5/14 Samsung Galaxy S im Test : Apple iPhone, halt dich fest

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Display

Samsung wirbt aggressiv mit dem im Galaxy S verbauten Super-AMOLED-Display. Doch statt blind auf das Marketing des Herstellers zu vertrauen, werfen wir einen sehr genauen Blick auf den so umjubelten Bildschirm, der die Konkurrenz angeblich in den Schatten stellen soll.

Für diesen Blick vertrauen wir diesmal nicht nur unseren Augen. Zur Ermittlung der Detailwiedergabe, Schärfe und des Kontrastes wurden verschiedene Aufnahmen mithilfe einer Canon EOS-1Ds Mark II erzeugt. Und weil auf unser Sehorgan auch bei der Unterscheidung von Helligkeit und Farbe nicht immer Verlass ist, stand uns für die Beurteilung von Helligkeit und Farbtemperatur ein Kolorimeter auf Basis des X-Rite DTP94 zur Seite.

Zum Vergleich bieten wir diesmal das Apple iPhone 4, das Google Nexus One sowie das HTC Desire auf.

Während die von HTC hergestellten Modelle Desire und Google Nexus One auf ein AMOLED-Display setzen, hat sich Samsung für eigene Geräte das sogenannte Super-AMOLED vorbehalten. Laut Samsung erreicht dies eine 20 Prozent höhere Helligkeit, 80 Prozent geringere Reflexion des Sonnenlichts und eine um 20 Prozent verringerten Stromverbrauch. Der Apple-Konkurrent iPhone 4 setzt hingegen auf ein LCD-Display mit S-IPS-Panel.

Alle AMOLED-Vertreter stellen 800 × 480 Pixel dar – bei Auflösungen von 252 ppi (HTC Desire, Google Nexus One) oder 233 ppi (Galaxy S). Das iPhone 4 zeigt 960 × 640 Pixel bei 326 ppi. Das Super-AMOLED des Galaxy S setzt im Vergleich zu den AMOLED-Displays der beiden HTC-Geräte nicht auf die gleiche „PenTile-Matrix“, welche auf größere blaue Subpixel setzt, um diese bei geringerer Helligkeit nicht so schnell altern zu lassen.

Helligkeit

Widmen wir uns zunächst der minimalen und maximalen Leuchtdichte der Geräte. Viele bezeichnen diese auch als Helligkeit. Dazu haben wir im Betriebssystem der Smartphone die jeweils niedrigste und höchste Stufe ausgewählt und während der Darstellung eines weißen Bildschirms die Leuchtdichte mit dem Kolorimeter ermittelt.

Helligkeit (weiß)
  • Maximale Leuchtdichte:
    • iPhone 4
      486,00
    • Samsung Galaxy S I9000
      311,00
    • Google Nexus One
      217,00
    • HTC Desire
      202,00
  • Minimale Leuchtdichte:
    • iPhone 4
      2,90
    • HTC Desire
      7,00
    • Google Nexus One
      24,00
    • Samsung Galaxy S I9000
      84,00

Mit über 300 cd/m² kann man dem Galaxy S I9000 eine sehr gute maximale Helligkeit attestieren. Schade ist allerdings, dass die minimal einstellbare Leuchtdichte ebenfalls sehr hoch ist. Eine wesentlich größere Bandbreite bietet hier das iPhone 4. Mit der kleinsten minimalen und der mit Abstand höchsten maximalen Leuchtdichte weist es die Konkurrenz klar in die Schranken. Die beiden HTC-Geräte Desire und Nexus One können mit ihren AMOLED-Displays in der Kategorie Helligkeit nur bei wenig Umgebungslicht überzeugen.

Weißpunkt und Farbstich

Unsere Diagramme zeigen den Weißpunkt der verschiedenen Displays auf. Dazu haben wir mit den Testgeräten ein vollkommen weißes Bild erzeugt und mit dem Kolorimeter zunächst die passende Leuchtdichte ermittelt. Als Maßstab haben wir Werte von 140 sowie 200 cd/m² festgelegt, da bei 140 Candela je Quadratmeter in den eigenen vier Wänden gut vom Display abgelesen werden kann und 200 das Minimum für den Außenbereich darstellen sollten.

Ein gelber Kreis mit schwarzem Rand zeigt den Weißpunkt des jeweiligen Geräts. Zur Orientierung befindet sich im Hintergrund ein Bild zur Darstellung der Farbanteile. Je näher der Punkt dem Zentrum des Diagramms ist, desto besser. Dies würde gleiche Anteile der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau bedeuten. Damit die Betrachtung des Displays nicht den Rahmen dieses Artikels sprengt, belassen wir es bei dieser sehr vereinfachten Erklärung.

Samsung Galaxy S I9000 bei ca. 136 cd/m² (9880K)
HTC Desire bei ca. 140 cd/m² (7369K)
Google Nexus One bei ca. 140 cd/m² (8070K)
iPhone 4 bei ca. 140 cd/m² (6951K)
Weißpunkt bei zirka 140 cd/m² (Galaxy S I9000, Desire, Nexus One, iPhone 4)

Bei 140 cd/m² fällt bereits der deutliche Cyanstich des Samsung Galaxy S I9000 auf. Die Farbtemperatur liegt bei 9880 K und wird somit im Vergleich zu Tageslicht (D65) als sehr kalt empfunden. Während das HTC Desire und das Google Nexus One ebenfalls einen zu kalten Weißpunkt darstellen, aber eher einen Magentastich vorweisen, stellt das iPhone 4 das Weiß nahezu so dar, wie es das menschliche Auge bei mittlerem Tageslicht gewohnt ist.

Samsung Galaxy S I9000 bei ca. 200 cd/m² (9750K)
HTC Desire bei ca. 200 cd/m² (7750K)
Google Nexus One bei ca. 200 cd/m² (8480K)
iPhone 4 bei ca. 200 cd/m² (7017K)
Weißpunkt bei zirka 200 cd/m² (Galaxy S I9000, Desire, Nexus One, iPhone 4)

Ein ähnliches Bild bietet auch die Weißdarstellung bei 200 cd/m². Erneut ist das iPhone 4 hier am nächsten an der erwünschten Norm. Das Galaxy S I9000 zeigt hingegen einen minimal stärkeren Cyanstich als zuvor. Die Farbtemperatur des HTC Desire und Google Nexus One wird etwas kälter, letzteres verliert seinen leichten Magentastich.

Höhere Blauanteile im Display des Galaxy S könnten von Samsung absichtlich mit dem Hintergedanken erzeugt worden sein, dass die blauen OLEDs deutlich schneller altern als grüne oder rote. Nach monatelanger Nutzung sollte sich dieser Effekt abmildern und die Farbbalance ausgeglichener sein. Ähnlich, aber durch die PenTile-Matrix möglicherweise anders ausgeprägt, ist es bei dem HTC Desire und dem Google Nexus One.

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