HanneloreHorst schrieb:
Aber eigentlich entscheiden heute eher die Manager und Bosse welcher Spieler kommen soll und passen könnte.
Das führt eigentlich bei allen Teams irgendwie gerade häufig zu Zerwürfnissen.
Kommt halt auf die Ausrichtung des Vereins an!
Bei RB z.B. ist das unumstritten. Talente günstig verpflichten und nach wenigen Jahren sauteuer verkaufen.
Beim BVB ist das Prinzip nicht unumstritten, weil eben die Verpflichtung gestandener Spieler regelmäßig in die Hose geht und dann sehr viel Geld bindet. Eine Erklärung dafür habe ich aber auch nicht.
Ich seh es auch nicht unbedingt so, dass Manager und Bosse das primär bestimmen. Denn gerade das ist ja einer der Vorteile von 50+1, dass ein Club nicht zwangsläufig Gewinne abwerfen muss um Geldgeber zu befrieden, sondern die in die eigene Infrastruktur gesteckt werden können. Die Frage dabei ist, ob man auf dem sportlichen Chefsessel lieber jemand hat der eher sportlich oder eher wirtschaftlich tickt. Im Idealfall natürlich beides. Kehl gehört m.E. eher in die erste Kategorie, hat aber eben (zu) wenig Erfahrung. Und nun hast du eine Situation wo an den beiden wichtigen sportlichen Schalthebel 2 Eigengewächse das Sagen haben ohne externe Expertise.
Hat zwar bei den Bayern meist auch perfekt funktioniert, zuletzt eher nicht mehr, ist aber nur schwer übertragbar.
Bei uns war glaube ich das letzte Eigengewächs auf dem sportlichen Chefsessel Bernd Hölzenbein in den 90ern. RB hat das Wort Fluktuation erst erfunden und ist damit letztlich ziemlich erfolgreich und exportiert das Modell auch noch. Nicht unbedingt zu jedermanns Freude.
So auch hier. Krösche ist mit großer Expertise ausgestattet, zwar kein genialer Fussballer, er hat aber die Pro Lizenz (Trainer) und erfolgreich als Manager in Paderborn und Leipzig gearbeitet. Die Unterschiede zu Bobic sind aber heftig. Bauchentscheidungen finden so gut wie nicht mehr statt und es wird lieber ein Großrechner mit Daten gefüttert als sich auf den guten Rat eines z.B. Ben Manga zu verlassen und alles dem Ziel untergeordnet, dass sich Investitionen in Spieler rentieren müssen oder eben nicht stattfinden.
Erfahrene Spieler werden daher nur ohne Ablöse oder mit wenig Ablöse verpflichtet (Götze, Koch, Skhiri, Max) da sie sich höchstwahrscheinlich nicht mehr refinanzieren lassen. Was z.B. jetzt dazu geführt hat, dass die über eine Rückkehr von Kostic nicht mal nachgedacht haben, obwohl er "nur" um die 10 Mio gekostet hätte.
Der BVB geht da eben mehr ins Risiko, er kann es sich auch eher leisten, hat aber leider oft genug ein schlechtes Händchen bei, wobei bei der Verpflichtung die Personalie schon Sinn macht. Nur fangen dann die Probleme gerne an.
Am Ende gibt es keine automatische Lösung für den Chefsessel. Diese Erfahrung mussten nun immerhin auch die Bayern machen und setzen auf eine Interimslösung beim Vorstand und eine externe beim Sportchef (natürlich RB, was sonst!).
Ich denke, das würde dem BVB auch mal gut tun. Muss ja nicht unbedingt RB sein!