9/24 Intel Pentium 4 2,2 GHz und AthlonXP 2000+ im Test : Der Kampf der Titanen

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Windows Boottime

Zum Messen der Bootgeschwindigkeit kam das von Microsoft entwickelte Programm Bootvis zum Einsatz. Dieses Programm ist eigentlich zum Optimieren des Boot-Vorgangs entwickelt worden und analysiert zu diesem Zwecke bis ins kleinste Detail den Systemstart. Unter anderem wird die Boot-Aktivität, CPU-Nutzung, der Festplatten In-/Output die Treiberverzögerung und vieles mehr untersucht. Bei der Bootzeit generell hat sich gezeigt, dass diese so gut wie gar nicht von der Taktfrequenz des Prozessors abhängig ist, da in der Regel andere Komponenten den Systemstart unnötig verzögern. Während die Bootzeit beim Athlon XP 2000+, Athlon XP 1900+ und Athlon XP 1800+ durchschnittlich nur 12,85 Sekunden betrug, war der Pentium 4 2,2 GHz nach gut 14,2 und der Pentium 4 2,0 GHz erst nach 15,69 Sekunden einsatzbereit. Allerdings sind diese Ergebnisse nicht direkt vergleichbar, da beim Systemstart insbesondere das Mainboard und die Onboard-Komponenten einen großen Einfluss haben. Da man einen Pentium 4 aber schlecht in einem Sockel A Board betreiben kann, müssen wir wohl oder übel damit leben. Welchen Einfluss die Installation von Anwendungen auf den Systemstart haben kann, wurde nach der Installation von Sysmark 2001 mehr als deutlich. Um ganze zwei Sekunden wurde der Bootvorgang durch dieses Anwendungspaket verzögert. Damit zeigt sich wieder einmal, wie wichtig es doch ist, das Betriebssystem regelmäßig von unnötigem Ballast zu befreien.

Sandra 2002

Bevor wir die Riege von insgesamt fünf Prozessoren in realen Anwendungen gegeneinander antreten lassen, möchten wir uns an dieser Stelle erst einmal die theoretischen Leistungswerte der Boliden genauer ansehen. Zu diesem Zweck haben wir Sandra herangezogen, da hier sowohl die 3DNow!, SSE1 als auch die SSE2 Erweiterung der Prozessoren korrekt erkannt und dementsprechend auch ausgenutzt wird.

Sandra Prozessor-Test
Sandra 2002 bietet gleich zwei Benchmarks, die ausschließlich die Leistung des Prozessors ermitteln sollen. Hierbei kommt zum einen der Dhrystone Benchmark zum Einsatz, der ursprünglich von Siemens entwickelt wurde, um die Leistung des Hauptprozessors zu messen. Zum anderen wird über den Whetstone Benchmark die Leistung des Co-Prozessors bestimmt. Beide Tests erfolgen ohne die Berücksichtigung der erweiterten Mutlimedia-Befehlssätze. Auch bei der Verwendung von Gleitkommazahlen (Floating Point Data) bestätigt sich dieses Ergebnis.

Bereits bei den ersten theoretischen Ergebnissen liefern sich der Pentium4 und der Athlon XP ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Während der Athlon XP beim Dhrystone, einem arithmetischen Test, den Pentium 4 klar schlagen kann, selbst der Athlon XP 1800+ ist hier schneller als ein Pentium 2,2, ergibt sich beim Whetstone ein leicht anderes Bild. Zumindest dann, wenn die von einem Intel Mitarbeiter auf SSE2 optimierte Version des Benchmarks zum Einsatz kommt. Hier ist es dem Pentium4 mit 2,0 GHz möglich, den schnellsten Athlon XP gut 100 Punkte abzunehmen. Kommt dagegen der Standard Whetstone Benchmark zum Einsatz, können die Ergebnisse vom Pentium 4 in keinster Weise überzeugen. Mehr als 1000 Punkte trennen in diesem Fall Pentium 4 und Athlon XP. Die vom Whetstone getestete Gleitkomma-Einheit der Prozessoren ist beim Athlon somit wesentlich leistungsfähiger. Der Athlon XP entscheidet damit diesen Test trotz seines deutlich geringeren Taktes für sich.

Sandra Multimedia-Test
Beim Multimedia-Test von Sandra 2002 wird ein Algorithmus (Chaostheorie von Mandelbrot) verwendet, der unter anderem auch beim Generieren von realistischen Naturobjekten wie Bergen oder Wolken zum Einsatz kommt. Bei diesem Benchmark werden auch die erweiterten Befehlssätze des Pentium 4 oder die des Athlon XP berücksichtigt. Da die Implementierung von SSE1 in diesem Teiltest besser als die von 3DNow! ist, haben wir den Athlon XP mit seiner SSE1 Einheit (d.h. 3DNow Professional) arbeiten lassen. Beim Pentium 4 kam dagegen sowohl SSE1, also auch SSE2 zum Einsatz.

Sandra 2002 Multimedia Integer SSE/SSE2
Sandra 2002 Multimedia Integer SSE/SSE2

Auch beim Multimedia-Test bestätigen sich die Ergebnisse vom Test zuvor. In der Integerleistung (Ganze Zahlen) ist der Athlon XP auch hier überlegen. Besonders bei zu Hilfenahme der SS1 Erweiterung macht sich diese Überlegenheit deutlich. In diesem Falle kann selbst der Athlon XP 1800+ einen Pentium 2,2 schlagen. Bei Zuhilfenahme der SSE2 Erweiterung verschiebt sich dieses Bild nur leicht. Der Athlon XP 2000+ bleibt nach wie vor ungeschlagen und selbst der Athlon XP 1900+ mit einem realen Takt von 1,6 GHz kann sich vor dem schnellsten Pentium 4 einreihen.

Sandra 2002 Multimedia Floating Point SSE/SSE2
Sandra 2002 Multimedia Floating Point SSE/SSE2

Beim Mutlimedia-Test mit Gleitkomma-Daten gibt es diesmal ein anderes Ergebnis. Überraschenderweise beschleunigt SSE2 den Pentium 4 in diesem Fall nicht. Offenbar lässt hier die Optimierung noch zu wünschen übrig, obwohl diese auch von Intel vorgenommen worden ist. Konzentrieren wir uns also diesmal auf die SSE1 Ergebnisse. Wie wir sehen macht auch hier der Athlon XP 2000+ eine sehr gute Figur. Dennoch gebührt dem Pentium 4 2,2 GHz diesmal der erste Platz. Der Pentium 4 2,0 GHz wirkt dagegen klar abgeschlagen. Er muss sich selbst dem Athlon XP 1800+ geschlagen geben.

Sandra Speicher-Test
Der Speichertest von Sandra belegt mindestens 50 Prozent des verfügbaren Arbeitsspeichers. Dieser Benchmark ermittelt die Leistung des Speicher-Subsystems, ebenso wie die Caches. Hierfür werden sowohl arithmetische als auch Gleitkommaopertationen durchgeführt. Da dieser Test sehr stark von den Plattformen abhängig ist, wollen wir nur einen kurzen Blick darauf werfen.

Wie wir sehen, kann sich der Pentium 4 aufgrund der Rambus-Plattform deutlich vom DDR-Speicher System, das beim Athlon XP zum Einsatz kam, absetzen. Speziell diesen Umstand sollten wir im späteren Testverlauf im Hinterkopf behalten.

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