Im Test vor 15 Jahren: Der TFT-Monitor auf dem Vormarsch

Robert McHardy 142 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: Der TFT-Monitor auf dem Vormarsch

tl;dr: Erste TFT-Monitore zeichneten sich sowohl durch eine langsame Reaktionszeit als auch hohe Preise aus. Im Jahr 2003 waren erste Modelle, unter anderem der NEC 1701 (Test), unter 500 Euro und mit Gaming-tauglichen Latenzen verfügbar: Der TFT-Monitor war auf dem Vormarsch.

Preisgünstiger Einstieg

Die Reaktionszeit für Weiß-zu-Schwarz-Wechsel der ersten Flüssigkristalldisplays (LC-Display/LCD) lag oft bei 40 Millisekunden und höher. Dadurch entstand ein Nachleuchten des alten Bildschirminhalts, der selbst beim Scrollen durch Dokumente für eine Schlierenbildung und unscharfe Bewegtbilder sorgte. Gerade im Vergleich zu den extrem schnellen Röhrenmonitoren (CRT) fiel das Spielern negativ auf.

Im Jahr 2003 waren erste LC-Displays mit Reaktionszeiten von vergleichsweise geringen 16 ms und Kontrastwerten von bis zu 500:1 verfügbar. Naheliegende Vorteile gegenüber Röhrenmonitoren waren zudem der deutlich reduzierte Platzbedarf und Gewicht sowie die geringere Energieaufnahme.

Der getestete NEC 1701 stellte mit einer UVP von 489 Euro (Onlinehandel: 440 Euro, Stand: Juli 2003) einen günstigen Einstieg in die Welt der Flachbildschirme dar. Das Panel kam auf eine Auflösung von 1.280 × 1.024 Bildpunkte bei einer Helligkeit von maximal 250 cd/m² und einer Reaktionszeit von 16 ms. Die Blickwinkel fielen mit 40° horizontal und 120° vertikal TN-typisch aus. Bildsignale nahm der NEC 1701 nur per VGA entgegen, ein DVI-Anschluss fehlte.

Überzeugen konnte der NEC 1701 mit dem 1,7 cm (Seiten) respektive 2 cm (Ober- und Unterseite) schmalem Rand. Der Bildschirm selbst war bedingt durch das integrierte Netzteil 6,3 cm tief; der iMac G4 (Im Test vor 15 Jahren) kam mit lediglich 2,1 cm aus. Auch ergonomisch bot der NEC 1701 für den Preis einiges: Der Bildschirm ließ sich um jeweils etwa 90° nach links oder rechts drehen un die Neigung konnte verändert werden. Die Höhe ließ sich allerdings nicht verändern.

Farbwiedergabe und Interpolation

Im Jahr 2003 noch in der Freizeit nebenbei betrieben verfügte ComputerBase über keine eigenen Redaktionsräume oder teuren Messgeräte. Der NEC 1701 wurde daher aufgrund der subjektiven Einschätzung des Autors bewertet. Eines der größten Probleme erster LC-Displays war die Farbwiedergabe, die nicht mit der teurer Röhrenmonitore mithalten konnte. Der NEC 1701 überzeugte im Test in dieser Hinsicht vollkommen, über das umfangreiche Onscreen-Menü ließen sich alle relevanten Einstellungen für die Farbwiedergabe konfigurieren.

Wessen Grafikkarte in Spielen nicht schnell genug für die native Auflösung von 1.280 × 1.024 Bildpunkten war, der musste in niedrigeren Auflösungen spielen. Hierfür skalieren Monitore das niedriger aufgelöste Eingangssignal auf die native Auflösung (Interpolation). Beim NEC 1701 fiel dies in 1.024 × 768 Bildpunkten kaum auf, während in 800 × 600 das gesamte Bild von einer leichten Unschärfe betroffen war.

Dank der im Vergleich zu ersten TFTs reduzierten Reaktionszeit konnte ComputerBase im Test keinen besonders negativen Einfluss durch Schlierenbildung in Spielen wie Quake 3, Unreal Tournament 2003 oder Counter Strike feststellen. Für ambitionierte Spieler war trotzdem lange Zeit noch ein Röhrenmonitor das Anzeigegerät der Wahl. Wer jedoch einen preisgünstigen Einstieg in die Welt der Flachbildschirmmonitore suchte, der war mit dem NEC 1701 gut beraten.

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