Phison E12: Benchmarks zum neuen SSD-Controller-Flaggschiff

Michael Günsch 16 Kommentare
Phison E12: Benchmarks zum neuen SSD-Controller-Flaggschiff
Bild: Phison

Silicon Motion (SMI) hat vorgelegt und eine ganze Reihe neuer PCIe-SSD-Controller der Oberklasse vorgestellt. Phisons Antwort lautet E12. Der Acht-Kanal-Controller unterstützt NVMe 1.3 und soll 3.200 MB/s lesend und 3.000 MB/s schreibend sowie sehr hohe 600.000 IOPS erreichen. Auf der CES wurde die Leistung demonstriert.

Kombiniert mit aktuellem 64-Layer-3D-TLC-NAND von Micron und Toshiba konnte Phison im CrystalDiskMark halten, was die Datenblätter versprechen und teils sogar etwas höhere Werte erreichen. Mit Microns zweiter Generation 3D-NAND fiel die Leistung etwas besser aus als mit Toshibas BiCS3. Wie Tom's Hardware erklärt, solle man in diesen Vergleich nicht allzu viel hineininterpretieren, doch sei klar, dass Micron zu Toshiba zumindest aufgeschlossen hat.

Der Phison E12 wird in diesem Jahr die Nachfolge des Phison E7 (PS5007-E7) antreten, der in SSDs wie der Corsair Force MP500 (Test), Patriot Hellfire (Test) oder Zotac Sonix (Test) eingesetzt wird. Mit PCIe 3.0 x4 bleiben die Schnittstelle wie auch die Zahl der Speicherkanäle identisch. Die Zahl der Chip-Enable-Pins (CE) pro Kanal wurde jedoch auf vier halbiert, was vermutlich den inzwischen bis zu 512 Gbit fassenden Speicherchips Rechnung trägt. Neben einer signifikant höheren Leistung ist auch der Wechsel von einer BCH-Fehlerkorrektur (ECC) auf die potentere LDPC-Variante zu bemerken.

Phison PS5012-E12 Phison PS5007-E7 SMI SM2262EN
Schnittstelle PCIe 3.0 x4
Protokoll NVMe 1.3 NVMe 1.1b NVMe 1.3
NAND-Channel 8
CE/Channel (gesamt) 4 (32) 8 (64) 4 (32)
DRAM
ECC LDPC BCH LDPC
Seq. Read 3.200 MB/s 2.600 MB/s 3.500 MB/s
Seq. Write 3.000 MB/s 1.300 MB/s 3.000 MB/s
4K Random Read 600.000 IOPS 300.000 IOPS 370.000 IOPS
4K Random Write 600.000 IOPS 200.000 IOPS 300.000 IOPS

Mehr IOPS als Intel Optane 900P und Samsung 960 Pro

Bei der maximalen Leistung schlägt der Phison E12 laut Datenblatt nicht nur den Vorgänger bei den IOPS deutlich, sondern auch das neue SMI-Flaggschiff: 600.000 IOPS soll der E12 beim wahlfreien Lesen und Schreiben von 4K-Daten erzielen. Das ist sogar mehr, als die Intel Optane SSD 900P (Test) und die Samsung 960 Pro (Test) zu leisten vermögen. Mit letzterer wollen sich SSD-Drittanbieter dank den neuen Controllern von Phison und SMI in diesem Jahr messen. Beide Hersteller versprechen bis zu 3.000 MB/s beim sequenziellen Schreiben, was die 960 Pro mit ihren 2.100 MB/s weit hinter sich ließe. Lesend will SMI mit den 3.500 MB/s der Samsung-SSD gleichziehen, Phison will immerhin 3.200 MB/s liefern.

Schlüsselmerkmale des Phison E12 alias PS5012-E12
Schlüsselmerkmale des Phison E12 alias PS5012-E12 (Bild: Phison)

In den kommenden Monaten sei mit der Markteinführung erster SSDs mit Phison E12 zu rechnen, hatte der Hersteller auf der CES erklärt. Zunächst seien M.2-SSDs im Client-Sektor zu erwarten. Bei Enterprise-SSDs mit U.2-Anschluss soll der Controller im späteren Verlauf des Jahres Verwendung finden.

Bereits auf dem letzten Flash Memory Summit hatte Phison erste Eckdaten zum E12 preisgegeben. Auf einem Event in Asien folgten weitere Informationen.