Da ist mit Bestrafung nichts zu machen.
Schließt man die Mannschaft entsprechend aus, gehts halt übernächstes Jahr weiter.
Gibts nen Geisterspiel, gehts halt danach unverändert weiter. Auch nen Zwangsabstieg oder andere überzogene Maßnahmen hätten voraussichtlich keinen großen Effekt. Das Konzept krankt.
Angestachelt wird das ganze natürlich auch über die Medien, ein Beispiel:
http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-...tet-Sieg-von-Hannover-96-gegen-Dynamo-Dresden
Der ganze Artikel geht über das negative Verhalten der Dresdner Fans, was ich auch in keinem Fall gutheißen möchte. Im allerletzten - kürzesten - Absatz, wird dann aber kleinlaut noch folgendes nachgereicht:
Manche 96-Fans sehen das genauso. Nicht nur am Südeingang musste die Polizei am Mittwoch eingreifen. Im Norden versuchten auch hannoversche Fans, das Stadion zu stürmen.
Die H96-Fans haben also exakt dasselbe gemacht wie die Dresdner, interessiert nur keinen, da man bei Fußballrandalen mittlerweile im Schubladendenken angekommen ist.
Genauso sieht es mit dem kicker.tv- (Spiegel) Bericht aus:
http://www.spiegel.de/video/fankrawalle-beim-pokalspiel-in-hannover-video-1231711.html
Da werden wieder Schreckensszenarien beschrieben, als stünde ein Bürgerkrieg bevor.
Was sieht man: Eine marschierende Masse (man beachte (man hört es leider schlecht) die Fangesänge im Hintergrund), die Bengalos und Böller zündelt - natürliche in Verstoß gegen entsprechende Sprengmittelgesetze - aber nichts eskalierendes. Was mir da sofort in den Sinn kommt ist dieser
Spiegelbericht. Es wäre naheliegend, dass die Polizei durch ein fehlerhaftes Sicherheitskonzept mal wieder die Eskalation heraufbeschworen hat.
Evtl. wurde massiv gegen die Bengalo-Halter vorgegangen, womit im Umkehrschluss auch Gegengewalt durch die Hools folgt. Dann gabs Randale am Einlass. Sowas hab ich bisher nur erlebt, wenn das Konzept versagt: Wenn die Hereinwollenden durch lange Wartezeiten und unzureichende Abfertigung gegängelt werden. (Bsp EM in Polen, ich war dort, da war für tausende Fans gerade mal 3 Schalter offen, was sofort für eine angespannte Stimmung gesorgt hat).
Dass sich das Problem nicht alleinig bei den Dynamo-Fans verorten lässt, hat man im Stadion gesehen. Keine Ahnung wo Sky seine Außenmikrofone stehen hatte, aber oftmals waren v.a. die Dynamo-Fans zu hören, die Stimmung war toll und friedlich. Bis zum Abpfiff. Der "Platzsturm" war ja eher auch nur ein gemütlich zu den Spielern laufen, hat da jemand Gewalt oder irgendwas dergleichen gesehen?
Man sollte sich auch vor Augen halten, dass Dynamo 12.000 Anhänger mit nach Hannover gebracht hat (welcher Zweitligaverein bringt das quer durch die ganze Republik auf die Reihe?), von denen lediglich 300 als gewaltbereit eingestuft wurden.
Dieses Kategoriedenken, wie es z.B. 1337Gamer hier an den Tag legt ist einfach nur im höchsten Maße falsch. Es sind - genauso wenig wie in Frankfurt - die Fans im Allgemeinen, die ein schlechtes Verhalten haben. Es sind diese Fanatiker und die kann man nicht mit lapidaren Strafen gegen den Verein bekämpfen, Unsinn! Soll man jetzt Schalke 04 und den BVB von der Bundesliga ausschließen, weil es vor dem letzten Derby Gewaltszenen gab?
Was ich sagen will: Das Sicherheitskonzept und der Umgang mit Fans, auch mit radikalen Fans sollte überdacht werden. Ein System aus Bestrafung und Einengung führt nur zu einer Verschärfung der Lage: Der Hass gegen DFL und DFB ist/wird so groß, dass deren Sanktionen nur zu einer Verschlimmerung führen. Das Sicherheitskonzept muss mit den Fans erarbeitet werden. Gewaltbereits Hools müssen frühzeitig erkannt werden, diese sollten gezielt durch den Staat bestraft werden. Allgemeine Aktionen gegen den Verein bringen gar nichts.
P.S. Falls sich jemand meine Worte zurechtbiegen will, hier noch mal ausdrücklich: Ich verachte solche Gewalt und die Gewalttäter sollten bestraft werden! Die Frage ist: Warum kommt es zu Gewalt, und die wird nirgendwo erörtert, es geht immer nur darum, wie man den Verein - der gar nichts dafür kann - danach bestraft.
Von mir aus soll man Dynamo auch aus dem Pokal ausschließen, nur denke ich nicht, dass das irgendetwas brächte - im Gegenteil.