Im Test vor 15 Jahren: Von 2.1- bis 7.1-Systemen mit exzellenter Verarbeitung

Robert McHardy 93 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: Von 2.1- bis 7.1-Systemen mit exzellenter Verarbeitung

tl;dr: Hersteller von PC-Soundsystemen legten im Jahr 2004 großen Wert auf gute Verarbeitung. ComputerBase testete sechs Systeme von 2.1 bis 7.1 der Hersteller Creative, Logitech und TerraTec (Test). Abstriche mussten Interessenten nur bei den gesalzenen Preisen machen.

Von 70 bis 500 Euro

Während für die günstigste Anlage im Test – das Creative 2.1 Inspire T2900 – lediglich 70 Euro fällig wurden, kam das teuerste Soundsystem in Form des Creative 7.1 Gigaworks S750 THX auf rund 500 Euro. Allen sechs getesteten Systemen war die sehr gute bis exzellente Verarbeitung gemein. Die weiteren Testkandidaten setzten sich aus dem Logitech Z2200 und Z5300 THX, dem TerraTec Home Arena TRX 884 sowie dem Creative 7.1 Inspire T7700 zusammen.

Bezüglich des Lieferumfangs unterschieden sich die Systeme nicht bedeutend. Im Allgemeinen waren neben den eigentlichen Lautsprechern noch Stoffblenden, Standfüße, Kabel, ein Netzteil sowie – mit Ausnahme des TerraTec Home Arena – eine (Kabel-)Fernbedienung enthalten.

Bei den technischen Daten fanden sich hingegen deutliche Unterschiede zwischen den Systemen. Das Creative Inspire T7700 als günstigstes 7.1-System kam beispielsweise auf lediglich 8 Watt Sinusleistung pro Kanal, während die beiden teureren Systeme auf 70 Watt kamen. Das Creative Gigaworks S750 THX konnte durch seinen leistungsstarken Subwoofer glänzen, der eine Sinusleistung von 210 Watt erbrachte. Während das Inspire Z7700 mit einem Frequenzbereich ab 40 Hz vor allem im Tieftonbereich zu wünschen übrig ließ, schoss Creative mit dem S750 THX mit bis zu 40.000 Hz etwas über das Ziel und das menschliche Gehör hinaus.

Creative Inspire T7700 TerraTec Home Arena TRX 884 Creative Gigaworks S750 THX
Leistung 92 Watt Sinus 84 Watt Sinus 700 Watt Sinus
Kanäle 7.1
Satellit 8 Watt Sinus pro Kanal 70 Watt Sinus pro Kanal
Center 20 Watt Sinus wie Front-Satellit wie Satellit
Subwoofer 24 Watt 28 Watt 210 Watt Sinus
Frequenzbereich 40–20.000 Hz 18–22.000 Hz 20–40.000 Hz
Eingänge 7-Kanal analog (Klinke) 7-Kanal analog (Cinch)/AUX (Cinch) 7-Kanal analog (Klinke)
Pegelsteuerung Software oder Kabelfernbedienung Software oder am Subwoofer Software oder Infrarot-Fernbedienung
Besonderheiten 7-Kanal-Sound, 2-Wege-Satelliten 7-Kanal-Sound THX-Zertifizierung, Rauschabstand: 99 dB, Holzkorpus-Subwoofer, Wandstärke: 25 mm, 7-Kanal-Sound
Verkaufspreis 150 Euro 180 Euro 500 Euro

Wer etwas weniger Geld investieren wollte, für den waren die Systeme mit 2.1- oder 5.1-Aufbau gedacht. Das Inspire T2900 bot zwar lediglich zwei Satelliten mit jeweils 6 Watt und einem 17-Watt-Subwoofer, kostete dafür aber auch nur 70 Euro. Für weitere 110 Euro bot Logitech das Z220 THX an, das neben der namensgebenden THX-Zertifizierung auf dem Papier vor allem durch eine deutlich höhere Leistung aufwartete. Das Z5300 THX war mit seinem 5.1-Aufbau ein Zwischenschritt zwischen den kompakten 2.1- und den mächtigen 7.1-Systemen. Im Vergleich zu den 7.1-Anlagen – mit Ausnahme des Inspire T7700 – konnten die Subwoofer nicht so tiefe Frequenzen wiedergeben.

Creative Inspire 2.1 T2900 Logitech Z2200 THX Logitech Z5300 THX
Leistung 29 Watt Sinus 200 Watt Sinus, 400 Watt Impuls 280 Watt Sinus, 500 Watt Impuls
Kanäle 2.1 5.1
Satellit 2 × 6 Watt 2 × 40 Watt 4 × 35,25 Watt
Center 39 Watt
Subwoofer 17 Watt 120 Watt 100 Watt
Frequenzbereich 30–20.000 Hz 35–20.000 Hz 35–20.000 Hz
Eingänge 2-Kanal analog (Klinke) 5-Kanal analog (Klinke)
Pegelsteuerung Software oder Kabelfernbedienung Software oder Kabelfernbedienung
Besonderheiten 2-Wege-Satelliten THX-Zertifizierung, Videospielkonsolen-Adapter THX-Zertifizierung, Videospielkonsolen-Adapter
Verkaufspreis 70 Euro 180 Euro 280 Euro

Abgesehen von den technischen Spezifikationen – die bei Audio-Hardware ohnehin wenig Aufschluss über den tatsächlichen Klang geben – konnten die Systeme vor allem durch ihre Verarbeitung überzeugen. Abnehmbare Stoffbespannungen, stabile Gummifüße zur Entkopplung, solide Gehäuse und stabile Fernbedienungen gehörten zur Grundausstattung. Die Standfüße des Logitech Z5300 THX konnten per 180°-Drehung in Wandhalterungen verwandelt werden. Wer einen mobilen Creative-Player besaß, der konnte bei den Audioanlagen des Herstellers diesen über die M-Port-Schnittstelle problemlos anschließen und so Musik abspielen, ohne den Computer anschalten zu müssen. Ein Kritikpunkt an einigen der Anlagen, der aus heutiger Sicht kurios erscheint: Die Standfüße der Centerspeaker konnten nicht problemlos auf einem Röhrenmonitor angebracht werden. Vor dem Monitor konnten die Lautsprecher aber auch nicht aufgestellt werden, da sie dann in die Bildfläche hineinragten.

Die Audioqualität war hervorragend

Die Bewertungen der Audioqualität im Test reichten von „gut“ bis zu „hervorragend“, ausnahmslos alle Systeme konnten in dieser Hinsicht überzeugen. Die beiden Logitech-Systeme überzeugten zwar durch gute Audio- und Verarbeitungsqualität, der Preis war dennoch im Vergleich recht hoch. Preislich war vor allem das Creative Inspire T7700 interessant, das gute Klangqualität und eine ausgewogene Abstimmung bot. Gerade für Spieler und Cineasten war das durch den 7.1-Surround-Sound vermittelte „Mittendrin-Gefühl“ ein besonderes Erlebnis.

In allen Belangen ausgezeichnet war das Creative Megaworks S750 THX. Die hohe Pegelfestigkeit sorgte dafür, dass auch – im Wortlaut des Autors vor 15 Jahren – „brachiale Tiefbassorgien“ kein Problem für das System darstellten. Dazu gesellten sich eine sehr gute Detailauflösung und ausgewogenes Klangbild im Kombination mit herausragender Verarbeitung und Beigaben wie einer Infrarot-Fernbedienung. Mit 500 Euro war das System allerdings primär an Nutzer gerichtet, die alle diese Qualitäten auch zu schätzen wussten.

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In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

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