Im Test vor 15 Jahren: Die Geburt der Logitech-MX-Serie

Robert McHardy 244 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: Die Geburt der Logitech-MX-Serie

tl;dr: Die optisch ausgefallene MX518 von 2005 zählt bis heute zweifelsohne zu einer der beliebtesten Mäuse für Spieler und ist laut Logitech die bisher meistverkaufte Gaming-Maus des Herstellers. Begründet wurde die MX-Serie mit MX500 und MX700 (Test) vor 15 Jahren. Und schon der Auftakt überzeugte, trotz Bloatware im Treiber.

Die Mäuse im Vergleich

Technisch unterschied MX500 und MX700 nur die Anschlussart: Während der MX500 mittels 1,5 Meter langem Kabel mit dem Computer verbunden war, wurde die MX700 kabellos angesprochen. Durch die verbauten Akkus in der MX700 rührte auch das knapp 50 Gramm höhere Gewicht.

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Beiden Mäusen gemein war der optische Sensor, der den Untergrund mit 800 dpi bei einer Geschwindigkeit von bis zu einem Meter pro Sekunde abtastete und laut Logitech auch schnelle Bewegungen ohne Probleme erkennen sollte. Die ergonomische Form der Mäuse erlaubte es auch Nutzern mit kleineren Händen, alle acht Maustasten mühelos zu erreichen. Im Test machte sich besonders der saubere Druckpunkt der Tasten positiv bemerkbar.

MX500 MX700
Anschlusstyp USB, PS/2
Abtastung Kamera
Lichtfarbe Rot
Auflösung 800 dpi
Abtastrate 4,7 Megapixel/s
Geschwindigkeit 1 m/s
Datenübertragung Kabel Funk
Gewicht (betriebsbereit) 126 Gramm 174 Gramm
Rad ja
Tasten 8
max. Leistungsaufnahme 0,5 W (5 V, 100 mA) 7,2 W (6 V, 1,2 A)*
* Nur die Ladeschale/Empfangseinheit

Für Rechtshänder ergonomisch perfekt

Im Jahr 2002 stach vor allem das Design der MX-Serie heraus. Die MX500 verfügte über eine mattschwarze Außenschale, während die MX700 in dunkelblau gehalten war. Beiden gemein war der silberne Mittelteil mit Perlmutteffekt – Designelemente an einer Computer-Maus? Damals noch eine Ausnahme, keine Regel.

Die Mäuse waren exklusiv für Rechtshänder ausgelegt – auch heute noch der Standard, obwohl automatisierte Fertigungs- und digitalisierte Entwicklungsprozesse gespiegelte Varianten deutlich günstiger möglich machen. Linkshänder, die eine Logitech MX wollten, mussten zur MX300 greifen, die aber über keine Daumentasten verfügte.

Logitech MX500
Logitech MX500

Bloatware soweit das Auge reichte

Wer den vollen Funktionsumfang der MX-Serie von Logitech nutzen wollte, der musste auch den entsprechenden Treiber dazu installieren. Im Test stellte sich heraus, dass er auch direkt Bloatware mitinstallieren wollte. So gab es das „Logitech Reasearchcenter“, das den Nutzer mit Informationen zu neuen Produkten des Herstellers versorgte, den „Logitech Desktop Manager“, der über Software-Updates informierte, „Musicmatch“, ein Programm zum Abspielen von CDs und MP3s, und eine Verknüpfung auf das Online-Auktionshaus eBay bei der Installation gleich dazu. Über den Treiber ließ sich jede der acht Tasten frei programmieren und bei der MX700 auch der aktuelle Ladestand auslesen.

Präzise, aber teilweise langsam

Im Test überzeugten beide Mäuse auf allen Oberflächen. Auf einem Schreibtisch mit leicht spiegelnder und gemaserter Oberfläche, auf dem sich andere optische Mäuse nicht mehr betreiben ließen, wurden die MX-Mäuse zwar spürbar langsamer, blieben aber präzise. Die Ursache führte ComputerBase darauf zurück, dass die Mäuse die Oberfläche mehrfach abtasteten, um Bewegungen präzise zu erkennen.

Auf einer roten Unterlage mussten beide MX-Mäuse aufgrund des Sensors mit rotem Licht hingegen beide kapitulieren. Immerhin: Während der Mauszeiger bei den meisten Produkten der Konkurrenz wild umher sprang, blieb er bei den Logitech-Mäusen weitestgehend still stehen. Deshalb konnten die Mäuse auch auf einer bunten Oberfläche mit Rot-Anteilen problemlos eingesetzt werden.

Stromsparen bei der MX700

Die kabellose MX700 konnte im Betrieb bis zu vier Meter vom Empfangsgerät (der Ladeschale) entfernt werden, wenn Gegenstände oder Personen dazwischen standen, sank die Reichweite. Das Aufladen des 1.700 mAh starken Akkus dauerte im Test rund zwei Stunden und sorgte für 24 Stunden Laufzeit. Logitech implementiere dafür zwei Stromsparmechanismen. Nach fünf Sekunden Nichtbenutzung schaltete die Maus in die erste Stromsparstufe und tastete die Oberfläche nur noch 10 Mal pro Sekunde ab. Bei Bewegung wurde wieder permanent abgetastet, eine Einschaltverzögerung konnte ComputerBase nicht feststellen.

Logitech MX700 mit Ladeschale
Logitech MX700 mit Ladeschale

Nach 10 Minuten Inaktivität wechselte die MX700 in die zweite Stromsparstufe, bei der nur noch zwei mal pro Sekunde abgetastet wurde. In diesem Fall gab es eine spürbare Eingabeverzögerung, bis die Maus wieder in den normalen Modus schaltete. Zudem fiel die Akkuanzeige der MX700 negativ auf, die bis auf wenige Stunden vor Ende auf vollem Akkustand verharrte.

In Summe eine Empfehlung

Am Ende des Tests konnte vor allem die MX500 sehr überzeugen. Die MX700 kämpfte noch mit einigen Kinderkrankheiten kabelloser Mäuse, war aber trotzdem eine sehr gute Maus – erst Jahre später zeigten sich Probleme beim Kontakt zwischen Maus und Ladeeinheit, weil die Spannung der Federn der beiden Kontaktflächen in der Basis nachließ. Für Spieler lohnte sich die Investition von rund 50 Euro für die MX500 hingegen in jedem Fall.

Auswertung der letzten Umfrage

Vergangene Woche hat die Redaktion im Rahmen des Rückblicks auf die ATi Radeon 9500, die per BIOS-Mod zu einer Radeon 9700 (Pro) wurde, die Leser gefragt, ob sie ihrer Hardware bereits einmal abseits von Overclocking zu mehr Leistung verholfen hat – beispielsweise per „Bleistift-Trick“ einen Athlon XP übertaktet. Mit 63 Prozent bejahte deutlich mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer diese Frage. Die restlichen 37 Prozent betrieben ihre Hardware in dem vom Hersteller gesetzten Rahmen.

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