Im Test vor 15 Jahren: Schnelle USB-Sticks mit 5 MB/s und 512 MB

Robert McHardy 72 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: Schnelle USB-Sticks mit 5 MB/s und 512 MB

tl;dr: Vor 15 Jahren waren USB-Sticks noch weit entfernt von den heutigen Kapazitäten von bis zu 2 TByte und Transferraten von rund 500 MByte/s. Dank USB 2.0 erreichten USB-Sticks im Test im Jahr 2003 Transferraten von fast 5 MByte/s bei Kapazitäten von maximal 2 GByte.

Sticks mit USB 2.0

USB-Sticks waren 2003 praktisch: Wer schnell Daten von einem Rechner auf den anderen kopieren wollte, dafür aber mehr Speicherplatz benötigte als eine Diskette bot und nicht gleich eine CD vergeuden wollte, für den waren USB-Sticks optimal. Die Geschwindigkeitsprobleme erster USB-Sticks waren 2003 überwunden: USB 2.0 ermöglichte in der Theorie bis zu 480 Mbit/s Bandbreite, während der ältere Standard USB 1.1 noch auf maximal 12 Mbit/s limitiert war. In der Praxis wurden diese Geschwindigkeiten aber bei weitem nicht erreicht. Da es preislich keinen Unterschied zwischen USB-Sticks mit den verschiedenen Standards gab, war in jedem Fall USB 2.0 zu empfehlen.

Die USB-Sticks im Vergleich
Hersteller Produktname Speichergröße USB-Standard Preis (Juli 2003)
Freecom FM-10 USB-2 Stick 512 MByte 2.0 320 Euro
Iomega Mini 128 USB Drive 128 MByte 1.1 66 Euro
PenDrive USB 2.0 Flash Hard Drive 256 MByte 2.0 110 Euro
Sharkoon USB 2.0 Flexi-Drive 128 MByte 2.0 40 Euro

Die getesteten USB-Sticks verfügten über Speicherkapazitäten zwischen 128 und 512 MByte. Drei der Sticks beherrschten den schnellen USB-2.0-Standard, während das Modell von Iomega noch auf USB 1.1 setzte. Im Preis machte sich das nicht bemerkbar: Der Mini 128 USB Drive war trotz des älteren Standards und gleicher Speicherkapazität über 50 Prozent teurer als der Konkurrent von Sharkoon.

Benutzt du noch regelmäßig einen USB-Stick?

Für 10 Euro legte PenDrive dem USB-Stick noch eine Docking-Station – im Prinzip ein USB-Verlängerungskabel – bei, was die Nutzung des Sticks erleichterte, wenn der Rechner schwer zugänglich war. Von Werk aus war der Stick in zwei Partitionen aufgeteilt: Auf der einen lag ein Passwort-Tool, die andere wurde erst nach Eingabe des persönlichen Passworts freigeschaltet. Der Iomega Mini 128 bot eine ähnliche Funktionalität.

Alle Viere
Alle Viere

Der Freecom FM-10 wurde vom Hersteller als wetterfest beworben – in der Praxis war er damit wohl eher gegen umgeworfene Wasserflaschen als gegen einen Regenschauer gewappnet. Die Software ermöglichte ebenfalls einen Ordner mit Passwortschutz zu erstellen. Zusätzlich konnte ein (passwortgeschützter) ZIP-Ordner aktiviert werden, bei dem alle Daten, die in darin abgelegt wurden, automatisch komprimiert wurden. Eine weitere Software erlaubte es, den Rechner für eine bestimmte Zeit oder solange, bis der USB-Stick eingesteckt wurde, zu sperren und ihn somit als eine Art Schlüssel zu verwenden.

In HD Tach erzielten die USB-Sticks von PenDrive und Sharkoon knapp unter 5 MByte/s beim sequentiellen Lesen und Schreiben. Damit reizten sie rund 40 Mbit/s der mit USB 2.0 zur Verfügung stehenden 480 Mbit/s aus. Der Freecom FM-10 erzielte beim Lesen mit rund 4 MByte/s nur etwas schlechtere Ergebnisse, kam dafür beim Schreiben aber auf knapp unter 1 MByte/s. Der Iomega Mini 128 erreichte in allen Tests aufgrund der Limitierung durch USB 1.1 auf unter 1 MByte/s und bildete das Schlusslicht in Sachen Leistung.

Heutige High-End-USB-Sticks wie der Kingston Ultimate GT (Test) erreichen bis zu 350 MByte/s über USB 3.0 bei Kapazitäten von 2 TByte, wobei für solche Sticks auch Preise jenseits der 1.000 Euro fällig werden. In den letzten Jahren hat sich allerdings ein Wandel von USB-Sticks zu externen SSDs wie der Samsung T5 (Test) abgezeichnet.

Auswertung der letzten Umfrage

Letzte Woche hat die Redaktion die Leser gefragt, ob sie einen Zusammenschluss mehrerer Laufwerke in Form eines RAID verwenden. Mit 73 Prozent stimmt die absolute Mehrheit der Umfrageteilnehmer dagegen. 15 Prozent der Leser setzen auf ein Software-RAID, wie es von den üblichen AMD- und Intel-Chipsätzen implementiert wird. Die verbleibenden Teilnehmer setzen auf einen dedizierten RAID-Controller, um den Laufwerksverbund zu realisieren.

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