Im Test vor 15 Jahren: Der Mobile Athlon 64 sorgte für Leistung im Notebook

Robert McHardy 69 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: Der Mobile Athlon 64 sorgte für Leistung im Notebook

tl;dr: AMD stellte neben den Desktop-Prozessoren Athlon 64 zeitgleich auch Modelle für den Einsatz in Notebooks vor. Nachdem sich ComputerBase zum Start intensiv den Desktop-Pendants widmete, folgte im März 2004 im Rahmen eines Tests die Erkenntnis, dass ein Mobile Athlon 64 für ordentlich Leistung im Notebook sorgte.

Ein ganzer Athlon 64

Im Test vor 15 Jahren kam ein Yakumo Q8M Power64 XD als eines der ersten Notebooks, das über einen Mobile Athlon 64 verfügte, zum Einsatz. Im Inneren verrichtete ein Mobile Athlon 64 3000+ mit bis zu 1,8 GHz Takt seinen Dienst. Mobile und herkömmliche Athlon 64 unterschieden sich nicht in der Prozessor-Architektur. Das ging so weit, dass ein mobiler Athlon 64 auch in einem Desktop-Rechner betrieben werden konnte, sofern das Mainboard über den entsprechenden Mikrocode verfügte.

Auch die vom Desktop bekannten Features wie der integrierte Speichercontroller, der HyperTransport-Link und der volle L2-Cache von 1.024 kByte waren dem Mobile Athlon 64 nicht vorenthalten. Anders als die Desktop-Modelle verfügten die Mobile-CPUs allerdings über keinen Heatspreader.

Die Prozessoren im Überblick
Merkmale Athlon 64 3400+ Mobile Athlon 64 3000+ Pentium 4 M 2,6 GHz Pentium M 1,7 GHz
Taktfrequenz 2.200/1.000 MHz 1.800/800 MHz 2.600/1200 MHz 1.700/600 MHz
L1-Cache 64/64 kByte 12.000 µOps/8 kByte 32/32 kByte
L2-Cache 1.024 kByte 512 kByte 1.024 kByte
L2-Cache-Takt 2.200 MHz 1.800 MHz 2.600 MHz 1.700 MHz
Frontside-Bus entfällt 100 MHz
Multiplikator 11 9 26 17
Kernspannung 1,5/1,1 V 1,3/1,2 V 1,484/0,956 V
Thermal Design Power 89/22 W 81,5/19 W 35/20,8 W 24,5/6 W
Transistoren 106 Mio. 55 Mio. 77 Mio.
Strukturbreite 130 nm
Die-Fläche 193 mm² 132 mm² 83 mm²

Gegenüber dem Konkurrenten Pentium 4 M konnte der Mobile Athlon 64 mit 106 zu 55 respektive 77 Millionen Transistoren mit einem deutlich komplexeren Chip aufwarten. Das machte sich allerdings auch an anderer Stelle bemerkbar: Der Mobile Athlon 64 3000+ war mit einer TDP von über 80 Watt als Desktop-Replacement angesetzt, während ein Pentium 4 M kaum über 30 Watt kam. Dank der PowerNow!-Technologie konnte der Prozessortakt auf bis zu 800 MHz abgesenkt werden, in diesem Fall wurde auch die Kernspannung um 0,4 Volt reduziert. Das resultierte in einer TDP von lediglich 19 Watt.

Die restliche Hardware des Yakumo Q8M Power64 XD setzte sich aus einem 15-Zoll-TFT mit 1.024 × 768 Pixeln, das von einer ATi Mobility Radeon 9600 mit 64 MByte Grafikspeicher betrieben wurde, 512 MByte Arbeitsspeicher und einem Mainboard mit VIA-K8T800-Chipsatz zusammen. Das Gewicht des rund 1.500 Euro teuren Notebooks belief sich auf 3,6 kg, das Ladegerät brachte weitere 0,5 kg auf die Waage.

In den Benchmarks zeigte der Prozessor, dass ein Athlon 64 auch in mobilen Endgeräten noch ordentlich Leistung erbringen kann. Selbst im Akkubetrieb, in dem das Q8M Power64 XD den Prozessor auf 800 MHz einbremste, reichte die Leistung sowohl für Arbeit als auch für Spiele ohne Probleme aus. Gegenüber einem Asus M6800N mit Intel Pentium 4 M mit 1.500 MHz lag die Leistung allerdings nur höher, solange eine Steckdose in Reichweite war. Mit 800 MHz gelang es selbst einem Athlon 64 nicht, einen fast doppelt so schnell taktenden Pentium 4 einzuholen. In Spielen zeigte sich, dass in höheren Auflösungen, wenn die CPU nicht mehr der limitierende Faktor ist, lediglich ein kleiner Unterschied zwischen gedrosseltem und vollem Takt lag.

Trotz der hohen Leistung des Mobile Athlon 64 konnte ComputerBase das Q8M Power64 XD am Ende aber nicht empfehlen. Das lag unter anderem am sehr hohen Gewicht von fast vier Kilogramm, das zum Teil auch der wuchtigen Kupferkühlung geschuldet war, die aufgrund der über 80 Watt TDP des Athlon notwendig war. Ein weiterer Schwachpunkt war das Display, das eine vergleichsweise geringe Auflösung bot und zudem schlechte Blickwinkel aufwies. Das Fazit lautete demnach, dass der Mobile Athlon 64 ein sehr potenter und interessanter Prozessor war, aber das richtige Notebook zum Testzeitpunkt noch fehlte.

Ryzen Mobile kämpft im Markt

Einen ähnlich schweren Stand hat AMDs aktuelles Prozessor-Portfolio für Notebooks. Ryzen für Notebooks alias Raven Ridge (respektive Picasso) konnte im ComputerBase-Test überzeugen, die im ComputerBase-Preisvergleich gelisteten Modelle ab dem Jahr 2019 sprechen aber mit 656 Intel- zu 54 AMD-Prozessoren eine deutliche Sprache.

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