Im Test vor 15 Jahren: CD-Brenner mit 48x auf der letzten Rille

Jan-Frederik Timm 201 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: CD-Brenner mit 48x auf der letzten Rille

tl;dr: Heute spielt die CD zur Speicherung von Daten nur noch eine untergeordnete Rolle. Wer allerdings heute noch zum CD-Rohling greift, beschreibt ihn mit aktueller Hardware maximal noch genau so schnell wie vor 15 Jahren: Damals hatte ComputerBase die ersten 48x-Brenner im Test.

Auch die DVD ließ 2002 sich schon brennen - aber

Die DVD war im August 2002 zwar schon drei Jahre alt und DVD-Brenner seit einem Jahr sowohl für DVR-R(W) als auch für DVD+R(W) verfügbar, deren Preis lag aber mit deutlich über 500 Euro noch zu hoch, als dass sie im Privatkundensegment eine wesentliche Rolle spielten. Die anfängliche Inkompatibilität zwischen DVD+R und DVD-R und die Preise für die Rohlinge schreckten da gleich doppelt ab. Obwohl die Diskussion um die Möglichkeit, kommerzielle DVDs zu vervielfältigen, mit dem Gerichtsverfahren um den Autor des Tools DeCSS in vollem Gange war, war DVDs zu brennen noch nicht in den deutschen Haushalten angekommen.

Schnelle CD-Brenner waren zum Beschreiben optischer Medien dort immer noch die erste Wahl. Und im Jahr 2002 schickten sie sich an, eine auch heute noch relevante Geschwindigkeitsbarriere zu erreichen: 48x.

Lieferumfang Asus CRW-4816A
Lieferumfang Asus CRW-4816A
Lieferumfang CDRW 481248 tx
Lieferumfang CDRW 481248 tx

48x-Brenner von Asus und Traxdata im Test

ComputerBase hatte am 29. August 2002 und damit vor fast genau 15 Jahren zwei erste Brenner dieser Geschwindigkeitsklasse mit IDE-Schnittstelle zum Preis von 149 Euro im Test: Den Asus CRW-4816A und den Traxdata CDRW 481248 tx. Beide in mausgrau. Die Brenner gab es dabei schon ein paar Monate, aber erst zu diesem Zeitpunkt waren auch die mit 48x zertifizierten Rohlinge im Handel verfügbar. Die Brenner versprachen CDs achtundvierzig Mal so schnell zu brennen, wie sie im Audio-CD-Player gelesen werden. Bis zu 48 × 176,4 Kb/s = 8.467 Kb/s sollten so auf den Rohling gebannt werden können.

Das betraf in diesen Geschwindigkeitsregionen aber nur noch die äußersten „Ringe“ der CD, denn nur dort konnten aufgrund des größeren Radius die für diese Datenrate erforderlichen Geschwindigkeiten erreicht werden. Dasselbe Tempo in der Mitte der CD hätte noch höhere Rotationsgeschwindigkeiten erforderlich gemacht, und schon die genutzten brachten Rohlinge mit den erzeugten Fliehkräften an ihre Grenzen. Letztendlich starteten die Brenner den Schreibvorgang bei 22x, respektive 23x, um ihn dann linear bis zum Maximum zu steigern. Im Durchschnitt waren es 38,5x und 37,0x.

Fazit: Nur für Vielvollschreiber lohnt sich der Wechsel

Damit lautete letztendlich auch das Fazit im Test: Nur für Anwender, die regelmäßig ganze CDs vollschreiben, war die Anschaffung eines so schnellen Brenners eine Überlegung wert. Und selbst dann war im August 2002 noch das größte Problem, kompatible Rohlinge zu finden, die ihr Versprechen im Alltag einzulösen vermochten. Denn mit 48x hatten CD-Brenner einen echten Meilenstein erreicht, der sich auch heute noch im Handel zeigt: Es gibt vorwiegend Rohlinge mit Geschwindigkeiten bis 48x und zum Teil sogar bis 52x. Nicht nur der Bedeutungsverlust der CD hat dazu geführt, dass die Entwicklung der CD-Brenner mit 48x fast am Ende war. Der in Relation zur DVD oder Blu-ray mit geringerer Datendichte beschriebenen CD waren einfach physikalische Grenzen gesetzt.

Heute sind reine CD-Brenner quasi aus dem Handel verschwunden. Für Desktop-PCs finden sich unter 149 Angeboten im Preisvergleich nur noch falsch zugeordnete Laufwerk in dieser Kategorie, erhältlich sind letztendlich nur noch Combo-Brenner, die CD und DVD beherrschen.

Nutzt du heute noch CD-Brenner?
  • Ja, regelmäßig
    4 %
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    34 %
  • Nein, gar nicht mehr
    62 %

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