2/3 Jahresrückblick 2015 : Von A wie Abo bis Z wie Zorn

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Die Themen 2015

Die von unseren Lesern im vergangenen Jahr am häufigsten gelesenen Nachrichten, Tests, Berichte und Kommentare liefern auch für die vergangenen 365 Tage interessante Einblicke in die Themen des Jahres 2015.

Die Top-5 Nachrichten

Bei den Nachrichten des Jahres stach ein Thema besonders hervor: Die Veröffentlichung von Windows 10. Gleich drei Meldungen zu diesem Thema finden sich in den Top-5 der am häufigsten aufgerufenen Beiträge des Jahres wieder. Auf den ersten Platz hat es allerdings einer der großen Skandale dieses Jahres geschafft: Nvidias spätes Eingeständnis, die GeForce GTX 970 entgegen der offiziellen Verlautbarung bei der Speicheranbindung beschnitten zu haben.

Die Speicherlimitierung auf der GeForce GTX 970
Die Speicherlimitierung auf der GeForce GTX 970

Das Thema blieb über Wochen aktuell, auch weil Nvidia und der Handel zu Anfang nicht gemeinsam vorgingen. Einzelne Händler versprachen schnell, auch seit Monaten genutzte Grafikkarten anstandslos zurück zu nehmen, von einem Mangel war die Rede. Nvidia schwieg über Tage, schwor die Händler aber letztendlich darauf ein, keinen Mangel einzugestehen. Heute weisen die meisten Händler allerdings trotzdem darauf hin, dass die GeForce GTX 970 kein 256 Bit breites Speicher-Interface besitzt, sondern 3.584 MB mit 224 Bit und 512 MB mit nur 32 Bit anspricht. Eine in den USA angestrebte Sammelklage blieb bisher trotzdem ergebnislos.

Uns waren die Enthüllungen um die GeForce GTX 970 in jedem Fall eine Lehre: Hinweise aus der Community wurden zu spät erkannt, eigene Recherchen zu lange aufgeschoben. Ein Fehler, aus dem wir lernen wollen.

  1. GeForce GTX 970: Nvidia bestätigt Limitierungen am Speicher (5.018)
  2. Windows 10: Media Creation Tool für manuelle Upgrades und ISOs (2.799)
  3. Windows 10: Windows 7 und 8.1 erhalten Upgrade statt Updates (869)
  4. Insolvenz: Händler Atelco meldet Zahlungsunfähigkeit an (913)
  5. Windows 10: Massive Probleme mit neuen und alten Spielen (388)

Auf den Plätzen zwei, drei und fünf der Top-5 der Meldungen finden sich Nachrichten zur Veröffentlichung von Windows 10 wieder. Am meisten Zugriffe konnte die Freigabe des Updates von Windows 10 als Download am 29. Juli 2015 auf sich vereinen. Für Verwirrung sorgte die überraschend frühe Freigabe der ISO-Dateien und des Media Creation Tools, denn bis zuletzt war davon ausgegangen worden, dass nur PCs mit einer Reservierung das Upgrade auf Windows 10 zum Start erhalten würden. Durch die Freigabe der alternativen Downloads stand das Upgrade dann aber doch schon am 1. Tag jedermann zur Verfügung – mit teilweise verheerenden Folgen.

Viel Klärungsbedarf beim Upgrade auf Windows 10

Viele Anwender bedachten nicht, dass das Upgrade in jedem Fall zuerst auf einem System mit gültiger Lizenz von Windows 7 oder Windows 8(.1) installiert werden muss, um anschließend auf einem sauberen System aufgesetzt zu werden. Ebenfalls nicht bedacht wurde, dass dieses saubere System dem, auf dem das Upgrade durchgeführt wurde, entsprechen muss. Erst seit dem Herbst-Update im November 2015 ist es möglich, Windows 10 auch auf einem anderen Rechner ohne Umweg über Windows 7 oder Windows 8(.1) zu installieren.

Wiederholt heiß diskutiert wurde im vergangenen Jahr Microsofts aggressives Vorgehen bei der Verteilung von Windows 10. Ob Upgrade-Hinweise in alten Betriebssystemen oder der automatische Download der Installationsdateien auch ohne Einwilligung der Anwender (hier klagt inzwischen der Verbraucherschutz), vielen Anwendern ging das zu weit. Als Microsoft das Upgrade zum Patchday im Oktober dann „aus Versehenprominent feilbot, flogen nicht nur im Forum von ComputerBase die Fetzen. Im nächsten Jahr wird dieses Vorgehen dann allerdings ganz offiziell zur Realität: Windows 10 wird zum empfohlenen Update werden.

Ein weiterer Aufschrei ging durch das Netz, als deutlich wurde, dass der Verzicht auf den Kopierschutz Safedisc gerade für alte Spiele zum Problem werden kann. Unser Selbstversuch, 150 Klassiker unter Windows 10 zum Laufen zu bringen, bestätigte das. Weil die exklusive Veröffentlichung der Insolvenz des Händlers Atelco aber auf noch mehr Interesse stieß, belegte dieses Thema am Ende nur den 5. Platz.

Unabhängig von den Themen haben wir im vergangenen Jahr dort weiter gemacht, wo wir Ende 2014 aufgehört hatten: Weniger Dreizeiler, mehr Einordnung und Hilfestellung. Das kostet Zeit und natürlich wollen wir trotzdem immer schneller werden. Auch im kommenden Jahr werden wir aber weiterhin lieber noch einen Anruf tätigen oder einen Vergleich anstellen, anstatt eine Überschrift als erster in Google oder die Sozialen Netzwerke zu posaunen.

Die Top-5 Tests und Berichte

Im Jahr 2014 waren es Beiträge zu GeForce GTX 970 und GeForce GTX 980, die die Top-5 der Tests und Berichte beherrschten, in diesem Jahr stießen AMDs Antwort und die kleineren Ableger auf Basis von Maxwell auf das größte Interesse.

Der Artikel des Jahres: Die Radeon R9 Fury X im Test
Der Artikel des Jahres: Die Radeon R9 Fury X im Test

Mit vier von fünf Artikeln konnte sich das Thema Grafikkarten dabei so prägnant wie schon lange nicht mehr in der Rangliste platzieren – nur ein Test aus dem Bereich Prozessoren schaffte es, diese Phalanx zu brechen. Fast hätte es hier allerdings sogar für den 1. Platz gereicht.

  1. AMD Radeon R9 Fury X im Test: Eine ernsthafte Alternative zu Nvidias Topmodellen
  2. Intel Skylake im Test: Core i5‑6600K und i7‑6700K sind auf Effizienz getrimmt
  3. GeForce GTX 960 im Test: Schneller und langsamer als die GeForce GTX 760
  4. AMD Radeon R9 390X, 390, 380 und R7 370 im Test: Den Unterschieden zur R9-200-Serie auf der Spur
  5. Grafikkarten: 17 × AMD Radeon und Nvidia GeForce im Vergleich

Am Ende des Jahres trennen den Test der AMD Radeon R9 Fury X nur 1.000 Aufrufe oder 0,00x Prozent vom zweitplatzierten Artikel, dem Test der neuen Skylake-Architektur von Intel. Nur knapp dahinter positionierte sich der Test der GeForce GTX 960, der Titel war Programm: Nicht in allen Titeln war der vermeintlich überlegene Nachfolger schneller als die GeForce GTX 760.

Fehler müssen anspornen, nicht entmutigen

Auch dieser Inhalt ist ein gutes Beispiel für unseren Willen, stetig besser zu werden. Anfang 2015 mit zwei Gigabyte noch als aktuell ausreichend, wenn auch nicht absolut zukunftssicher bewertet, mussten wir gegen Ende des Jahres feststellen, dass zwei Gigabyte schon damals in realistischen Szenarien zum Problem werden konnten – Ansporn genug, dem Thema Speichervolumen in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Die Speicherfrage: 2GB vs. 4GB auf GTX 960 und R9 380

Auch in diesem Jahr hat ComputerBase den Testparcours für Grafikkarten grundlegend überarbeitet und viele Wünsche von Lesern mit berücksichtigt. So finden sich erstmals Vergleichswerte zur Einordnung übertakteter Partnerkarten in den Messergebnisse wieder und durch alternative Benchmarks auf einem alten Core i5-2500K können mehr Leser nachvollziehen, ob eine aktuelle High-End-Grafikkarte auf einer älteren CPU den erwünschten Geschwindigkeitszuwachs erzielen wird. Die Vorstellung des neuen Parcours mit einem aktuellen Marktüberblick im Mai 2015 schaffte es letztendlich auf den 5. Platz der Artikel des Jahres.

Die Top-5 Kommentare

Schon seit Jahren kommentieren Redakteure auf ComputerBase aktuelle Entwicklungen ganz persönlich, mit dem neuen Design hat diese Art Inhalt aber einen deutlich höheren Stellenwert und eine ganz eigene Position auf der Startseite erhalten. Auch hier ist das Thema des Kommentars mit den meisten Zugriffen ein bereits mehrfach genanntes: Windows 10.

Der mit einem – zugegeben – provokanten Titel versehene Kommentar „Windows 10 ist ein weiteres Argument für Linux“ nahm sich der ab Werk deutlich erweiterten Datenerfassung des Betriebssystems an, die unserem Autor Ferdinand Thommes nur ein weiteres Argument für die Nutzung von Linux bot. Auch der Kommentar auf dem 2. Platz sprach ein prekäres Thema an: Unser in Summe verändertes Verhalten beim (Online-)Einkauf, das in diesem Jahr den Traditionshändler Atelco in die Insolvenz zwang. „Wir sind selber schuld“, resümierte Nicolas La Rocco nicht minder provokant.

  1. Windows 10 ist ein weiteres Argument für Linux
  2. Die Atelco-Insolvenz war absehbar und wir sind schuld
  3. Nie wieder ohne FreeSync/G-Sync
  4. Microsoft sind Spiele(r) noch immer fremd
  5. Mit der Xeon-Sperre gegen treue Kunden

Mit Lob statt Kritik brachte es der Kommentar „Nie wieder ohne FreeSync/G-Sync“ von Wolfgang Andermahr auf den dritten Platz der Rangliste – er bildet damit allerdings die Ausnahme in den Top-5. Max Doll, technisch von Microsofts Safedisc-Verzicht grundsätzlich überzeugt, regt sich allerdings noch heute darüber auf, dass der Konzern Spieler ohne Vorankündigung und Lösungsvorschlag mit dieser Entscheidung konfrontiert hat. Sein Kommentar „Microsoft sind Spiele(r) noch immer fremd“ landet auf dem vierten Platz.

Überraschend ereilte Kunden – und selbst Intels deutsche PR-Abteilung – auch das Thema des Kommentars von Volker Rißka auf dem 5. Platz: Nach drei Generationen Xeon E3 hat Intel der günstigen 8-Thread-Alternative zum Core i7 einen Riegel vorgeschoben, Desktop-Chipsätze unterstützen ihn nicht mehr. Weil Intel Deutschland selbst nicht davon wusste, mussten wir nach Eingang des Testmusters der CPU erst mit Mainboardherstellern sprechen, um unter vorgehaltener Hand die wahren Hintergrunde für unser „Bios-Problem“ zu erfahren.

Neue Wege auf einem Bein

In den Top-5 finden sich überwiegend Beiträge, die auch die langjährigsten Stammleser sofort mit ComputerBase verbinden. Wir haben aber auch im Jahr 2015 wieder nach links und rechts gesehen und neue Wege beschritten. Wichtig ist uns dabei aber immer, dass die Identität der Seite nicht verloren geht, den Bogen zum Bezug Computer wollen wir nicht überspannen. Nicht immer werden alle Leser mit uns übereinstimmen, dass ein neues Thema X mit einem Fuß fest in unseren ureigenen Genen verankert bleibt, aber nur der Versuch bringt uns weiter – Feedback ist auch an dieser Stelle jederzeit willkommen.

Nicht zum ersten Mal, aber in diesem Jahr häufiger unternommen haben wir Ausflüge in die Automobilbranche. Nicht die Motorentechnologie, sondern die Verknüpfung des Fahrzeugs mit dem Smartphone standen dabei im Vordergrund. So haben unsere Redakteure die Implementierung von Apple CarPlay und Android Auto vor der Markteinführung im Audi Q7 und zum Jahresende in einem Serienfahrzeug vom Typ Skoda Rapid ausführlich unter die Lupe genommen und die Vor- und Nachteile beider Systeme in bisher unbekannter Detailtiefe analysiert; alles basierend auf dem ausführlichen Test des bis dato besten Command Online NTG5 aus der aktuellen S-Klasse im Herbst 2014.

Touch-Bildschirm mit 6,5 Zoll
Touch-Bildschirm mit 6,5 Zoll

Auch der für das Jahr 2016 angekündigten neuen E-Klasse hat ComputerBase sich wiederholt gewidmet und deren Multimediafähigkeiten und die Möglichkeit, den Einparkvorgang vom Smartphone aus zu steuern, in Augenschein genommen. Nicht minder interessant war der Wechsel vom Spielzeug für Erwachsene ins Kinderzimmer: Was Ravensburgers digitaler Lern- und Spielstift Tiptoi kann, haben wir kurz vor dem Weihnachtsgeschäft unter die Lupe genommen.

Aber auch an neue Beitragsformen haben wir uns herangewagt – immer mit dem Ziel, unsere Leser besser zu informieren. Beispiele sind der Vergleich der Zeichenfähigkeiten von Surface Pro 4 und iPad Pro durch die Augen und Hände des bekannten Karikaturisten Klaus Stuttmann oder der Erfahrungsbericht der Anprobe einer Apple Watch Edition für 18.000 Euro. Und im ersten IMAX mit Laser-Projektion auf dem europäischen Festland waren wir auch.

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