Samsung Galaxy Tab S7+ im Test: 120 Hz, aber geringer Farbraum

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Michael Schäfer
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Das Galaxy Tab 7+ besitzt mit 12,4 Zoll das bisher größte Display, das in einem Samsung-Tablet verbaut wurde. Während bei diesem die AMOLED-Technologie von Samsung samt HDR10+ zur Darstellung der Inhalte genutzt wird, greift der Hersteller beim hier nicht getesteten kleineren Bruder Galaxy Tab 7 mit 11 Zoll lediglich zu einem LTPS-Panel. Während es jedoch den kompletten DCI-P3-Farbraum abbildet, müssen sich Nutzer des S 7+ mit dem NTSC-Farbraum zufriedengeben.

Beide Tablets stellen die Inhalte mit bis zu 120 Hz dar, was vor allem eine fließendere Darstellung von Inhalten bedeutet. So verlieren unter anderem Bilder beim Scrollen ihre Schlieren und sind auch in der Bewegung besser erkennbar, das Gleiche gilt für Texte. Ebenso führt die erhöhte Bildrate zu einer Verringerung der Latenzen bei der Stifteingabe und damit zu einem natürlicheren Schreibgefühl. Darauf wird noch im Verlauf des Tests genauer eingegangen.

Die höhere Bildrate geht aber, so viel sei bereits vorweggenommen, mit einem deutlich erhöhten Stromverbrauch einher. Wird das Feature nicht unbedingt benötigt, ist es ratsam, in den Einstellungen den verminderten Modus mit 60 Hz zu verwenden. Leider hat Samsung keine Möglichkeit integriert, die Funktion entweder über die Quick-Settings auszuwählen oder mit dem Start von vorher festgelegten Applikationen automatisch auf die erhöhte Bildrate umzuschalten. So könnten Spiele, Filme oder andere Apps mit der verminderten Bildrate starten, Programme mit Stifteingabe, Browser oder andere Dokumente dagegen mit 120 Hz.

Höhere Auflösung, größeres Display, geringere Pixeldichte

Die Auflösung des Galaxy Tab S7+ mutet mit 2.800 × 1.752 Bildpunkten zunächst hoch an, die Pixeldichte fällt mit 266 ppi jedoch deutlich geringer aus als beim Galaxy Tab 7 mit 2.560 × 1.600 Pixeln oder kleineren Bildschirmgrößen, die bereits seit Längerem die gleiche Auflösung verwenden.

Dafür belohnt das Galaxy Tab 7+ seine Käufer durch das AMOLED-Display mit einem absoluten Schwarzpunkt sowie einer kräftigen Farbdarstellung. Die Farbtreue ist dabei jedoch nicht immer gegeben – in den Grundeinstellungen wirken die dargestellten Farben oftmals etwas übertrieben. Sollte die Darstellung nicht gefallen, kann die Farbausgabe in den Einstellungen den eigenen Wünschen angepasst werden.

Ausreichend helles Display

Bei der maximalen Ausleuchtung hat Samsung gegenüber dem Vorgänger noch einmal etwas zugelegt. Brachte es das Galaxy Tab S6 bei der maximal einstellbaren Helligkeit noch auf gerade einmal 283 cd/m² und im adaptiven Modus bei hoher Umgebungshelligkeit auf 377 cd/m², fällt das Display des Galaxy Tab S7+ mit 438 cd/m² bei 100 Prozent Weißanteil deutlich heller aus. Bei hoher Umgebungshelligkeit sind sowohl im automatischen wie auch im manuellen Modus sogar bis zu 516 cd/m² möglich. Durch die APL-Regulierung („Average Picture Level“) lassen sich beim S7+ bei geringerem Weißanteil sogar Werte von über 600 cd/m² erreichen.

Dieser Umstand macht das Tablet auch unter freiem Himmel nutzbar, obwohl das Galaxy Tab S7+ hier bereits mit sichtbaren Spiegelungen zu kämpfen hat. Dem direkten Sonnenlicht hat aber auch dieses Modell nichts entgegenzusetzen. Die Ausleuchtung selbst ist dabei in allen Lagen sehr ausgeglichen und homogen. Die Farbtemperatur ist mit 7.040 K eher im kühlen Bereich einzuordnen, lässt sich aber ebenfalls manuell nachjustieren.

Samsung Galaxy Tab S7+ im Test
Samsung Galaxy Tab S7+ im Test

Die Blickwinkelabhängigkeit offenbart eine kleine Seltsamkeit: Wird in einem sehr flachen Winkel auf das Display geschaut, ergibt sich ein Punkt, an dem es einen deutlich sichtbaren Grünstich aufweist – darüber und darunter ist wieder alles in Ordnung und das Tablet präsentiert sich weiter mit kräftigen Farben.

Einmal ohne Blau und in dunkel

Zum Schonen der eigenen Augen gibt Samsung dem Nutzer zwei Hilfsmittel an die Hand: Zum einen wäre der Blaulichtfilter zu nennen, der entsprechende Anteile im Licht herausfiltert, die im Verdacht stehen, nach dem abendlichen Lesen das Einschlafen zu erschweren. Dieser kann wie gewohnt in dreifacher Art genutzt werden: Manuell eingestellt, über die sich nach Sonnenauf- und Sonnenuntergang richtenden Automatik oder anhand eines benutzerdefinierten Zeitplans.

Zum anderen gibt es den Nachtmodus, bei dem der Hintergrund dunkel eingefärbt wird und der auf dem Galaxy Tab S7+ mit allen Standard-Applikationen von Samsung und Google funktioniert. Bei Apps anderer Hersteller ist die dunklere Darstellung jedoch nicht immer garantiert. Aufgrund des AMOLED-Displays ist dieser Modus nicht nur gut für die Augen, sondern auch für den Stromspeicher.

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