Windows 8 im Test: Alle Neuerungen im Überblick

 9/26
Frank Hüber (+3)
252 Kommentare

Neuer Task-Manager

Eher als Scherz formulierte Microsoft einst, dass man den Task-Manager etwa alle 15 Jahre aktualisiere. Mit Windows 8 hat Microsoft den Task-Manager, der zwar immer mal wieder kleinere Anpassungen erhielt, aber seit Windows NT nicht grundlegend überarbeitet wurde, sowohl optisch als auch technisch komplett neu gestaltet. Dabei wollte man beiden Seiten Rechnung tragen – Endverbrauchern, die einen eher rudimentären Task-Manager mit der Übersicht über die wichtigsten Vorgänge bevorzugen, und Administratoren, die detaillierte Informationen benötigen.

Um dieser Anforderung gerecht zu werden, hat Microsoft vor der Veränderung des Task Managers zunächst untersucht, wie Kunden das Helferlein derzeit einsetzen. Dabei fiel auf, dass 85 Prozent der Anwender nur die ersten beiden Registerkarten über die aktuellen Anwendungen und Prozesse nutzen, die anderen Register jedoch kaum oder gar nicht beachten. Die häufigste Sortierung der Prozesse erfolgt verständlicherweise nach CPU-Last und die am meisten genutzte Funktion stellt das Beenden eines Prozesses dar. Aus diesen Erkenntnissen hat Microsoft es sich zum Ziel gemacht, die gebräuchlisten Anwendungsfälle zu optimieren, ein moderneres aber gleichzeitiges informativeres Design einzuführen und den Funktionsumfang dabei nicht einzuschränken.

Um den Anwender mit der neuen Ansicht und den neuen Funktionen jedoch nicht zu überfordern und die wichtigste Ansicht, die der gestarteten Anwendungen, nicht in den Hintergrund treten zu lassen, entschied man sich bei Microsoft für die Umsetzung mit einer „Mehr Details“-Schaltfläche. In der ersten Ansicht ohne Details kann der Anwender geöffnete Anwendungen schnell beenden, ohne sich mit weiteren Einzelheiten des Task-Managers befassen zu müssen. Bereits in dieser Ansicht fällt auf, dass Anwendungen gruppiert dargestellt werden und nicht mehr jedes Anwendungsfenster einzeln ausgegeben wird wie noch unter Windows 7. Auf dem nachfolgenden Vergleichsbild des Task-Managers sind jeweils die gleichen Anwendungen und Fenster unter Windows 8 und Windows 7 geöffnet.

Bildvergleich: Task-Manager: Windows 8 und Windows 7 im Vergleich (Bild: Microsoft) Task-Manager: Windows 8 und Windows 7 im Vergleich (Bild: Microsoft)

Durch Klick auf „Mehr Details“ werden dann umfangreiche Informationen sichtbar, die zwar weiterhin in Registerkarten, aber von Microsoft neu angeordnet wurden. In der Prozessübersicht sieht man so beispielsweise grafisch hübsch dargestellt die CPU-, Arbeitsspeicher-, Datenträger- und Netzwerk-Last jeder Anwendung. Diese werden dabei gruppiert nach Apps, Hintergrundprozessen und Windows-Prozessen ausgegeben, so dass der Anwender die für ihn wahrscheinlich wichtigen Apps sofort im Blick hat. Auch die Apps werden dabei gruppiert ausgegeben. Über den kleinen Pfeil links neben der Anwendung können die einzelnen Instanzen ausgeklappt werden, was die Prozess-Hierarchie anzeigt und es erlaubt, Child-Prozesse eindeutig zuzuordnen.

Windows 8 Task-Manager

Auffälligste Änderung an der Prozessübersicht ist die mit Windows 8 im Task-Manager eingeführte Heat-Map, die unterschiedliche Auslastungen mit unterschiedlichen Farben visualisiert. Hierdurch können Anwendungen mit hoher CPU- oder Speicherauslastung sofort identifiziert werden, ohne zunächst die Reihenfolge der Sortierung ändern zu müssen. Unerfahrene Nutzer brauchen sich zudem nicht mit Einheiten und Zahlenwerten vertraut machen, um mögliche Probleme zu identifizieren. Darüber hinaus können Anomalien in dieser Ansicht nicht mehr nur auf einen Parameter (etwa die CPU-Last) hin beobachtet werden, sondern man hat gleichzeitig auch die Arbeitsspeicher-, Datenträger- und Netzwerk-Auslastung im Auge ohne sortieren zu müssen.

Bei den Hintergrundprozessen fällt auf, dass Microsoft die Prozesse endlich mit verständlicheren Namen anzeigt. Tauchte bisher die Bezeichnung der Anwendung wie etwa „splwow64.exe“ auf, die eine Suche im Internet unausweichlich machte, heißt dieser Eintrag unter Windows 8 deutlich aussagekräftiger „Print driver host for applications“. Falls man dennoch mehr über einen Prozess erfahren möchte, kann über einen Rechtsklick in der erweiterten Ansicht direkt „Online suchen“ ausgewählt werden.

Insgesamt wurde der Task-Manager somit zwar umfangreich überarbeitet, wirkt jedoch weder ungewohnt noch überladen. Alle wichtigen und häufig genutzten Funktionen sind weiterhin schnell abrufbar und darüber hinausgehende Informationen optisch ansprechend präsentiert. Der Task-Manager in Windows 8 bietet auch in Sachen Übersichtlichkeit und Verständnis einen deutlichen Mehrwert gegenüber seinem Vorgänger unter Windows 7.