Radeon RX Vega 56 Red Devil im Test: PowerColors Teufel und Sapphires Nitro+ im Duell

Wolfgang Andermahr 162 Kommentare
Radeon RX Vega 56 Red Devil im Test: PowerColors Teufel und Sapphires Nitro+ im Duell

tl;dr: Die PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Devil ist das zweite Custom Design der kleineren RX Vega im Test. Im Duell mit der starken Sapphire Radeon RX Vega 56 Nitro+ erweist es sich als ebenbürtiger Gegner, vorausgesetzt, der Anwender legt selber Hand an. Die Qual der Wahl haben Interessenten am Ende trotzdem nicht.

Die PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Devil im Test

Sapphire hatte mit der Radeon RX Vega 56 Nitro+ (Test) als erstes Partnermodell von AMDs kleinerer Vega-Grafikkarte Ende 2017 einen starken Auftritt im Test von ComputerBase. Nicht nur der deutlich überarbeitete Kühler wusste dabei zu gefallen. PowerColor hat wiederum mit der Radeon RX Vega 64 Red Devil (Test) gezeigt, wie ein Custom Design mit Vega sehr gut umgesetzt werden kann. Nun schickt der Hersteller auch die kleinere Radeon RX Vega 56 Red Devil ins Rennen und tritt damit in direkte Konkurrenz zur sehr guten Nitro+ von Sapphire.

Dieselben Features wie die große Version

Die PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Devil ähnelt dem größeren Bruder dabei wie ein eineiiger Zwilling, Einsparungen gibt es abseits der GPU mit ihrem HBM2 auf dem Package keine. Es kommt derselbe mächtige Triple-Slot-Kühler zum Einsatz und auch die drei verschiedenen BIOS-Versionen haben es auf die Karte geschafft. In einem Punkt ist die Radeon RX Vega 56 Red Devil der schnelleren Version sogar überlegen: Unabhängig vom gewählten BIOS halten die Lüfter bei niedrigen Temperaturen an. Ob das reicht, um gegen die Konkurrenz zu bestehen, klärt ComputerBase im Test.

Der Kühler und das PCB des roten Teufels

Auch bei der kleineren Grafikkarte wird also der große Triple-Slot-Kühler mitsamt der drei im Durchmesser 85 Millimeter großen Axial-Lüfter verbaut. Es gibt zwei separate Kühlkörper aus Aluminium und zwei Acht-Millimeter sowie vier Sechs-Millimeter breite Heatpipes, die sie mit der Basis verbinden.

Während der Kühler eine Länge von 30 Zentimeter aufweist, bleibt das PCB mit 27,5 Zentimeter etwas kleiner – das ist auch bei der größeren Grafikkarte so. Auch in diesem Fall müssen zwei 8-Pin-PCIe-Stecker mit der Grafikkarte verbunden werden, die abermals sehr ungünstig platziert wurden: Vor allem bei 6+2-Pin-Kabeln ist die Montage eine Qual.

Drei BIOS-Versionen und die Taktraten

Auch die Radeon RX Vega 56 Red Devil bietet drei BIOS-Versionen an, die sich bezüglich der Konfiguration unterscheiden. Diese können mittels eines beschrifteten BIOS-Schalters auf dem PCB umgestellt werden. Zur Verfügung steht ein OC-Modus (die Werkseinstellung), ein Standard-BIOS (nicht zu verwechseln mit „Referenz“, „Cool Mode“ wäre die bessere Wahl) sowie ein Silent-Modus. Die falsche bzw. verwirrende Beschriftung der großen Version findet sich also auch auf dieser noch wieder.

Die BIOS-Versionen haben Auswirkungen auf die Faktoren ASIC-Power (Stromverbrauch GPU), Ziel-Temperatur der Lüftersteuerung und maximale erlaubte Lüfterdrehzahl.

BIOS-Versionen der PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Devil
OC-BIOS (Standard) Standard-BIOS (Alternativ) Silent-BIOS (Alternativ)
Maximale GPU-Leistungsaufnahme 260 Watt 220 Watt 195 Watt
Ziel-Temperatur 70 °C 65 °C 80 °C
Maximale Lüfterdrehzahl 3.500 Umdrehungen 3.500 Umdrehungen 1.500 Umdrehungen
Lüfter aus unter Windows Ja Ja Ja

Anders als bei der Radeon RX Vega 64 Red Devil lässt PowerColor die Lüfter auf der Radeon RX Vega 56 Red Devil mit allen drei BIOS-Versionen bei niedrigen Temperaturen anhalten. Deshalb ist die Grafikkarte auf dem Windows-Desktop lautlos. Ab einer GPU-Temperatur von rund 58 Grad Celsius fangen die Lüfter an zu drehen und bei weniger als 50 Grad hören sie wieder auf.

PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Devil – Der BIOS-Schalter
PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Devil – Der BIOS-Schalter

Das normale OC-BIOS bietet eine ASIC-Power von satten 260 Watt (Referenz 165 Watt) und damit genauso viel wie das Pendant auf der Radeon RX Vega 64 Red Devil. Die Ziel-Temperatur ist auf 70 Grad Celsius eingestellt und die Lüfter dürfen mit maximal 3.500 Umdrehungen in der Minute rotieren – der Wert wird aber nicht annähernd erreicht.

Das Standard-BIOS reduziert die ASIC-Power auf 220 Watt und die Ziel-Temperatur auf 65 Grad Celsius. Weitere Änderungen gibt es nicht. Das Silent-BIOS reduziert die ASIC-Power auf 195 Watt, die damit immer noch 30 Watt über AMDs Referenzangaben liegt. Die Ziel-Temperatur liegt bei 80 Grad Celsius und die Lüfterdrehzahl wird auf höchstens 1.500 Umdrehungen limitiert.

Drei Mal BIOS mal drei Mal Software

Pro BIOS gibt es darüber hinaus noch zwei weitere Einstellungen neben dem Standard (Balanced), die im Adrenalin-Treibermenü aktiviert werden können. So gibt es bei allen drei BIOS-Versionen noch einen Power-Save-Modus, der das Power Target und damit die maximale ASIC-Power um zehn Prozent reduziert. Im Turbo-Modus wird das Power Target dagegen um 15 Prozent erhöht. Alternativ können sämtliche Detaileinstellungen wie auch die Taktraten im WattMan-Tool manuell vorgenommen werden. Spieler können also aus neun verschiedenen Einstellungen wählen. Bei der Referenz von AMD sind es zwei mal drei.

Anschlüsse, Beleuchtung, Eckdaten

Die PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Devil bietet wie jede moderne High-End-Grafikkarte eine Beleuchtung, von RGB ist allerdings keine Spur: Das kleine Red-Devil-Logo auf der Grafikkarte ist immer in Rot beleuchtet. Wer das nicht möchte, kann die Beleuchtung per Switch auf dem PCB abschalten. Eine andere Farbe gibt es nicht.

Wie das Referenzdesign verzichtet die Partnerkarte auf einen immer weniger wichtigen DVI-Anschluss. Moderne Monitore können dagegen mit zwei HDMI- und zwei DisplayPort-Anschlüssen angesteuert werden.

PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Devil – Monitoranschlüsse
PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Devil – Monitoranschlüsse
Radeon RX Vega 56 im Vergleich
Merkmal AMD-Referenz Sapphire Nitro+ PowerColor Red Devil
Karte PCB-Design AMD Sapphire PowerColor
Länge, Breite 27 cm, 11,0 cm 31,0 cm, 13,0 cm 30,5 cm, 13,5 cm
Stromversorgung 2 × 8 Pin 3 × 8 Pin 2 × 8 Pin
Kühler Design Referenzkühler, 2 Slot Nitro+, 3,0 Slot Red Devil, 3,0 Slot
Kühlkörper Alu-Radiator, Vapor-Chamber 8 Heatpipes, Alu-Radiator, Vapor-Chamber 6 Heatpipes, Alu-Radiator
Lüfter 1 × 75 mm (radial) 2 × 95 mm (axial)
1 × 85 mm (axial)
3 × 85 mm (axial)
Lüfter abgeschaltet (2D) Nein Ja Ja
Takt
GPU-Idle 27 MHz 27 MHz 27 MHz
GPU-Maximum 1.640 MHz 1.650 MHz 1.635 MHz
Speicher 800 MHz (167 MHz) 800 MHz (167 MHz) 800 MHz (167 MHz)
Power Limit (GPU) 165 Watt (Standard-BIOS)
150 Watt (Zweites BIOS)
240 Watt (Standard-BIOS)
180 Watt (Zweites BIOS)
260 Watt (OC-BIOS)
220 Watt (Standard-BIOS)
195 Watt (Silent-BIOS)
Speichergröße 8.192 MB HBM2 8.192 MB HBM2 8.192 MB HBM2
Anschlüsse 1 × HDMI 2.0b
3 × DisplayPort 1.4
2 × HDMI 2.0b
2 × DisplayPort 1.4
2 x HDMI 2.0b
2 x DisplayPort 1.4

Garantie

PowerColor gibt auf Grafikkarten grundsätzlich zwei Jahre Garantie ab Kaufdatum, die Abwicklung findet über den Händler oder alternativ den Hersteller statt. Darüber hinaus erhalten Red-Devil-Käufer nach der Registrierung der Grafikkarte die Möglichkeit, über einen Chat direkt Kontakt mit PowerColor aufzunehmen.

Hersteller Zeitraum Optional verlängerbar Abwicklung
PowerColor 2 Jahre - Händler oder Hersteller

Details zu den Garantiebedingungen enthält der Artikel Grafikkarten: Garantiebedingungen von Abwicklung bis Kühlerwechsel.

Auf der nächsten Seite: Testergebnisse