areiland schrieb:Trotzdem erhalten diese Organisationen massig Steuergelder, ohne die sie vermutlich erst gar nicht existieren könnten, sie hängen also am Tropf zumindest unserer Regierung. Da frage ich mich dann schon, wie weit die Regierungsferne solcher Organisationen überhaupt noch geht.
Kleiner Ausflug: „Massig Steuergelder, ohne die sie vermutlich gar nicht existieren könnten“ ist als pauschale Beschreibung von NGOs schlicht nicht durch die Daten gedeckt.
Die repräsentative ZiviZ-Survey zeichnet da ein deutlich anderes Bild: Zivilgesellschaftliche Organisationen finanzieren sich aus einem bunten Mix verschiedener Quellen. Bei Vereinen stammen im Durchschnitt etwa 45% aus Mitgliedsbeiträgen, 18% aus Spenden, 17% aus selbsterwirtschafteten Mitteln und lediglich 12% aus öffentlichen Mitteln. Je nach Rechtsform und Tätigkeitsfeld gibt es natürlich erhebliche Unterschiede.
Schon der politische Beissreflex beim Begriff „NGO“ verengt dabei den Blick: Organisierte Zivilgesellschaft besteht eben nicht nur aus den Klima-, Umwelt- oder Menschenrechtsorganisationen, an denen sich die Debatte gerne abarbeitet, sondern umfasst ebenso Sport, Kultur, Bildung und Medien sowie Berufs- und Wirtschaftsverbände.
Genau deshalb ist auch der Schluss „staatlich gefördert = regierungsabhängig“ schon in der Prämisse zu pauschal. Das Misstrauen kann man selbstverständlich zum Anlass nehmen, bei einer konkreten Organisation Finanzierung, Förderbedingungen und mögliche Abhängigkeiten zu prüfen. Aber genau diese Prüfung müsste dann eben auch kommen. Die blosse Behauptung „sie bekommen massig Steuergeld, also hängen sie am Tropf der Regierung“ ersetzt sie nicht. Wer vom einen auf das andere schliessen will, muss diese Abhängigkeit schon konkret nachweisen.
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