8/23 Intel Core i7-3960X im Test : Sechs Kerne. Hoher Takt. Unvernünftig.

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Turbo 2.0 & weitere Features

Die Featureliste der „Sandy Bridge-E“ ist sehr umfangreich. Heraus ragen dabei natürlich der Turbo 2.0, Hyper-Threading, die „AES-NI“ und die AVX-Unterstützung, die neben typischen Dingen wie VT-x und SSE-Instruktionen zur Verfügung steht.

Turbo 2.0

Mit dem Turbo 2.0 kommt bei den High-End-Prozessoren der gleiche neue Modus zum Einsatz, der bereits im Mainstream-Segment seit dem Beginn des Jahres enthalten ist. Dieser ist eine insbesondere aus technischer Sicht sehr interessante Angelegenheit. Denn bei diesem kommen unzählige Faktoren zum Einsatz, die letztendlich vollständig automatisch und jederzeit dynamisch die Effizienz der Prozessoren steigern sollen. Da der Turbo 2.0 vollständig im Prozessor integriert ist, kann er auf alle Funktionen zurückgreifen. An erster Stelle stehen dort die Überwachung der Spannungen, Taktfrequenzen und auch Temperaturen, die den Einsatz des Turbos erst ermöglichen.

Durch die vollständige Integration und Überwachung kann der Turbo 2.0 eine gesteigerte Spannung und damit auch einen höheren Takt zulassen. Damit agiert der Prozessor sogar über dem Spielraum der Kühlleistung des Systems, den die TDP definiert. Doch hier kommt wiederum die Physik ins Spiel, denn Strom wandelt sich nur träge in Wärme um, was einen gewissen zeitlichen Vorsprung verschafft. Genau in diesen maximal 30 Sekunden kann der Prozessor oberhalb seiner eigentlichen TDP-Klassifizierung agieren.

Dennoch gibt es natürlich feste Grenzen, die der Turbo innerhalb der TDP einhalten muss. Diese sehen unterschiedliche Stufen bei der Belastung von maximal zwei, vier oder auch allen sechs Kernen vor. Bei Core i7-3960X sind es bei einem Basistakt von 3,3 GHz maximal 3,6 GHz wenn fünf oder sechs Kerne belastet sind, bei einer Auslastung von drei oder vier Kernen sind es 3,7 GHz und wenn lediglich ein oder zwei Kerne belastet werden, 3,9 GHz.

Aida64 Turbo-Erkennung
Aida64 Turbo-Erkennung

Die dynamische Regelung macht es jedoch zu einem trickreichen Spiel, bei der auch das Mainboard mitspielen muss, teilweise sogar eine entscheidende Rolle spielen kann. Bei unserem Asus P9X79 Pro kann beispielsweise betreffend des Turbos eine Menge eingestellt werden. Dabei wird jedoch erst beim Testen in der Praxis wirklich klar, wie sich die einzelnen Modi genau verhalten. Denn lässt man alles auf „Auto“, wird dank unseres guten Prozessorkühlers und der dazu passenden Gehäuselüftung die Taktfrequenz für alle sechs Kerne auf die eigentlich nur für zwei Kerne vorgesehene Frequenz gesetzt – 3,9 GHz. Diese 300 MHz Taktunterschied zum eigentlich maximalen Turbo-Modus des Core i7-3960X spiegeln sich natürlich im Verbrauch und der Leistung wieder.

Turbo-Einstellungen beim Asus P9X79 Pro
Turbo-Einstellungen beim Asus P9X79 Pro
Turbo-Einstellungen beim Asus P9X79 Pro
Turbo-Einstellungen beim Asus P9X79 Pro

Diesen „normalen“ Turbo-Modus bekamen wir erst erst bei der Auswahl für den Turbo „Per Core“, dann aber für die einzelnen sechs Kerne weiterhin einfach alles im automatischen Modus. Damit agierte alles exakt so wie es sein soll, maximal 3,6 GHz bei sechs Kernen unter Last wurden automatisch angelegt, der Verbrauch sank etwas, aber eben auch die Leistung. Zu guter Letzt haben wir noch die dritte Option ausprobiert und den Turbo komplett deaktiviert. Was die drei Möglichkeiten letztlich für Auswirkungen haben, zeigen die nachfolgenden Tests.

Weitere Features

Wie bereits zu Beginn dieses Abschnitts angeführt, sind die Features sonst auf dem Niveau des Core i7-2600K, der aktuell das Flaggschiff auf Basis der gleichen Architektur darstellt. Dazu zählt in erster Linie natürlich Hyper-Threading sowie die „AES New Instructions“ AESENC, AESENCLAST, AESDEC, AESDECLAST, AESKEYGENASSIST und AESIMC und AVX-Unterstützung, aber auch elementare Dinge wie die Virtualisierungsfunktion und SSE-Befehle.

Doch wie die bisherigen Flaggschiffe wird auch der Core i7-3960X nicht alles bieten. VT-d (ein Virtualisierungsfunktion auf I/O-Ebene) wird ihm im aktuell ausgelieferten C1-Stepping fehlen, aber diesmal ist es keine künstliche Kastration, sondern schlichtweg ein Erratum im 2,27 Milliarden Transistoren umfassenden Die. Da dieses Feature laut Intel im Desktop-Betrieb aber keinerlei Verwendung findet und man dort die grundlegende Virtualisierung VT-x bietet, werden die Prozessoren trotzdem ausgeliefert. Anders verhält es sich aber in professionellen Umgebungen, dort sollte der Nachfolger in jedem Fall das bieten, was der Vorgänger schon hat. Deshalb verzögert sich die Auslieferung der Xeon auf Basis dieses Dies, da dort auf das C2-Stepping gewartet werden muss.

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