Schenker XMG Ultra 17 im Test: Mehr Leistung im Gaming-Notebook geht derzeit nicht

Jan-Frederik Timm 173 Kommentare
Schenker XMG Ultra 17 im Test: Mehr Leistung im Gaming-Notebook geht derzeit nicht
Bild: Schenker

tl;dr: Gaming-Notebooks der XMG-Ultra-Serie loten traditionell aus, wie viel Spiele-Leistung im Laptop-Formfaktor möglich ist. Sie kombinieren zu diesem Zweck gesockelte 95-Watt-Desktop-CPUs mit mobilen GPUs in einem nur noch bedingt portablen Formfaktor. Mobile Gaming-Notebooks kommen dieser Klasse aber immer näher.

Das aktualisierte XMG Ultra 17 (e19) setzt wieder auf ein wuchtiges Barebone (Clevo P775TM1-G), das bei Abmessungen von 418 × 295,3 × 40,9 mm (B × T × H) rund 4,0 Kilogramm auf die Waage bringt. Das Gaming-Notebook ist damit eher als ortsungebundener Gaming-PC mit integriertem Display denn als mobiles Gaming-Notebook anzusehen.

Ab 2.279 Euro zu haben, für 4.040 Euro im Test

Wie viel Leistung in dem System steckt, können Kunden relativ frei und passend zu ihren Vorstellungen sowie finanziellen Möglichkeiten entscheiden. Zum Einstiegspreis von 2.279,00 Euro gibt es den Core i7-8700 (6K/12T, 65 Watt) mit einer mobilen GeForce RTX 2060, 8 GB RAM und einer 250 GB großen SSD (SATA, M.2). Das matte Display setzt auf Full HD und bietet 144 Hertz sowie G-Sync.

Das ComputerBase zur Verfügung gestellte Testsystem mit Core i9-9900K (8K/16T, 95 Watt), mobiler GeForce RTX 2080, 64 GB Speicher (2 × 32 GB) und einer 1 TB großen SSD (M.2, PCIe) kostet mit dem gleichen Display hingegen 3.901 Euro. Windows 10 Pro (Lizenz) schlägt mit jeweils 139 Euro zu Buche. Ein mattest UHD-Display mit 60 Hertz und G-Sync kostet 300 Euro Aufpreis.

Das XMG Ultra 17 mit Core i9-9900K und GeForce RTX 2080 Mobile
Das XMG Ultra 17 mit Core i9-9900K und GeForce RTX 2080 Mobile

Schenker XMG Ultra 17 im Überblick

Den Desktop-Prozessor setzt auch Schenker nicht vollständig ungebremst in das System. Zwar darf die CPU für wenige Sekunden mit den vollen Turbo-Taktraten laufen und zeigt in HWiNFO dann eine Package-Power von bis zu 152 Watt, danach wird sie aber auf 100 Watt eingebremst – das sind 5 Watt mehr, als Corsair dem gleichen Prozessor im Corsair One i160 (Test) gestattet. Einen Unterschied in der Leistung macht das allerdings nicht mehr.

Im so genannten „Premium Bios“ können Anwender das langfristige TDP-Oberlimit allerdings anpassen. Und auch die Spannung von CPU und GPU lässt sich in „sicheren Grenzen“ manuell einstellen. Bei der CPU sind das maximal -120 mV, -100 mV waren beim Testmuster schon ab Werk konfiguriert. Probleme gab es nicht. Auch dass sich Mikrofon, Webcam, Bluetooth und WLAN im Bios abschalten lassen, gehört zu den sonst von Clevo-Barebones nicht gebotenen Funktionen, erklärt Schenker.

XMG Ultra 17 im Vergleich zum Razer Blade 15
XMG Ultra 17 im Vergleich zum Razer Blade 15

Im Vergleich zum bereits von ComputerBase getesteten Gigabyte Aero 15-X9 mit Core i7-8750H und mobiler Geforce RTX 2070 Max-Q, aber auch zum ebenfalls getesteten Razer Blade 15 (2019) mit Core i7-8750H und GeForce RTX 2080 Max-Q ist das XMG Ultra 17 in dieser Konfiguration damit leistungsfähiger: Die mobile GeForce RTX 2080 darf mehr Strom verbrauchen als die Max-Q-Variante und die CPU sollte in keinem Titel einen Flaschenhals darstellen, wie es bei den 45-Watt-CPUs immer mal wieder der Fall ist.

XMG Ultra 17 (Testmuster)
CPU Intel Core i9-9900K
8 Kerne, 16 Threads, 95 Watt TDP
GPU Nvidia GeForce RTX 2080 Mobile
RAM 64 GB DDR4-2666 (2 × 32 GB), 4 Slots
SSD 1 TB Samsung 970 Evo Plus (NVMe)
Display 17,3 Zoll, Full HD, IPS, 144 Hertz, G-Sync, matt
Akku 82 Wh, werkzeuglos wechselbar
Anschlüsse 1 × Thunderbolt 3, 1 × USB 3.1 Gen 2 (Typ C),
4 × USB 3.0 (Typ A), 2 × Mini DisplayPort 1.4,
1 × HDMI 2.0, Audio, 6-in-1-Kartenleser,
RJ-45, Kensington
Konnektivität Intel Wireless-AC 9260, Bluetooth 5.0
Abmessungen (B × T × H) 418 × 295 × 41 mm
Gewicht 4 kg
Farbe Schwarz
Betriebssystem Windows 10 Pro (64 Bit)
Preis 4.040 €

Gekühlt werden CPU und GPU über zwei nicht gänzlich getrennte Kreisläufe, die über je einen Lüfter verfügen. Je zwei Heatpipes führen die entstandene Wärme exklusiv zum jeweiligen Radiator, eine Heatpipe durchzieht hingegen beide Kühlkörper.

Die Kühlung für die gesockelte CPU (links) und die GPU auf dem MXM-Modul (rechts)
Die Kühlung für die gesockelte CPU (links) und die GPU auf dem MXM-Modul (rechts)

Das Notebook bietet vielfältige Anschlüsse, wobei der proprietäre Anschluss für das 330-Watt-Netzteil an der Rückseite nervt: Das Kabel rutscht beim Verrücken des Notebooks sehr leicht heraus.

GeForce RTX für Notebooks im Überblick

GeForce RTX auf Basis von Turing ist seit Februar in verschiedenen Varianten in Notebooks zahlreicher Hersteller verfügbar. GeForce RTX 2080 und RTX 2070 gibt es dabei jeweils auch in besonders auf Effizienz getrimmter Max-Q-Variante.

Alle drei GPUs verfügen über dieselbe Konfiguration wie die Desktop-Derivate. Auch Speichervolumen und -geschwindigkeit sind gleich. Den Unterschied machen die Taktraten der GPU. Der Turbo der herkömmlichen mobilen Varianten liegt laut Nvidia mindestens 210 bis 400 MHz unter dem der Desktop-Version, die Max-Q-Versionen befinden sich noch mal bis zu 500 MHz darunter und ihr Speicher taktet mit 6.000 statt 7.000 MHz.

Die mobile GeForce RTX 2080 im XMG Ultra 17 bietet 28 Prozent mehr Shader und ca. 10 Prozent mehr Takt als die GeForce RTX 2070 Max-Q. 30 Prozent mehr Leistung sollten im GPU-Limit also möglich sein. Die TDP liegt dafür mit 80 zu 150+ Watt aber auch gut doppelt so hoch. Interessant ist der Vergleich zur identisch konfigurierten Max-Q-Version der RTX 2080. Hier zieht die GPU im XMG Ultra 17 ihren Vorteil einzig und allein aus einem statt maximal 80 bis zu 150 Watt großen TDP-Spielraum.

RTX 2080
(Max-Q)
RTX 2080
Desktop
RTX 2070
(Max-Q)
RTX 2070
Desktop
RTX 2060 RTX 2060
Desktop
Architektur Turing
GPU TU104 TU106 TU106-200
Shader-Einheiten 2.944 2.304 1.920
GPU-Takt (Basis) 735–1.380 MHz 1.515 MHz 885–1215 MHz 1.410 MHz 960 MHz 1.365 MHz
GPU-Takt (Boost) 1.095–1.590 MHz 1.800 MHz (FE) 1.185–1.440 MHz 1.710 MHz (FE) 1.200 MHz 1.600 MHz
Speicher 8 GB GDDR6 6 GB GDDR6
Speichertakt 7.000 (6.000) MHz
Leistungsaufnahme (GPU) 80–150+ Watt 225 Watt 80–115 Watt 185 Watt 80–90 Watt 160 Watt

Unter Dauerlast fällt der erreichbare Takt mit 1.680 MHz (Kingdom Come: Deliverance, Full HD, Ultrahoch-Preset) dann auch über 400 MHz höher als auf der GeForce RTX 2080 Max-Q im Razer Blade 15 aus. Limitiert wird der Takt dabei ausschließlich und sofort nach dem Spielstart über das Power-Target, während die Temperatur mit konstant 82 °C noch keinen einschränkenden Einfluss hat.

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