Nihil Baxxter
Lieutenant
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Vigilant schrieb:Ich würde aber dennoch klar Film von Spiel abgrenzen. Bei Filmen kann ich der Sprache und den Untertiteln bei Bedarf und mit etwas Übung ganz gut folgen.
Hinzu kommt dass, dass Filme generell wesentlich "leichter" zu synchronisieren sind, als Spiele. So ein Film dauert vielleicht 100min und ist linear. Spiele gehen 10h bis 160h, manchmal mehr und sind interaktiv. Da gibt es nicht selten hunderttausende Zeilen Text. Und bei diesen hunderttausenden Textzeilen ist es nicht damit getan, sie von guten Sprechern einfach ablesen zu lassen, sondern für jede dieser Zeilen muss der Sprecher den jeweiligen Kontext kennen, wozu es eine wirklich umfassende Regiearbeit braucht. Wird die Zeile geflüstert, geheuchelt, gewitzelt, gefleht, geschrien? Dann die Betonung: Beim folgenden Satz z.B. ergibt sich ein klar unterschiedlicher Subtext, je nach dem welches Wort betont wird:
Jürgen fährt diesen Weg HINAUF. (also nicht hinab)
JÜRGEN fährt diesen Weg hinauf. (also nicht Katrin)
Jürgen FÄHRT diesen Weg hnauf. (also läuft er nicht)
Jürgen fährt DIESEN Weg hinauf. (also nimmt er nicht den anderen)
Das sind meist Sachen, die bei Synchros nicht so ideal umgestzt werden (können) und mir daher die Immersion nehmen. Für eine wirklich gute Synchro müsste also exakt der gleiche Aufwand betrieben werden, wie für die Origialvertonung. Und selbst dann gibt es noch immer sprachliche oder kulturelle Unterschiede, Wortspiele, Dialekte etc. die nicht so einfach in jeder Sprache funktionieren.
Am Ende des Tages ist aber beides legitim:
"Keine Synchro, kein Kauf" genau so wie "Ich spiele nur OV". Mit keiner dieser Einstellungen "behindert" man den anderen.