Thane schrieb:
Ich finde aber schon, dass man bei den Bayern erkennt, was sie vorhaben. Die Frage ist, ob man Kovac zutraut, die Mannschaft auch spielerisch dauerhaft auf ein hohes Niveau zu bekommen.
Ich weiß nicht, ob es so sehr auf die spielerische Komponente ankommt, als viel mehr eher auf die taktische oder konzeptionelle Komponente. Von daher klar, man muss dem Coach die Freiheit lassen sein Ding durch zu ziehen um zu sehen hat der so was ähnliches wie ein langfristiges Konzept. Bei einem Pep hat man das voraus gesetzt, weil er schon vordem sehr erfolgreich war. Man hat ihm im Prinzip die Alleinherrschaft in allen Mannschaftsangelegenheiten überlassen, was für den FCB auch nicht selbstverständlich ist, bei einem "Fremden" von weit außerhalb. In letzter Konsequenz gelungen ist es aber dann halt auch nicht, auch wenn nicht viel gefehlt hat.
Seit Pep weg ist, ist man aber auch nicht recht weiter gekommen und sucht nach eben jenem mittelfristigem tragfähigen Konzept. Mit Kovac ist man Risiko gefahren, da er als Trainer vergleichsweise unerfahren ist und außer einem Pokalsieg an sich nichts vorweisen kann. Zudem hatte er Null Einfluss auf die Zusammenstellung des Kaders. Und prompt lief natürlich nicht alles nach Wunsch, was den genannten Umständen geschuldet aber auch taktischen Fehlern von Kovac. In einem ersten Jahr ist das aber imho völlig normal. Die Frage ist halt, ob die Bosse, das auch so sehen. Aber selbst wenn sie es anders sehen, stehen die Kandidaten eben nicht Schlange. Zizou ist nicht mehr zu haben, Klopp vorerst auch nicht, Nagelsmann hat sich anders entschieden, Mourinho und Hoeness wäre eine zu explosive Mischung und Tuchel werkelt hoffentlich noch lange daran, Petrodollars zu verbrennen.
Falls also Meisterschaft und Cup eingefahren werden, wird Kovac aller Voraussicht nach bleiben. Wenn aus dem Team keine allzu großen Widerstände kommen gegen ihn, und das wird massiv weniger, wenn die alten Alphatiere weg sind, kann das noch was werden.
Wie schnell man als Trainer mit einer taktischen Massnahme aber mal so richtig ins Klo greifen kann, hat ja gestern der bisher fast makellos arbeitende Frankfurter Trainer bewiesen, als er ein Team das bisher ausschliesslich offensiv orientiert spielte, temporär auf Beton anrühren umgestellt hat, mit einer Formation, die vorher noch nie zusammen gespielt hat, mit dem Resultat, dass die auch noch völlig desorientiert waren, neben den Konditionsschwächen. Immerhin war er so ehrlich das auch so zuzugeben, dass das Debakel größtenteils auf seine Kappe ging.