OnePlus 6T im Test: Sehr viel Smartphone zum immer noch fairen Preis

Nicolas La Rocco 293 Kommentare
OnePlus 6T im Test: Sehr viel Smartphone zum immer noch fairen Preis
Bild: OnePlus

tl;dr: Das OnePlus 6T zum Startpreis von 549 Euro will sich erneut mit der etablierten Smartphone-Konkurrenz anlegen, die zwischenzeitlich ihre Preise auf teils mehr als 1.000 Euro erhöht hat. Das Kalkül des ehemaligen Start-Ups geht in der Tat erneut auf und unterm Strich steht wieder sehr viel Top-Smartphone zum fairen Preis.

Neues Basismodell mit 128 GB

Kein halbes Jahr nach dem OnePlus 6 lässt das ehemalige Smartphone-Start-Up aus Shenzhen heute schon das OnePlus 6T folgen. Die wichtigste Veränderung ist das größere Display mit integriertem Fingerabdrucksensor und reduzierter Notch. Doch es gibt auch an anderer Stelle Verbesserungen: Den Akku hebt OnePlus auf 3.700 mAh an, außerdem bietet jetzt schon das Basismodell 128 GB Speicher. Die Veränderungen fallen gemessen am Datenblatt überschaubar aus, für Besitzer eines OnePlus 5T oder OnePlus 5 ist das Upgrade sinnvoller als für diejenigen mit einem OnePlus 6.

Spezifikationen im Überblick

OnePlus 6T OnePlus 6 OnePlus 5T OnePlus 5
Software:
(bei Erscheinen)
Android 9.0 Android 8.1 Android 7.1
Display: 6,41 Zoll
1.080 × 2.340, 402 ppi
AMOLED, Gorilla Glass 6
6,28 Zoll
1.080 × 2.280, 402 ppi
AMOLED, Gorilla Glass 5
6,01 Zoll
1.080 × 2.160, 402 ppi
AMOLED, Gorilla Glass 5
5,50 Zoll
1.080 × 1.920, 401 ppi
AMOLED, Gorilla Glass 5
Bedienung: Touch, Fingerabdrucksensor, Gesichtsscanner Touch, Fingerabdrucksensor, Gesichtsscanner, Status-LED
SoC: Qualcomm Snapdragon 845
4 × Kryo 385, 2,80 GHz
4 × Kryo 385, 1,80 GHz
10 nm, 64-Bit
Qualcomm Snapdragon 835
4 × Kryo 280, 2,45 GHz
4 × Kryo 280, 1,90 GHz
10 nm, 64-Bit
GPU: Adreno 630
710 MHz
Adreno 540
710 MHz
RAM:
6.144 MB
LPDDR4X
Variante
8.192 MB
LPDDR4X
6.144 MB
LPDDR4X
Variante
8.192 MB
LPDDR4X
6.144 MB
LPDDR4X
Variante
8.192 MB
LPDDR4X
Speicher: 128 / 256 GB 64 / 128 / 256 GB 64 / 128 GB
Kamera: 16,0 MP, 2160p
Dual-LED, f/1,7, AF, OIS
16,0 MP, 2160p
Dual-LED, f/1,7, AF
Sekundär-Kamera: 20,0 MP, f/1,7, AF 20,0 MP, f/2,6, AF
Tertiär-Kamera: Nein
Quartär-Kamera: Nein
Frontkamera: 16,0 MP, 1080p
Display-Blitz, f/2,0
Sekundär-Frontkamera: Nein
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Advanced Pro
↓1.000 ↑150 Mbit/s
Advanced
↓600 ↑150 Mbit/s
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac
Wi-Fi Direct, Miracast
Bluetooth: 5.0 LE
Ortung: A-GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo
Weitere Standards: USB 2.0 Typ C, NFC
SIM-Karte: Nano-SIM, Dual-SIM
Akku: 3.700 mAh
fest verbaut
3.300 mAh (12,35 Wh)
fest verbaut
Größe (B×H×T): 74,8 × 157,5 × 8,20 mm 75,4 × 155,7 × 7,75 mm 75,0 × 156,1 × 7,30 mm 74,1 × 154,2 × 7,25 mm
Schutzart:
Gewicht: 185 g 177 g 162 g 153 g
Preis: 549 € / 579 € / 629 € ab 499 € / ab 549 € / ab 588 € ab 499 € / ab 545 € 499 € / 559 €

Gewohnt sehr gute Verarbeitung

Das OnePlus 6T ist auch ohne Fingerabdrucksensor auf der Rückseite wieder sofort als solches zu erkennen. Linienführung, Position der Kamera und Alert-Slider verraten schnell die Herkunft des Smartphones. Zum Start des Smartphones am 6. November belässt es OnePlus zunächst bei den laut Hersteller zwei beliebtesten Farben: das glänzende Mirror Black und das matte Midnight Black. Das vom OnePlus 6 bekannte Silk White mit roségoldenen Akzenten sowie potenziell weitere Farben könnten noch folgen.

Nichts zu meckern gibt es erneut an der Verarbeitung, die zum Preis von 549 Euro nicht schlechter ausfällt als bei einem Galaxy Note 9 (Test) oder iPhone Xr. Nur eine IP-Zertifizierung fehlt dem Smartphone, der Hersteller gibt jedoch an, dass kleine Spritzer dem Gerät nichts ausmachen. Das matte Chassis aus Aluminium liegt mit seiner leichten Rundung der Rückseite gut in der Hand und auch die Haptik der Tasten ist OnePlus wieder gelungen. Abseits dessen dominiert Glas das OnePlus 6T, vorne ist es das neue Gorilla Glass 6, hinten noch Gorilla Glass 5, da die neue Generation nicht rechtzeitig für die nachträgliche Behandlung der Oberfläche im Werk von OnePlus fertig wurde.

Kein eigener Kopfhöreranschluss mehr

Besitzer aller vorherigen OnePlus-Smartphones werden beim OnePlus 6T eine Sache partout nicht finden: einen 3,5-mm-Kopfhöreranschluss. Mit der aktuellen Generation des Smartphones ist dieser nun auch bei OnePlus weggefallen, und das aus zwei Gründen: Zum einen soll eine Umfrage bei den Kunden ergeben haben, dass diese zwischenzeitlich mehrheitlich auf kabellose Kopfhörer umgestiegen seien, zum anderen sitzt im Gehäuse an der Position der Buchse nun eine zusätzliche Platine für den Fingerabdrucksensor im Display.

Fingerabdrucksensor im Display

Screen Unlock nennt OnePlus die Technologie für einen Fingerabdrucksensor im Display. Genauer gesagt handelt es sich weniger um einen Sensor, sondern viel mehr um eine kleine Kamera unter dem OLED-Panel, die den Fingerabdruck durch dieses bei Druck auf das Glas ausliest. Gerade einmal 350 ms sollen vom Auflegen bis zum Entsperren vergehen, sagt OnePlus. Diese Angabe stimmt mit Erfahrungen aus der Praxis überein: Das neue System ist schnell genug, aber nicht so schnell wie die besten klassischen Fingerabdrucksensoren. Im Alltag stört der marginale Unterschied aber nicht, hier bleibt eher die Faszination an der neuen Technologie hängen, die übrigens auch dann funktioniert, wenn der Finger nass ist – jedoch noch etwas langsamer.

Das Display selbst ist mit 6,41 Zoll erneut größer geworden, das Format ist ebenfalls ein anderes und etwas stärker in die Länge gezogen. Auf 16:9 beim OnePlus 5, 18:9 beim OnePlus 5T und 19:9 beim OnePlus 6 folgt nun 19,5:9 bei einer Auflösung von 1.080 × 2.340 Bildpunkten, die wieder zu einer Pixeldichte von 402 ppi führt. Die auf Größe und Form eines Wassertropfens reduzierte Notch ist eine elegante Lösung für die Unterbringung der Frontkamera und in dieser Variante bereits vom Oppo R17 bekannt.

Hinsichtlich der qualitativen Eigenschaften des Displays muss zunächst die maximale Helligkeit angesprochen werden, die zumindest nach aktuellem Stand noch unterdurchschnittlich ausfällt. Im Gegensatz zum OnePlus 6 konnte beim Display des OnePlus 6T selbst durch aggressives Beleuchten des Lichtsensors nicht der High-Brightness-Modus aktiviert werden, der beim OnePlus 6 noch für eine sehr gute Helligkeit von über 600 cd/m² gesorgt hatte. Das OnePlus 6T erreicht hingegen wie das OnePlus 6 ohne diesen Modus knapp über 430 cd/m². ComputerBase steht diesbezüglich mit OnePlus in Kontakt und wird alsbald weitere Details nachreichen.

Das Display lässt sich erneut in fünf Modi betreiben: Standard, sRGB, DCI-P3, Adaptiv und Manuell. Die Einstellungen sind vergleichbar mit denen bei Samsung und erlauben die Wahl zwischen besonders kräftigen oder sich an Standards haltenden Voreinstellungen. Die Werte aus den Diagrammen entsprechen der Standard-Einstellung und zeigen mit einem Weißpunkt von 8.100 Kelvin eine kühle Abstimmung mit zugleich kräftiger Farbsättigung. Deutlich gemäßigter sieht das Display in den Modi sRGB und DCI-P3 aus, wobei das Plus an Farbraum bei DCI-P3 für eine schönere Darstellung sorgt. Der adaptive Modus geht einen Mittelweg aus Standard und DCI-P3 und sorgt für etwas kräftigere Farben sowie einen auf 7.600 Kelvin eingestellten Weißpunkt. Hier kommen die positiven Eigenschaften eines OLED-Bildschirms nicht ganz so künstlich wie beim Standard-Preset zum Vorschein.

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