Im Test vor 15 Jahren: ATi und Nvidia rendern um den Gabentisch

Robert McHardy 67 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: ATi und Nvidia rendern um den Gabentisch

tl;dr: Im Jahr 2003 kämpften ATi und Nvidia mit der Radeon 9800 XT und der GeForce FX 5950 Ultra im High-End- und mit der Radeon 9600 XT und GeForce 5700 Ultra im Mainstream-Bereich um die Krone. Im Test vor 15 Jahren verglich ComputerBase dementsprechend gleich elf verschiedene Modelle.

Ein Wechselspiel in den Benchmarks

Die GeForce FX 5950 Ultra basierte auf dem nV38, der gegenüber des nV35 der GeForce FX 5900 Ultra über 25 MHz mehr GPU- und 50 MHz mehr Speichertakt verfügte. Wie bei der FX 5900 Ultra war der Speicherbus 256 Bit breit, woraus sich ein Speicherdurchsatz von 30.400 MByte/s ergab. Mit 135 Millionen Transistoren auf 207 mm² war der nV38 gleich komplex wie der nV35. Alleine aus den marginal höheren Taktraten folgte in der Theorie nur eine bedingt höhere Leistung.

Ähnlich verfuhr ATi bei der Radeon 9800 XT, die gegenüber dem Pro-Modell lediglich um 32 MHz mehr GPU- und 25 MHz mehr Speichertakt verfügte. Die beiden kleineren Modelle Radeon 9600 XT und FX 5700 Ultra hatten im Vergleich zu den High-End-Modellen deutlich abgespecktere GPUs. Insbesondere wurden die Textureinheiten und damit die Texelfüllrate halbiert. Bei der Radeon 9600 XT wurden zusätzlich zwei Vertex-Pipelines gestrichen. Durch den schmaleren Speicherbus sank auch die Speicherbandbreite deutlich ab.

GeForce FX 5950 Ultra GeForce FX 5900 Ultra GeForce FX 5700 Ultra Radeon 9800 Pro Radeon 9800 XT Radeon 9600 XT
Chip nV38 nV35 nV36 R350 R360 RV360
Takt (MHz) 475 450 475 380 412 500
Rendering-Pipelines 4 (8) 4 8 4
Pixelfüllrate 1.900 MPix/s 1.800 MPix/s 1.900 MPix/s 3.040 MPix/s 3.296 MPix/s 2.000 MPix/s
TMUs je Pipeline 2 1
Texelfüllrate 3.800 MTex/s 3.600 MTex/s 1.900 MTex/s 3.040 MTex/s 3.296 MTex/s 2.000 MTex/s
Vertexshader DirectX 9, VS 2.0+ DirectX 9, VS 2.0
Vertex-Pipelines 3 4 2
Dreiecksdurchsatz 356 MT/s 337 MT/s 356 MT/s 380 MT/s 412 MT/s 250 MT/s
Texturen pro Pass 8 (16)
Pixelshader PS 2.0+ PS 2.0
Speicher 256 MByte 128 MByte 256 MByte 128 MByte
Anbindung 256 Bit DDR 128 Bit DDR2 256 Bit DDR 128 Bit DDR
Speichertakt (MHz) 475 425 450 340 365 300
Bandbreite 30.400 MByte/s 27.200 MByte/s 14.400 MByte/s 21.760 MByte/s 23.400 MByte/s 9.600 MByte/s
Single-Pass Texturop. 16 (D3D)/4 (OpenGL) 16 (D3D)/8 (OpenGL)
FSAA/AF-Technik IntelliSample HCT IntelliSample Smoothvision 2.1
RAMDAC 2× 400 MHz
TV-Encoder integriert
Interne Genauigkeit 128 Bit (FP32) 96 Bit (FP24)

Die beiden High-End-Modelle ATi Radeon 9800 Pro und Nvidia GeForce FX 5950 Ultra waren im Test mit jeweils drei Grafikkarten vertreten. Diese stammten von Asus, Powercolor und Sapphire (ATi) respektive Inno3D, Leadtek und MSI (Nvidia). Die Radeon 9600 XT und GeForce FX 5700 Ultra kamen auf jeweils zwei Modelle sowie zusätzlich eine Radeon 9600 Pro. Die beiden Nvidia-Grafikkarten wurden von AOpen und Gainward zur Verfügung gestellt, die drei ATi-Modelle kamen von Asus und Sapphire.

  • Asus Radeon 9600 XT
  • Asus Radeon 9800 XT
  • PowerColor Radeon 9800 XT
  • Sapphire Atlantis Radeon 9600 Pro
  • Sapphire Atlantis Radeon 9600 XT Fireblade Edition
  • Sapphire Atlantis Radeon 9800 XT
  • AOpen Aeolus GeForce FX 5700 Ultra
  • Gainward FX PowerPack! Model Ultra/960
  • Inno3D Tornado GeForce FX 5950 Ultra
  • Leadtek WinFast A380 Ultra TDH
  • MSI GeForce FX 5950 Ultra

Abhängig vom gewählten Spiel oder Benchmark, der Auflösung und der Nutzung anisotroper Filterung und Antialiasing wechselten sich die Radeon 9800 XT und die GeForce FX 5950 Ultra an der Spitze ab. Ähnlich sah es auch bei den Mittelklasse-Modellen Radeon 9600 XT und GeForce FX 5700 Ultra aus. Je nachdem, ob ein Spiel ATi- oder Nvidia-Grafikkarten besser lag, konnte dann selbst die nominell langsamere FX 5700 Ultra an der Radeon 9800 XT vorbeiziehen.

Abhängig vom Budget und dem geplanten Verwendungszweck hatten Spieler damals viel Auswahl. Während Nvidia prinzipiell ältere Titel besser lagen als der Konkurrenz sank die Leistung bei Zuschaltung von Antialiasing überdurchschnittlich ab. Und auch die Shader-Performance ließ bei Nvidia im Vergleich stark zu wünschen übrig. Radeon von ATi galt deshalb als potentiell zukunftssicherer.

Elf GeForce RTX 2080 im Vergleich

Gleiche GPU, quasi gleiches Tempo: Dieses Credo gilt nicht nur für aktuelle Custom Designs der Nvidia GeForce RTX 2080 (Test), auch vor 15 Jahren war es Abnehmern der Grafikchips quasi nicht möglich, den Modellen signifikant mehr Leistung zu entlocken – Unterschiede bezogen sich im Wesentlichen auf die Lautstärke, die Optik, die Garantie sowie den Lieferumfang. Bei der GeForce RTX 2080 liegt die Spanne zwischen schnellen und langsamen Partnerkarten aktuell bei fünf Prozent. Bei Maxwell waren es im Jahr 2015 zwischenzeitig aber auch einmal 20 Prozent.

Hinweis: Wer sich dieses Jahr ebenfalls eine High-End-Grafikkarte wünscht, der muss dank des ComputerBase-Nikolaus-Gewinnspiels dafür eventuell nicht einmal Geld ausgeben. Der Hauptpreis ist ein Rechner mit AMD Ryzen Threadripper 2950X und einer Nvidia GeForce RTX 2080.

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In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

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