Der FC Hansa „läuft auf einen Rekordumsatz zu“, können die Vorstände Robert Marien (Vorsitzender) und Christian Hüneburg (Finanzen und Verwaltung) mit Stolz verkünden. Dieser solle mit 17,5 Millionen Euro um drei Millionen höher ausfallen als 2017/18. Dazu trage unter anderem die Vermarktung des Ostseestadions (Konzerte) und das Erreichen der 2. Runde im DFB-Pokal bei.
Im Zusammenhang mit dem eingereichten Lizenzierungsantrag für die Saison 2019/20 und den Zahlen, auf denen er basiert, drängte sich auf den ersten Blick die Frage auf, warum sich der Lizenzspieler-Etat von 4,7 Millionen Euro (Planansatz 2018/19) auf 4,4 Millionen Euro (2019/20) scheinbar verkleinert. Von den 4,7 Mio seien 0,7 Mio abzuziehen, die für Aufstiegs- und entsprechende Punktprämien vorgesehen waren, erläutert Hüneburg. Aktuelle Zahl in der Planung seien, da im Winter aufgestockt wurde, 4,15 Mio Euro. Für 2019/20 werde also mehr investiert. Zugrunde gelegt seien das vorläufige Ziel Platz fünf mit 60 Punkten (also oben mitzuspielen/ bei günstigem Verlauf könne plus 0,7 Mio Aufstiegsprämien auf dann 5,1 Mio korrigiert werden), Erreichen des DFB-Pokals und ein Schnitt von 12 500 zahlenden Zuschauern pro Heimspiel.
Christian Hüneburg freut sich über ein „richtig klasse Ergebnis, was in dieser Saison eingefahren wird, und darum ist es unser Wunsch und unsere Hoffnung, dass wir die Zulassung bereits in der ersten Runde im April kriegen, und zwar eine Zulassung ohne fremde Hilfe, ohne neue Darlehen“. Letztlich sei es auch einfacher, „bei einigen Spielern, an denen wir interessiert sind, mit der Lizenz in der Hand anklopfen zu können“.
All dies sei erreicht worden, obwohl die Grundgehälter in der 3. Fußball-Liga im Zusammenhang mit nunmehr vier statt drei Absteigern „um zehn bis 20 Prozent gestiegen sind“ (Marien). Zudem habe keine Hand angelegt werden müssen an das, was dem Hansa-Anhang besonders lieb und teuer ist und was der Vorstands-Chef als „heilige Kühe“ bezeichnet: die alten Flutlichtmasten, der Unterhalt einer zweiten Männermannschaft, die Fan-Graffitis unterhalb der Ost-Tribüne (Platz, der auch vermarktet werden könnte) sowie die Vermarktung des Stadionnamens an der Kopernikusstraße: „Wir fassen diese Sachen nicht an, wenn ich auch klar sagen muss: Ich bin nicht da, um mich beliebt zu machen, und es können nicht immer noch mehr ,heilige Kühe‘ werden“, sagt Robert Marien.
Allerdings, betont der 38-Jährige, sei langfristig eine Innensanierung der äußerlich unter Denkmalschutz stehenden historischen Kassenhäuschen geplant. Diese sei aber auch unglaublich aufwändig und koste 250 000 Euro, „so dass wir überlegen müssen, ob man nicht erst mal darauf verzichtet“.
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