AW: Fußballstammtisch 2015 (1. Beitrag beachten)
Also das mit den Tickets und der Stimmung in der BPL stimmt. Habe da selbst auch schon Berichte gesehen und gelesen wonach die BuLi in GB stark auf dem Vormarsch ist. Für viele Briten ist es sogar günstiger sich ein Ticket zu einem BuLi-Spiel zu besorgen und dann einen günstigen Hin- und Rückflug zu diesem Spiel, als ein Ticket für ein BPL-Spiel kosten würde. Dazu noch die ausverkauften Hütten mit meist guter Stimmung in der BuLi (v.a. im Pott

).
Bzgl der Investoren, das hatten wir schon so oft das Thema. Die Hürden um sowas einzudämmen oder sogar zu verhindern sind viel zu seicht, deshalb geht das ja. Und da die Briten in der Hinsicht weniger, ich sage mal stur und traditionell danken als die Deutschen, konnte man sich da von der klassischen Vereinsstruktur lösen und sich für Investoren öffnen. Mit all seinen Vor- und Nachteilen. In der BuLi haben wir derzeit das Problem, dass es mittlerweile ein paar Vereine mit "Gönnern" gibt. Dass das bei den Vereinen, die keinen haben nicht auf Gegenliebe stößt, ist doch vollkommen klar. So werden künstlich Vereine aus dem nichts mit aberwitzigen Beträgen hochgezüchtet und andere Vereine, die seit jeher ehrlich und hart am Limit gearbeitet haben, müssen dadurch dann doch ihren Platz räumen. Ja das finde ich auch irgendwie scheiße. In England interessiert das kaum noch einen, da hat sowieso jeder einen Investor.
Dass Geld aber nicht gleich Erfolg oder Chancengleichheit bedeutet ist aber auch klar. Man kann noch so teure und begnadete Fußballer für 20 Milliarden holen, aber wenn man ihre Egos etc nicht unter einen Hut bekommt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie was gewinnen doch recht niedrig. National mag es möglich sein auch mit elf Einzelspielern über 34/38 Spieltage gesehen Meister zu werden, da hat man mehr Chancen, jeder will mal glänzen, etc.. International, gerade im KO-Modus ist das aber ungleich schwerer, das ganze auf zwei Spiele nur mit individueller Qualität zu schaffen, gerade wenn der Gegner als Mannschaft mit nicht unbedingt sehr viel weniger individueller Klasse antritt. Siehe Chelsea oder Man City.
Und Chancengleichheit ist wieder was ganz anderes. Es kommt natürlich auf die Vorzeichen des Clubs an ob sie große oder kleinere Investoren anlocken. Vereine wie Chelsea oder City, die schon eine gewisse Tradition in England haben und eine gewisse Fanbase, das sind Prestige Objekte in die ein Investor eher Geld stecken will als in kleinere Vereine wie Reading oder Crystal Palace z.B.. Wäre in D doch ähnlich, da großen wie der FCB, BVB, S04, der HSV, da würden eher stärkere Sponsoren anbeißen als in Freiburg oder Braunschweig. In WOB ist es ja auch "nur" die Lokalität mit VW, die dort sitzen. Hoffenheim auch. Leipzig war strategisch von RB gewählt. Ein großes Ballungszentrum in der BRD, wo aber weit und breit kein hochklassiger Fußball gespielt wird, aber durchaus Aussicht auf Erfolg hätte. Eine moderne Arena ist ebenfalls schon vorhanden, das Risiko sogar vergleichsweise gering. Das alles beeinflusst welche Investoren ein Verein prinzipiell anlocken kann, aber Chancengleichheit hätte man nur, wenn man andere Restriktionen setzt, die im System Fußball nicht durchzuführen sind, das ist also eine Illusion. Für sowas bräuchte man in etwa das US-System aus NBA, NFL, NHL, MLB (allen voran den Salary Cap) und die sind ganz anders organisiert als der Fußball.