Im Test vor 15 Jahren: Noctuas erste CPU‑Kühler NH-U9 und NH-U12

Robert McHardy
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Im Test vor 15 Jahren: Noctuas erste CPU‑Kühler NH-U9 und NH-U12

Im Test vor 15 Jahren befanden sich zwei CPU-Kühler des damals noch unbekannten österreichischen Markteinsteigers Noctua. NH-U9 und NH-U12 (Test) waren für 37,90 Euro respektive 47,90 Euro in Deutschland erhältlich. Im Test konnten sie mit erstklassiger Kühlleistung und hoher Qualität bestechen.

Verarbeitung auf höchstem Niveau

NH-U9 und NH-U12 basierten im Kern auf dem gleichen Grunddesign und unterschieden sich lediglich in ihren Abmessungen. Für die Abführung der Wärme sorgten 38 Aluminiumlamellen in einem Abstand von jeweils 3 mm. Der NH-U9 mit seinen 128 × 95 × 70 mm kam somit auf eine Kühlfläche von 3.800 cm², während der größere NH-U12 bei Abmessungen von 155 × 124 × 70 mm eine Kühlfläche von 5.000 cm² aufwies. Zusätzlich verfügten die Lamellen über kleine Ausstanzungen, um sich den Kamineffekt zunutze machen zu können.

NH-U9 NH-U12
  • Maße: 128 × 95 × 70 mm (H × B × T)
  • 38 Aluminiumlamellen (3.800 cm²)
  • 4-fache Kupfer-Heatpipe
  • Kupferbodenplatte
  • Für 92- und 80-mm-Lüfter geeignet
  • Gewicht: 570 g
  • Sockel 478, 775, 754, 939, 940
  • Maße: 155 × 124 × 70 mm (H × B × T)
  • 38 Aluminiumlamellen (5.000 cm²)
  • 4-fache Kupfer-Heatpipe
  • Kupferbodenplatte
  • Für 120-mm-Lüfter geeignet
  • Gewicht: 700 g
  • Sockel 478, 775, 754, 939, 940

Kontakt mit der CPU nahmen die Kühler über eine polierte Kupferkühlfläche auf, von der vier 6-mm-Heatpipes zu den Lamellen führten. Die Verarbeitung der beiden Modelle ließ keine Wünsche offen und war dem – für damalige Verhältnisse – relativ hohen Preis angemessen. Zusätzlich zu dem Kühler mussten Kunden auch noch einen passenden Lüfter erwerben, der allerdings damit perfekt den eigenen Ansprüchen angepasst werden konnte.

Bei der Montage musste sich Noctua damals etwas Kritik gefallen lassen. Im Vergleich war diese relativ aufwändig, da zunächst das verbaute Retention-Modul entfernt und das beigelegte angeschraubt werden musste. Danach war am Kühlerboden ein weiteres Konstrukt zu befestigen, um den Kühler final auf dem Mainboard verbauen zu können. Trotz dieses Aufwandes war es lediglich bei einigen Sockel-775-Mainboards möglich, den Kühler um 90° zu drehen, um ihn gegebenenfalls anhand des Luftstroms ausrichten zu können.

Die Kühlleistung war ausgezeichnet

Für die Benchmarks wurden die Kühler auf einem Pentium 4 Extreme Edition mit 3,4 GHz auf Sockel 775 verbaut. Als Power-Lüfter für die 120-mm-Konkurrenz kam der Coolink SWiF 1202 mit 1.600 U/min und für die 92-mm-Pendants der SWiF 922 mit 1.900 U/min zum Einsatz. Als Silent-Lüfter wurden der SWiF 1200 mit 800 U/min und der SWiF 920 mit 1.000 U/min eingesetzt. In puncto Kühlleistung mussten sich die beiden Noctua-Kühler nicht vor der Konkurrenz verstecken. Der NH-U12 konnte zwar nicht ganz die hohe Leistung des Scythe Ninja erreichen, kam aber bis auf 1,5 Kelvin an ihn heran. Der NH-U9 schlug hingegen die koreanische 92-mm-Konkurrenz in Form des Zalman CNPS 9500 um 1 Kelvin mit hochdrehendem Lüfter und lag 1 Kelvin hinter ihm mit Silent-Belüftung.

Mit NH-U9 und NH-U12 gelang Noctua nicht nur ein gelungener Einstieg in den Kühlermarkt, sondern die Modelle begründeten obendrein eine Reihe an wiederholt ausgezeichneten Kühlern, die sich auch im Jahr 2021 noch großer Beliebtheit erfreuen. So ist der Noctua NH-D15 (Vergleich) seit Jahren die Referenz für Luftkühler.

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