Mal Hand aufs Herz, ganz ohne hier AMD in Schutz nehmen zu wollen:
Wenn die X3D2-CPUs wirklich spürbar mehr Leistung bringen würden, hätte AMD den Launch ganz anders aufgezogen. Angefangen bei einer stärkeren Präsenz auf der CES bis hin zu umfangreichen Launch-Reviews.
Natürlich ist es schade, dass z. B. ComputerBase kein Testexemplar erhalten hat. Aber letztlich hat AMD selbst nur von minimalen Leistungsgewinnen gegenüber dem bisherigen X3D gesprochen. Insofern war eigentlich von Anfang an klar, dass es hier keine große Überraschung geben wird.
AMD hat ja sogar selbst angedeutet, dass sich eine solche CPU im Grunde nicht wirklich lohnt. Ich gehe davon aus, dass man intern einfach erkannt hat, dass es dennoch eine gewisse Zielgruppe gibt, die so ein Produkt unabhängig davon kauft.
Und bei der Preisdiskussion zeigt sich wieder einmal: Es gibt unterschiedliche Käuferschichten. Das muss man nicht gut finden, aber aus Herstellersicht ist es logisch, möglichst viele dieser Gruppen zu bedienen.
Selbst wenn man persönlich niemals so viel Geld für eine Gaming-CPU ausgeben würde, ist es trotzdem interessant zu sehen, was technisch aktuell möglich ist – und vor allem, wie viel (oder eben wie wenig) es bringt.
Und genau das ist aus meiner Sicht sogar ein positiver Punkt: Der X3D2 ist nur minimal schneller. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass bestehende Systeme relativ gesehen kaum an Wert verlieren. Oder anders gesagt: Auch mit einem 5800X3D ist man weiterhin absolut im grünen Bereich.
Wenn der X3D2 hingegen einen deutlichen Leistungssprung gebracht hätte, wäre das gerade in der aktuellen Situation (Stichwort Speicherpreise) eher frustrierend gewesen.
Aus AMD-Sicht hätte man den Launch entweder klassisch durchziehen sollen, also mit breiter Review-Abdeckung (inkl. CB) oder es komplett im Stillen durchziehen sollen. So wirkt das Ganze etwas halbgar und hat AMD eher geschadet. Aber gut, das kennt man ja mittlerweile.