Razer DeathAdder V3 Pro im Test: Die bislang beste DeathAdder entpuppt sich als Mamba

Fabian Vecellio del Monego
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Razer DeathAdder V3 Pro im Test: Die bislang beste DeathAdder entpuppt sich als Mamba

Razer optimiert die DeathAdder zur besten asymmetrisch-ergonomischen Maus für kompetitive Shooter-Spieler. Wie zuvor bei der Viper V2 Pro sind dafür allerdings einige Zugeständnisse vonnöten, sodass nicht nur die ikonische Formgebung verloren geht. Die DeathAdder V3 Pro eignet sich für viele, lohnt sich aber nur für wenige.

Bei den Revisionen der DeathAdder-Familie zeichnet sich ein Muster ab. Mit dem bei Razer mit kabellosen High-End-Mäusen synonymen Pro-Suffix kam zuletzt im Herbst 2020 die DeathAdder V2 Pro (Test) auf den Markt – verbaut war die Hardware der symmetrischen Viper Ultimate (Test). Nun gibt es mit der DeathAdder V3 Pro die nächste Aktualisierung der ikonischen Rechtshänder-Maus – und abermals erbt das Eingabegerät den technischen Unterbau sowie die Konzeption der neuesten Viper. In diesem Fall ist das die vor wenigen Monaten erschienene Viper V2 Pro (Test).

Da es sich in beiden Fällen um Shooter-Mäuse handelt, die sich letztlich nur in der Formgebung unterscheiden, ergibt diese Strategie durchaus Sinn – und lässt für Tests wenige Überraschungen offen, sind sämtliche Bestandteile der DeathAdder V3 Pro doch von anderen Razer-Mäusen bereits bekannt. Lediglich vermeintlich neu ist dabei die Formgebung, derer sich dieser Testbericht in erster Linie annehmen soll. Die passivere Linienführung ist in der Tat ein Novum in der Familie der Todesottern, aber weder für Razer gänzlich neu noch anderweitig unverbraucht. Tatsächlich handelt es sich um die vielleicht bewährteste ergonomische Form für Rechtshänder-Mäuse überhaupt. Der DeathAdder V3 Pro tut das keinen Abbruch, aber es wirft ein paar Fragen auf.

Razer DeathAdder V2 Pro
Razer DeathAdder V3 Pro
Roccat Kone Pro Air
Ergonomie: Rechtshändig
Sensor: PixArt PAW-3399
Optisch
Lift-Off-Distance: 1,0–3,0 mm
PixArt PAW-3950
Optisch
Lift-Off-Distance: 1,0–3,0 mm
PixArt PAW-3370
Optisch
Lift-Off-Distance: 1,0–2,0 mm
Auflösung: 100–20.000 CPI
5 Stufen
50–30.000 CPI
5 Stufen
100–19.000 CPI
5 Stufen
Geschwindigkeit: 16,5 m/s 19,0 m/s 10,2 m/s
Beschleunigung: 490 m/s² 686 m/s² 490 m/s²
USB-Abfragerate: 1.000 Hz
Primärtaster: Razer Optical, 70 mio. Klicks Razer Optical, 90 mio. Klicks Roccat Titan Optical, 100 mio. Klicks
Anzahl Tasten: 8
Oberseite: 5 Unterseite: 1
Linksseitig: 2
6
Oberseite: 3 Unterseite: 1
Linksseitig: 2
Sondertasten: Mausrad
cpi-Umschalter, Profil-Umschalter
Mausrad
cpi-Umschalter
Software: 5 Profile
vollständig programmierbar, Sekundärbelegung
Makroaufnahme
Interner Speicher: 5 Profile
5 Profile
vollständig programmierbar, Sekundärbelegung
Makroaufnahme
Interner Speicher: 1 Profil
5 Profile
vollständig programmierbar, Sekundärbelegung
Makroaufnahme
Interner Speicher: 5 Profile
Beleuchtung: Farbe: RGB, 1 adressierbare Zone
Modi: Atmend, Wellen, Farbschleife
Reaktiv, Spiele-Integration
Farbe: RGB, 2 adressierbare Zonen
Modi: Atmend, Wellen, Farbschleife
Reaktiv
Gehäuse: 127 × 72 × 43 mm
Hartplastik
Glanzelemente, Gummielemente
128 × 68 × 44 mm
Hartplastik, Beschichtung
Gleitfüße: PTFE (rein)
126 × 72 × 40 mm
Hartplastik, Metall, Beschichtung
Glanzelemente
Gleitfüße: PTFE (rein)
Gewicht: 88 Gramm (o. Kabel) 64 Gramm (o. Kabel) 73 Gramm (o. Kabel)
Anschluss: USB-A auf Micro-USB-Kabel, 1,80 m, umwickelt
Funk: 2,4 GHz, Bluetooth
proprietärer Akku, 70 Stdn. Laufzeit
Laden: Kabel, Ladestation
USB-A auf USB-C-Kabel, 1,80 m, umwickelt
Funk: 2,4 GHz
proprietärer Akku, 90 Stdn. Laufzeit
Laden: Kabel
USB-A auf USB-C-Kabel, 1,80 m, umwickelt
Funk: 2,4 GHz, Bluetooth
proprietärer Akku, 100 Stdn. Laufzeit
Laden: Kabel
Preis: ab 83 € ab 131 € ab 70 €

Eine andere erste Frage soll direkt am Anfang geklärt werden. Die DeathAdder V3 Pro kostet gemäß unverbindlicher Preisempfehlung rund 160 Euro – auch das kommt wenig überraschend, schlägt die Viper V2 Pro gemäß UVP doch ebenso teuer zu Buche. Sämtliche Konkurrenz kostet derweil weniger. So liegt Glorious' Model D Wireless bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von rund 95 Euro, Roccats Kone Pro Air (Test) bei 130 Euro und die Xlite V2 Wireless von Pulsar bei 90 Euro. Logitechs altgediente und nach UVP 100 Euro teure G703 Lightspeed ist technisch zwar nicht mehr konkurrenzfähig, sei der Vollständigkeit halber aber dennoch erwähnt.

Eine Mamba in der rauen Haut einer Todesotter

Im Jahr 2006 erschien mit der DeathAdder 1800 die erste Maus der inzwischen womöglich bekanntesten Produktreihe ergonomischer Gaming-Mäuse für Rechtshänder. Über mehr als zwei Dutzend Revisionen hinweg änderten sich die technischen Spezifikationen fortwährend. Eines aber blieb fast unverändert: die ikonische Formgebung mit breiter Front und ausladenden Kurven. Mit der DeathAdder V3 Pro findet diese Tradition allerdings nun ihr Ende. Die neueste Pro-Version mit Fokus auf kompetitives Spielen bietet ein wesentlich passiveres, schlankeres Gehäuse und erinnert damit zwangsläufig an Zowies altgediente EC-Serie. Zusammengefasst nimmt Razer an Form und Materialien im Vergleich zur DeathAdder V2 (Pro) die folgenden sechs Anpassungen vor:

  1. Die Front ist tiefer sowie weniger nach links und rechts gespreizt.
  2. Der Rücken weist ein stärkeres Gefälle nach rechts auf.
  3. Der höchste Punkt liegt damit einhergehend höher und weiter links.
  4. Die Oberflächentextur fällt rauer aus.
  5. Die seitliche Gummierung entfällt.
  6. Die beiden linksseitigen Zusatztasten befinden sich weiter oben.

Die neue Formgebung ist altbekannt und sehr beliebt

Die ersten drei Punkte lassen sich letztlich als Bruch mit dem bisherigen DeathAdder-Design verstehen. Die neue Maus ist formal kaum noch von der Masse an EC-Klonen zu unterscheiden und teilt sich die bewährte Formgebung insbesondere auch mit der Model D Wireless. Mit Blick auf Razers Maus-Portfolie lassen sich eindeutig Parallelen zur zuletzt im Jahr 2018 aktualisierten Razer Mamba Wireless (Test) ziehen. Die Produktlinie wurde seitdem eingestellt – und nun, wo die DeathAdder V3 Pro mehr oder minder einer hypothetischen Mamba V2 Pro entspricht, wird es wohl auch dabei bleiben.

Und wie ist die vermeintlich neue Formgebung nun zu bewerten? Zwar handelt es sich nicht mehr unbedingt um eine typische DeathAdder, doch wenig überraschend liegt die EC-Form sehr gut in einer mittelgroßen bis großen Hand. Letzteres wird auch dadurch bedingt, dass die DeathAdder V3 Pro in Relation zu vorherigen Todesottern im Schnitt breiter und marginal höher ausfällt. Die gewöhnlichere Front indes macht die Maus vor allem noch massentauglicher – vielen Nutzern kam die ausladende Linienführung vor allem bei kleinem und Ringfinger in die Quere. Dieses Hindernis entfällt nun, eine natürlichere und bequemere Haltung sowie mehr Platz für die beiden Finger werden möglich. Den allermeisten Nutzern wird die V3 Pro in Summe mehr zusagen, lediglich bestimmte Anhänger der breiten Frontpartie schauen in die Röhre.

Statt seitlicher Gummierung gibt es vier Grip-Tapes

Die Änderungen 4 und 5 sind bereits vom Schritt der Viper Ultimate auf die Viper V2 Pro bekannt. Auch im Fall der neuen DeathAdder kann der Wechsel zu einer raueren Oberflächenbeschaffenheit das Wegfallen der seitlichen Gummi-Elemente bedingt kompensieren, wobei letzteres selbstredend eine längere Haltbarkeit und eine geringere Anfälligkeit für Verschmutzungen bedingt. Eine mehr als ausreichende Griffsicherheit ist im Palm-Grip, für den die DeathAdder V3 Pro zweifelsohne konzipiert wurde und bei dem die gesamte Hand auf der Maus abgelegt wird respektive sie umschließt, in jedem Fall gegeben. Einzig und allein beim Hochheben des Eingabegerätes fällt das Fehlen der Gummierung negativ auf.

Falls Nutzer mit niedriger Sensorauflösung und mitunter zu wenig Platz auf dem Mauspad auf ein Anheben und Umsetzen der DeathAdder angewiesen sind – oder sie schlicht und ergreifend eine gummierte Oberfläche bevorzugen –, können sie allerdings auf die vier mitgelieferten Grip-Tapes zurückgreifen. Die texturierten Gummi-Aufkleber für die Primärtastenabdeckungen und die beiden Seiten steigern die Haftung spürbar, erhöhen aber ebenso das Gewicht und gehen mit den üblichen Gummi-Nachteilen einher. Dass Razer einem jeden Nutzer je nach Anwendung und Vorlieben die Wahl lässt, kann insofern begrüßt werden.

Drei Anpassungen für Gesundheit und Komfort

Dass wiederum der Rücken ein stärkeres Gefälle nach rechts aufweist, sprich die höchste Erhebung nach links Richtung Daumen gewandert ist, sorgt für eine natürlichere Haltung des Handgelenks. Der Effekt fällt bei weitem nicht so stark aus wie beispielsweise bei der Pro Click (Test), einer MX Master 3S (Test) oder gar einer vertikalen Maus wie der Logitech Lift (Test), ist aber in leichter Form vorhanden. Einerseits liegt die DeathAdder V3 Pro damit potenziell angenehmer in der Hand, andererseits wird gesundheitlichen Problemen vorgebeugt.

Da die Seitentasten ein Stück nach oben gewandert sind, bleibt eine größere Auflagefläche für den Daumen, der bei der DeathAdder V2 Pro zumeist halb auf den Knöpfen lag. Das verhindert bei schnellen, ruckartigen Bewegungen einerseits ungewollte Betätigungen, sorgt aber ebenso dafür, dass die beiden Tasten bei einem leicht nach oben angewinkelten Daumen auf einer Linie liegen.

Eine weitere Detailverbesserung findet sich bei den Primärtastenabdeckungen, die nunmehr in die höher gezogenen Flanken eingefasst sind, sodass insbesondere der Ringfinger nicht mehr zwischen Gehäuse und rechter Maustastenabdeckung eingeklemmt werden kann – das war aber auch bei der V2 Pro in der Regel kein Problem. Störend waren nur die teils scharfen Kanten, die bei der V3 Pro in dieser Form nicht mehr da sind. Und apropos nicht mehr da: Im Gegensatz zum Vorgänger findet sich bei der neuen DeathAdder kein Aufbewahrungsfach für den USB-Funkadapter.

Mit niedrigerem Gewicht auf PTFE besonders gleitfreudig

Wo nun die neue Form in allen Facetten beschrieben ist, kann sich der Test der zweiten maßgeblichen Änderung widmen: der verminderten Masse. Anstelle der 88 g der DeathAdder V2 Pro bringt die V3 Pro lediglich 64 g in weißer und 63 g in schwarzer Farbgebung auf die Waage. Zum Vergleich: Die Viper V2 Pro wiegt ebenso wie die lediglich per Group-Buy vorbestellbare Model D Pro 58 g und Roccats Kone Pro Air liegt bei 73 g. Gänzlich aus der Reihe tanzt Zowies Form-Original EC1-C, das weiterhin lediglich mit Kabel erhältlich ist und 80 g wiegt. Der Frage, wieso Gaming-Mäuse immer leichter werden, hat sich ComputerBase in einem eigenen Artikel gewidmet.

Nun ist im Fall der DeathAdder V3 Pro zweifelsohne vorwegzunehmen, dass ein möglichst geringes Gewicht bei einer dedizierten Palm-Grip-Maus deutlich weniger wichtig und spürbar ist als bei einer Fingertip-Grip-Maus, wie sie die Viper V2 Pro darstellt. Da die DeathAdder in den allermeisten Fällen eben nicht nur mit den Fingerspitzen, sondern mit der gesamten Hand gehalten und geführt wird, beeinträchtigt eine hohe Masse das Zielen weit weniger drastisch. Nichtsdestoweniger ist ein Unterschied von rund 24 g zur DeathAdder V2 Pro spürbar, angenehmer in der Handhabung und beim Zielen potenziell von Vorteil. Dass Razer also auch die ergonomische Rechtshänder-Maus einer Diät unterzogen hat, ist zweifelfsfrei positiv zu beurteilen, wenn die Eignung und Leistung für das Spielen in Shootern oberste Priorität besitzen.

Im direkten Vergleich macht sich auch der Unterschied zur Kone Pro Air bemerkbar, die marginale Einsparung in Relation zur Viper V2 Pro fällt kaum auf – eben auch, weil die DeathAdder in der Regel anders gehalten wird. Tatsächlich führt die Kombination aus Palm-Grip und 64 g gar zu einer gefühlt höheren Leichtgängigkeit respektive Sensitivität als die Paarung des Fingertip-Grips mit 58 g. Die DeathAdder V3 Pro gleitet wahrlich hervorragend gut. Hilfreich sind dabei erneut vier Gleitelemente aus reinem – und daher gräulich-weißem – PTFE, das allerdings recht dünn ausfällt. Der Haltbarkeit zuträglich wäre es, wenn Razer dickere Füße verbauen würde. Insofern ist ein weiches Stoffmauspad für die neue Todesotter besonders wichtig, um dem Abrieb des empfindlichen PTFEs vorzubeugen.

Es bleibt die Beurteilung des Kabels. Und an dieser Stelle lässt sich direkt mit einer positiven Nachricht beginnen: Razer hat es im Jahr 2022 endlich geschafft, einen USB-C-Anschluss zu verbauen, statt nach wie vor auf die antiquierte Micro-USB-Buchse zu bestehen. Und nicht nur das, denn die USB-C-Buchse der DeathAdder V3 Pro ist sogar gut erreichbar, sodass nahezu sämtliche Drittanbieterkabel passen sollten. Das mitgelieferte Kabel ist derweil flexibel umwickelt, wenngleich es durchaus Mäuse mit noch leichtgängigeren Kabeln gibt. Da es sich allerdings um eine kabellose DeathAdder handelt, gibt es hier nichts zu beanstanden.

Die RGB-Beleuchtung ist rausgeflogen

Ganz schnell abgehandelt ist der Absatz zur RGB-Beleuchtung, denn sie entfällt wie schon bei der Viper V2 Pro gänzlich. Nur über eine einzige LED vor dem Mausrad verfügt die DeathAdder V3 Pro, um bei kritischem Akkuladestand oder einem Wechsel der Sensorauflösung zu informieren. Die schlüssige Erklärung: Eine ohnehin von der Hand des Nutzers verdeckte Beleuchtung des Herstellerlogos auf dem Mausrücken bietet beim kompetitiven Shooter-Spielen keinen Vorteil – eine geringere Masse durch das Weglassen von Leuchtdioden hingegen schon.

Bessere Optomechanik und weniger Zusatztasten

Bereits seit einigen Jahren kehrt Razer klassischen mechanischen Schaltern allmählich den Rücken. So verwundert es kein Stück, dass auch in der DeathAdder V3 Pro mit einer Lichtschranke ausgestattete optomechanische Taster für die linke und rechte Maustaste eingesetzt werden. Diese kommen nach der Viper V2 Pro zum zweiten Mal in ihrer dritten Generation zum Einsatz. Schon die zweite Generation war hinsichtlich ihrer Taktilität kaum von mechanischen Mikroschaltern zu unterscheiden, bei der neuesten Iteration wird dieses Unterfangen aber selbst im direkten Vergleich so gut wie unmöglich. Die Primärtaster der DeathAdder V3 Pro bieten folglich spürbar mehr Rückmeldung als die Taster der DeathAddder V2 Pro.

Ganz an die Taktilität der Schalter in der Viper V2 Pro kommt die in Relation etwas leiser klickende Maus allerdings nicht heran, was allerdings nur im direkten Vergleich auffällt und mutmaßlich der Bauweise respektive den unterschiedlichen Formen geschuldet ist – wenngleich die DeathAdder V3 Pro erstmals in der DeathAdder-Historie über von der Oberschale getrennte Tastenabdeckungen verfügt. Das wiederum minimiert den Pre-Travel. Gemeint ist der Weg, den die Tastenabdeckungen der linken und rechten Maustaste nach unten wandern können, ohne dass ein Klick vollzogen oder aber zumindest der Widerstand der eigentlichen Mikroschalter gespürt werden kann.

Darüber hinaus bietet das Eingabegerät die üblichen Vorzüge optomechanischer Primärschalter. Die Taster sind gemäß ihrer Bauart vor ungewollten Doppelklicks gefeit. Mechanische Taster in Gaming-Mäusen sind häufig mit aggressiven Entprellzeiten konfiguriert, um nach einem Klick möglichst zügig wieder funktionsfähig zu werden. Das birgt jedoch nach Monaten respektive Jahren des Gebrauchs durch Korrosion der Metallkontakte oder aber Verschmutzungen im Schalterinneren das Risiko ungewollter Doppelklicks: Wenn die Federn für ein sauberes Signal länger entprellen müssen, als ihnen dafür Zeit eingeräumt wird, registrieren die Schalter unter Umständen direkt mit dem Ende der Entprellzeit einen zweiten Klick. Und eben das kann bei optischen Tastern nicht passieren, da es schlichtweg keine in diesem Sinn zu entprellenden Komponenten gibt.

Überdies bieten optomechanische Schalter eine auf dem Papier geringere Reaktionszeit – konkret beläuft sich der theoretische Vorsprung bei der DeathAdder V3 Pro zu herkömmlichen mechanischen Mikroschaltern auf 0,25 bis 0,5 µs. Messbar ist das gerade noch so, spürbar allerdings keinesfalls. Schneller ist indes keine andere kabellose Maus.

Mit weniger Tasten liegt der Fokus noch mehr auf Shootern

Auch bei den Zusatztasten folgt Razer dem bereits mit der Viper V2 Pro eingeschlagenen Weg. Um die Masse so niedrig wie nur möglich zu halten, entfallen die für eine DeathAdder eigentlich typischen beiden Zusatztasten auf dem Mausrücken. Angesichts einer stärkeren Ausrichtung auf Shooter erscheint dieser Schritt konsequent, mindert aber ebenso die Tauglichkeit als Allround-Maus für Genres, die von zusätzlichen Tasten gemeinhin profitieren, also beispielsweise MMOGs oder RPGs. Die etwas weiter oben angebrachten linksseitigen Daumentasten gefallen indes. Einerseits fällt der Post-Travel im Vergleich zur DeathAdder V2 Pro geringer aus, andererseits bleibt unterhalb der Knöpfe mehr Auflagefläche für den Daumen.

Razer DeathAdder V3 Pro
Razer DeathAdder V2 Pro
Razer Viper V2 Pro
Roccat Kone Pro (Air)
Glorious Model D

Auf der Oberseite bleibt derweil das Mausrad als einzige Zusatzfunktion neben der linken und rechten Maustaste. Razer montiert das Rad sowohl gegenüber DeathAdder V2 Pro als auch Viper V2 Pro weiter oben, sprich weiter aus dem Mausgehäuse herausstehend. In erster Linie wird dadurch ein weites beziehungweise schnelles Scrollen erleichtert, weil mit dem entsprechenden Finger weniger häufig umgegriffen werden muss. Beim Drehgeber setzt Razer auf ein bis dato neues Modell, das eine eher leichtgängige Rasterung bietet. Das Mausrad der Viper V2 Pro weist eine höhere Taktilität auf und fühlt sich entsprechend präziser an, ist aber auch lauter.

CPI-Wechsel über den Einschaltknopf

Eine letzte Änderung findet sich auf der Unterseite der neuen DeathAdder. Abermals aus Gründen der Gewichtsreduktion wurde aus je einem Schalter zum Ein- und Ausschalten sowie zum sequentiellen Wechsel der Sensorauflösung ein kombinierter Knopf. Das macht zumindest das Ein- und Ausschalten der Maus ein wenig fummeliger – aber das können Nutzer letztlich auch einfach bleiben lassen. Der Akku hält dank Energiesparkonzept selbst bei permanent eingeschalteter Maus lange, aber dazu auf der nächsten Seite mehr.