Zilpzalp schrieb:
Dann soll man es eben zulässig machen - davon hätte echt jeder was von, sowohl die kleinen als auch die großen Vereine, und auch die Zuschauer (von denen dann 80k kommen können, statt gefühlt nur 800 in den Pissstadien).
Die Prämien pro Runde sind:
[...]
Du hast meinen Spieltrieb aktiviert. Jetzt will ich auch rechnen.
Sei das Lottemanagement ein risikoneutraler Entscheider.
Sei p die Chance von Lotte gegen Dortmund und per Annahme auch genauso gegen einen möglichen späteren Gegner zu siegen. Es wird zudem angenommen, dass eine Verlegung nach Dortmund die sichere Niederlage bedeutet (wegen Heimvorteil, für Techniker gut bespielbarer Platz, ...).
Folgende Zufallsereignisse sind bei Entscheidung gegen die sichere Variante (Alternative A) zu berücksichtigen:
Lotte gewinnt VF -> Mehrerlös von 2,55Mio. (ggü. Mehrerlös von 0 bei Niederlage)
Lotte gewinnt HF -> Mehrerlös von 5,75Mio. (ggü. Mehrerlös von 0 bei Niederlage)
Lotte gewinnt Pokal -> Mehrerlös von 2,3Mio. (ggü. Mehrerlös von 0 bei Niederlage)
Quelle: Die letzten beiden Mehrerlöse ergeben sich aus der prozentualen Verteilung des Vorjahres, da die genaue Verteilung auf Finaleinzug und Pokalgewinn noch nicht feststeht, nur die Gesamtprämien.
Somit ergibt sich für die Sportfreunde ein erwarteter Mehrerlös von p³*10,6 + p²*(1-p)*8,3 + p(1-p)²*2,55 + (1-p)³*0 = 4,85p³ + 3,2p² + 2,55p Mio.
Als Alternative B des Verlegens nach Dortmund sind zu berücksichtigen:
Dortmund bringt anhand der Erfahrungen der Vorjahre etwa 70.000 Fans ins Stadion.
Lotte würde per Annahme die Hälfte der Erlöse erhalten.
Dortmund nimmt in der Bundesliga im Schnitt pro Spiel etwa 2,27 Mio(basierend
hierauf) ein. Da es sich um einen uninteressanteren Gegner handelt (vermutlich niedrigere Preise), und die erwartete Zuschaueranzahl ohnehin unter dem Dortmunder Bundesligaschnitt liegt, würde ich mit etwa 1,9 Mio. kalkulieren, von denen 0,95 Mio. an Lotte gingen.
Lotte würde bei eigener Ausrichtung höhere Preise verlangen können (das vernachlässige ich aber) und 10.059 Plätze füllen können. Bei gleichen Preisen könnten sie also Erlöse i.H.v. 1/7*1,9=0,27Mio. erzielen.
Folglich wäre mit Alternative B ein Mehrerlös von 0,95-0,27=0,68Mio. verbunden.
Welche Siegeswahrscheinlichkeit p müssten sich die Sportfreunde also selbst geben, wenn sie das Spiel nicht nach Dortmund verlegen wollten?
4,85p³ + 3,2p² + 2,55p > 0,68, d.h. p>20%.
Dabei ist das hinsichtlich drei einflussreicher Merkmale schon wohlwollend gerechnet: Das Ausmalen einer Auswärtssiegchance würde die erforderliche Wahrscheinlichkeit nur erhöhen. Bei Selbstaustragung wären noch Austragungskosten zu berücksichtigen. Da das HF auswärts stattfinden könnte und das Finale das sowieso tut, sind die Siegchancen dort vermutlich eher geringer als jetzt zuhause gegen Dortmund. Folglich wären die Prämienerwartungen sogar noch geringer anzusetzen.
Erfahrungsgemäß würde ich sagen, dass das unrealistisch ist. Folglich wäre es ökonomisch wirklich absolut sinnvoll, Verlegungen gegen Geld zuzulassen. Das größere Team und die Fans würden ja ohnehin davon profitieren, das kleinere Team wie hier gesehen auch. Einzig die Bevölkerung in und um Lotte, deren Spielbesuch an die Austragung in Lotte gebunden wäre, hätten wohl die Arschkarte gezogen.