Letztes Ende ist das Ganze eine Risikoabwägung in Vereinbarung mit volkswirtschaftlichen Erwägungen. Der Profifussball ist nicht wirklich das Problem, aber er ist prominent und steht daher im Fokus.
Mal alle statistischen Überlegungen bei Seite gelassen, ob es überhaupt sinnvoll ist, drastische Massnahmen zu ergreifen, müsste man theoretisch exakt da anpacken, wo die Übertragungsgefahr am größten ist. Nämlich überall dort, wo sich in geschlossenen Räumen größere Mengen an Personen zusammen finden. Das funktioniert z.B. bei Konzerten in Hallen etc. gut, scheitert aber schon krachend am ÖPNV oder den Schulen weil dann die Funktionalität des allgemeinen Lebens ausgehebelt wäre und zudem die Arbeitnehmer wie Arbeitgeber ggf. schwer geschädigt würden. Die Öffentlichkeit will aber sehen, dass etwas passiert und Politiker wären nicht Politiker, wenn sie den Ruf des Volkes nicht erhören würden. Also "bedient" man sich gerne bei den großen Outdoorveranstaltungen, die zwar auch ein Risiko darstellen, wie generell jede Begegnung zwischen Mensch und Mensch, aber im Gegensatz zum ÖPNV ein vergleichbar geringeres.
Würde man statt dessen sämtliche Bordelle temporär schließen, wäre das vermutlich wesentlich effektiver, aber na ja.....!?
Die Clubs dürften im Vergleich in einer guten Position sein, da ich mal davon ausgehe, dass DFL und DFB entsprechende Versicherungen abgeschlossen haben (die Münchner Rück und/oder Swiss Re werden dieses Jahr kotzen). Etliche Arbeitnehmer und auch Arbeitgeber werden in deutlich schlechterer Position sein, auch wenn Vadder Staat aushilft.
Bei den Planungen der Vereine sollte es vor allem Planungssicherheit geben und da hapert es eben im Moment. Da das Föderalismusprinzip nicht ausgehebelt werden darf, aber man gerne den Ländern trotzdem den schwarzen Peter zuschiebt, wenn sie sich sinnvoller Weise unterschiedlich entscheiden, ist eben der Veranstalter, die DFL oder die UEFA gefragt, dafür zu sorgen, dass Planungssicherheit herrscht. D.h., klarstellen in welcher Form der Ligabetrieb läuft oder eben nicht läuft. Und da haperts wie üblich!
Zu welchen Kapriolen das führen kann, siehe SGE/Basel. Die UEFA genehmigt das Spiel, die örtlichen Behörden beim Hinspiel mit Zuschauern. Das Rückspiel könnte nun als Geisterspiel statt finden, was aber die örtlichen Behörden untersagen. Findet das Team keinen Ausweichort, könnten sie das Hinspiel so hoch gewinnen wie sie wollten, sie würden raus fliegen, weil sie kein Rückspiel durchführen konnten. Andererseits könnte man so ein Spiel ja auf jedem Dorfacker durchführen, ohne Zuschauer. Basel bräuchte nicht mal 10 km zu Reisen um das hinter der Grenze zu machen......!?