Ich fand den geplanten Investoren Einstieg in die DFL jetzt nicht so schlecht, wie er in Fankreisen allegmein betrachtet wird.
Grundsätzlich geht es darum, wie sich die Liga künftig aufstellt und insbesondere bei der internationalen Vermarktung anderen Ligen hoffnungslos hinterherhinkt. Für teure Digitalisierungsprojekte müsste anstatt eines Investors ggf. Kredite aufgenommen werden, was jetzt auch nicht gerade die optimale Lösung ist.
Bei allem Verständnis für die Kritik am Einstieg von Investoren bei Clubs durch Aufhebung von 50+1, was ich selbst auch strikt ablehne, stellt sich die Situation beim Vermarkter der Liga etwas anders da, wo ich das Gefühl nicht los werde, dass gerade viele Fans das nicht auseinander halten können oder wollen. Zudem kann man davon ausgehen, dass Private Equity der schnarchigen DFL gewaltig auf die Füsse tritt und höchste Professionalität einfordert um sein Gewinnziel nicht zu verfehlen.
Bleibt am Ende die Frage, rechnet es sich oder rechnet es sich nicht für die DFL. Kann ich auch nicht abschließend beantworten, aber mittelfristig ist erst mal eine Chance vertan. Das vertrackte mit der 2/3 Mehrheit ist halt, dass die erste Liga das Ding gemütlich durchgewunken hätte und die Zweitligaclubs ihnen nun (schon wieder) einen Strich durch die Rechnung gemacht haben.
Wie ambivalent das aber ist, gesteht auch der Wortführer der Ablehner, Oke Göttlich, der als Präsident des FC St. Pauli auch dem Präsidium der DFL angehört und der eigentlich zu den Kritikern des Investorendeals zählt, beschreibt die Situation in einem „Spiegel“-Interview als „paradox“. Einerseits lehnt er das Projekt ab, weil er durch die geplante Geldverteilung „eine Verstärkung der Wettbewerbsverzerrung“ zugunsten der Großen befürchte.„Andererseits“, sagt er, „braucht man Leute von außen, da die DFL von sich heraus nicht zu tiefgreifenden Reformen in der Lage ist.“ Ja, was denn nun.....!?
Da das jetzt schon glaube ich der dritte Anlauf war, wird das jetzt erst mal für längere Zeit beerdigt und die Wurschtelei geht weiter. Die Fanmehrheit wird es zufrieden sein, ist aber irgendwie alles wieder typisch Deutsch. Watzke, Hellmann und Co. dürfen erst mal Wunden lecken gehen und der/die neue DFL Boss weiter den Mangel verwalten.