Status „nicht lieferbar“ ist hier also eher Abschreckung denn Ausdruck einer über Wochen ausstehenden Versandbestätigung. Aktuelle Erfahrungen von Lesern sind in den Kommentaren gerne gesehen.

Schnellerer Speicher oder eine schnellere CPU?

Passender Speicher für Coffee Lake darf dabei gerne auch etwas schneller sein als die von Intel freigegebenen DDR4-2666. DDR4-3200 kostet mit 12 Euro pro Gigabyte nur minimal mehr als DDR4-2666, erst ab DDR4-4000 wird es spürbar teurer – 16 Euro pro Gigabyte und mehr entsprechen bei einem Speicherkit schnell dem Sprung auf die nächst schnellere CPU. In Spielen ist der Leistungssunterschied allerdings vergleichbar groß. Ob schnellere CPU oder schnellerer Speicher ist also auch eine Frage des persönlichen Einsatzzwecks.

Sechs Intel Coffee Lake im Test
Sechs Intel Coffee Lake im Test

“Auto OC“ durch das Mainboard gehört ab Werk deaktiviert

Abschließend gezeigt hat der Test, dass „Auto OC“ der Mainboard-Hersteller zwar kein Nachbrenner ist, die Leistung (im Zweifel ohne Wissen des Käufers) aber deutlich anheben kann. Verbrauch und Temperatur steigen allerdings ebenfalls – überproportional. Schon allein deshalb gehören derartige Funktionen im ausgelieferten BIOS standardmäßig deaktiviert.

Intel wiederum könnte durch die Veröffentlichung der Turbo-Taktraten je Belastungszustand (ein Kern, zwei Kerne, vier Kerne etc.) dazu beitragen, für Klarheit zu sorgen. Nur den (Ein-Kern-)Turbo anzugeben hilft Anwendern nicht dabei zu überprüfen, welche Taktraten in welchem Zustand anliegen sollten. Auch Kommentaren von Lesern von ComputerBase zur News Intel Coffee Lake: Mainboards mit „Auto-OC“ beeinflussen Testergebnisse war im Oktober zu entnehmen, dass sie den unter Last auf allen Kernen anliegenden (zu hohen) Turbo immer für den richtigen gehalten hatten, weil er Intels Angabe (allerdings nur für einen Kern) entsprach.

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