@Darknemesis_79 Ich habe den Eindruck, du pauschalisierst gerade etwas zu sehr. Linux ist der Kernel und der hat keine bestimmte Zielgruppe, weder Consumer noch Gaming noch Industrie. Der Kernel ist dafür da, Hardware anzusprechen, das ist zielgruppenübergreifend.
Linux-Distributionen hingegen haben durchaus Zielgruppen. Und hier gibt es solche, die Gamer als Zielgruppe wählen, solche für Otto-Normalverbraucher/Consumer, solche für professionelle Anwendungen usw. Linux ist eben kein Einheitsbrei sondern hat für gefühlt jeden Einsatzbereich die passende Distro. Ich könnte mich auch hinstellen und behaupten, dass Windows Server nicht für Consumer und für Gaming gedacht ist sondern nur für professionelle Anwendungen, ja herzlichen Glückwunsch.
Ja, Linux hinkt in Sachen Treiber bei nVidia und Intel hinterher, das hat aber nichts mit Linux' Orientierung auf den "falschen" Markt zu tun oder mit Ideologie, sondern schlicht damit, dass Linux weitaus weniger Benutzer hat, sodass Intel und nVidia hier keine Priorität bei der Treiberentwicklung sehen. Genau dasselbe gilt für deine Behauptung, dass Gaming unter Linux nur dank Proton funktioniert. Das liegt nicht daran, dass es schwieriger ist für Linux nativ zu entwickeln, sondern daran dass Spieleentwickler gerne nur für eine Plattform entwickeln statt für zwei, und hier wird natürlich Windows dank der weit höheren Nutzerzahl bevorzugt. Mit Proton ist aber eine Lösung vorhanden, wie Spiele wunderbar auch unter Linux laufen, ohne dass die Entwickler eine native Version für Linux schreiben müssen. Ich weiß nicht, wieso du diese durchaus elegante Lösung mit künstlicher Beatmung vergleichst.
Auf lange Sicht könnte ich mir gut eine Entwicklung vorstellen, wo Spiele-Entwickler für eine betriebssystemübergreifende Schnittstelle entwickeln, die dann von Bibliotheken des jeweiligen Betriebssystems weiter interpretiert wird. Was ja mit Vulkan bereits existiert, aber eben noch weniger verbreitet ist.